«Er hält nur noch 4 Stunden»

06. Januar 2018 10:40; Akt: 12.01.2018 11:47 Print

Schweizer verklagt Apple wegen iPhone-Akku

Der Akku seines iPhones 6S entlade sich viel zu schnell, wettert ein Genfer Politiker. Dahinter stecke Absicht von Apple – und das sei Betrug.

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«Wir wissen, dass manche das Gefühl haben, Apple habe sie im Stich gelassen. Wir entschuldigen uns.» Mit diesen Worten wandte sich der US-Konzern Ende Dezember an die Öffentlichkeit. Zudem bot er den Kunden in einer Nachricht an, den Austausch der Akkus zu vergünstigen.

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Es waren sehr ungewohnte Worte für ein Unternehmen, das sonst gern herausposaunt, wie gut seine Produkte seien. Doch diesmal musste Apple einen Shitstorm abwenden. Apple hatte zuvor zugegeben, dass ältere Smartphones langsamer werden, wenn der User ein Software-Update durchführt. Dies soll verhindern, dass sich iPhones mit alten Akkus spontan selbst abschalten.

«Ich akzeptiere Apples Entschuldigung nicht»

Viele witterten dahinter böse Absicht, um den Kauf neuer Modelle zu fördern. Diesen Verdacht hegt auch Thomas Putallaz, Vizepräsident der CVP der Stadt Genf. «Ich akzeptiere Apples Entschuldigung nicht», sagt er zur «Tribune de Genève». «Mein Handy ist nach vier Stunden entladen, obwohl die Garantiefrist noch läuft.»

Er weigere sich, in einen Apple-Store zu gehen, um den Akku seines iPhones 6S austauschen zu lassen, weil die Verkäufer ihm dann nur ein neues iPhone aufschwatzen würden. Am 29. Dezember hat er bei der Bundesanwaltschaft Klage wegen Betrugs eingereicht. Zudem ruft er in seinem Blogjeden iPhone-User auf, es ihm gleichzutun.

Schweiz soll Gesetz anpassen

Allerdings sind die Chancen auf Erfolg gering: Die sogenannte geplante Obsoleszenz – dass Produkte extra so hergestellt werden, dass sie zu einem gewünschten Zeitpunkt kaputt gehen – ist in der Schweiz nicht strafbar. Das will Putallaz ändern: In Frankreich sei die geplante Obsoleszenz bereits ein Straftatbestand, die EU denke ebenfalls darüber nach – nun müssten auch die Schweizer Politiker aktiv werden.

(hal)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pragmat am 06.01.2018 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich finds gut

    Diese Praxis der geplanten Obsoleszenz ist wirklich eine Sauerei und sollte gestoppt werden! Fraglich obs geht und ob die Fabrikanten bei einem Verbot noch Hintertüren finden könnten, aber der Vorstoss an sich ist sinnvoll!

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  • Androidianerin am 06.01.2018 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Er hat Recht

    Hoffentlich wird er Erfolg haben. Es soll endlich Smartphones geben, die auch nach 2 Jahren eine lange Akkulaufzeit haben.

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  • Daniel am 06.01.2018 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    richtig!

    Wir sollten die Amis auf 20000 Billionen verklagen. Da gibts noch bis heute das Bankgeheimnis! Schlägt zurück!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Merlino am 10.01.2018 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde

    Der Apfel wird zu sauer zum Reinbeissen. Aber eben: der Apfel geht soweit zum Stamm wie der Krug beim Brunnen bricht.

  • Rere am 09.01.2018 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    an dummen verkauft

    Diese Sorge habe ich nicht mehr. Mein iphone verkauft zu einem unglaublich guten Preis an einen DUMMEN

  • D. Jürgen am 09.01.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mach sofort mit

    Wo kann ich mich dieser Klage anschliessen? Mein Akku ist nach 1/2 Tag leer.

  • IT Tech am 09.01.2018 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Festverbaute Akkus verboten, eigentlich

    Eigentlich dürften in Europa gar keine Mobiles mehr verkauft werden, deren Akkus sich nicht durch den Benutzer austauschen lassen, also festverbaut sind. Dieses Gesetz gibt es übrigens seit einiger Zeit schon, aber wo bitte bleibt die Umsetzung? Die EU kuscht vor den grossen Anbietern wie Apple und Samsung und das bezahlen wir Konsumenten!

    • bubu am 10.01.2018 14:44 Report Diesen Beitrag melden

      @IT Tech

      Die EU.... wir sind (gott sei dank) kein Teil davon... und in der Schweiz ist solch ein gesetz nicht vorhanden.

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  • Oliver am 09.01.2018 06:43 Report Diesen Beitrag melden

    Sammelklage

    Und wenn sollen sie auch gleich sammelklagen ermöglichen, das ist die einzige Chance von kleinen Kunden gegen Konzerne.

    • Berater am 09.01.2018 13:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Oliver

      Sammelklagen aus der Schweiz? Vorher legen die Hühner goldene Eier und der Storch bringt die Kinder. Hierzulande kann man noch nicht mal eine Firma verklagen, die offensichtlich und gezielt mit Betrug Geld macht (zB Inkassobüros für Schulden von angeblichen SexAbos per Telefon, usw)! Fragen Sie mal die VW Diesel Geschädigten... die wurden mit einem Werbesackmesser abgespeist und mussten sich an die SKS wenden, damit überhaupt eine Klage zustande kommen konnte.

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