Schweizer E-Sport

26. Januar 2018 21:08; Akt: 26.01.2018 21:08 Print

Die Liga, die alle Schweizer E-Sportler vereinen will

von Jan Graber - Die neu gegründete Swiss E-Sports League SESL hat die Ziele hochgesteckt: Unter ihrem Dach sollen sich möglichst viele Schweizer E-Sportler vereinen. Ein Porträt.

Jonas Eichelberger, Chef der Schweizer E-Sport-Liga, über die Ziele der Organisation. (Video: Jan Graber)
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Es ist diese einzigartige Mischung aus Enthusiasmus, Aufbruchstimmung und Vorsicht, die die vier jungen Unternehmer ausstrahlen, als sie an einem verregneten Freitagmorgen in einem Zürcher Café 20 Minuten treffen, um ihre neu gegründete Swiss E-Sports League, kurz SESL, vorzustellen. Obwohl die vier «alte E-Sport-Hasen» sind, ist die Liga neu. Doch von vorne.

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In der E-Sport-Szene herrscht für Aussenstehende ein Chaos: Tausende Spieler und Hunderte von Teams organisieren jährlich allein in der Schweiz eine unüberschaubare Menge an Turnieren. Zudem messen sich E-Sportler in Games unterschiedlichster Prägung: Von einfach zu verstehenden Games wie «Rocket League» und «Fifa» reicht die Bandbreite über komplexere Spiele wie «Hearthstone» bis hin zu den nur Insidern verständlichen Games wie «League of Legends».

Im Entwicklungsland

Das Durcheinander hilft dem E-Sport nicht: Uneingeweihte bleiben aussen vor, während Eingeweihte sich in ihrer elitären Wolke wichtig fühlen. Um die breite Bevölkerung zu erreichen, braucht es aber Struktur und Übersicht. Dies ist mit ein Grund, wieso Jonas Eichelberger, Michael Bieri, Manuel Schuler und Simon Lehmann die SESL gegründet haben – und sie mit rund vierzig Unterstützern, Helfern und Mitorganisatoren zum Anlaufpunkt für Schweizer E-Sportler machen wollen. Die vier Gründer sind seit Jahren im E-Sport zu Hause. Ihre Mission lautet: Möglichst viele E-Sport-Teams unter einem Dach zu vereinen, eine starke Community zu bauen und zu einem zentralen Player im E-Sport zu werden.

Denn während internationale E-Sport-Teams um siebenstellige Preisgelder kämpfen und Millionenbeträge im Umfeld des E-Sports generiert werden, gleicht die Schweiz einem Entwicklungsland. Kaum ein Schweizer schafft es aufs internationale Parkett, Preisgelder von ein paar tausend Franken sind bereits eine Sensation.

«Wir müssen in der Schweiz das Bewusstsein für den E-Sport fördern», sagt Eichelberger, Geschäftsführer von SESL. Wichtig sei es deshalb, den Schweizer E-Sportlern Sichtbarkeit zu geben. «Schweizer Spieler gehen international in der Masse unter. Wir bieten ihnen eine Plattform, auf der sie wahrgenommen werden», ergänzt Bieri. Nur so können die guten Sportler auch lukrative Sponsoring-Deals an Land ziehen.

Chats und Förderung

Dazu will SESL auch die spielende und die zuschauende Community über ein Chat-Tool verknüpfen: Wer sich zum Beispiel im E-Sport engagiert oder hervortut, erhält Auszeichnungen, mit denen er oder sie das eigene Profil schmücken darf. Ambitionierte Spieler sollen bei der Professionalisierung unterstützt werden. Zentral sind dazu auch die Cups und Liga-Wettkämpfe, die im Namen der SESL veranstaltet werden. Bei den Cups handelt es sich eintägige Turniere, Liga-Spiele laufen hingegen während jährlich drei Saisons. Die SESL unterscheidet dabei zwischen drei Stärkeklassen: den Profis, den begabten Amateuren und der Klasse für alle, egal, wie gut jemand ist.

Auf hohe Preisgelder dürfen sich die Sieger der Spiele aber auch hier noch nicht freuen. «Letztes Jahr zahlten wir den Sieger-Teams der stärksten Klasse je 1400 Franken», sagt Bieri. Je beliebter der E-Sport hierzulande wird, umso mehr Sponsoren dürften sich finden lassen. Die vier Jungunternehmer sind zuversichtlich. «Wir sind die einzige Liga für fast alle Spiele», freut sich Eichelberger (siehe Box) und blickt enthusiastisch, aber auch ein bisschen vorsichtig den Journalisten an.

Die SESL will möglichst viele Schweizer E-Sportler unter einen Hut bringen, um die Teams zu professionalisieren.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rafael am 26.01.2018 21:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schön formuliert

    Aber natürlich nur ein Marketing-Gag. E-Sport hat seit Jahren ein enormes Wachstum was die Zuschauer betrifft. Was man wissen muss? Nicht viel. Man ist Zuschauer. Es hat Kommentatoren. Experte ist jeder - wie im Fussball / Eishockey etc. - ja auch.

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  • Benni Trachsel am 27.01.2018 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Kategorie

    Falsche Kategorie. Diese News gehört nicht in Digital, sondern Sport.

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  • Blanche Neige am 27.01.2018 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Whoop

    Viel Erfolg an mori und chline, die alten Camper.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Janis am 31.01.2018 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?!

    Wieso nimmt man COD Modern Warfare anstatt WW2?? vertehe ich überhaupt nicht.

  • Blue Monkey am 29.01.2018 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne gutes Anticheat 0 Chance

    Cheating is extrem verbreitet in e-Sports. V.a. in Shooter wie CS:Go wird gecheatet ohne Ende ohne Konsequenzen (siehe Flusha). Es geht um Geld, daher wird betrogen wie im Radsport und die Entwickler und Organisatoren machen zu wenig dagegen.

    • Gamer am 29.01.2018 20:56 Report Diesen Beitrag melden

      Spiele gerade Asphalt 8 (Autorennen)

      Eines der Teuersten Spiele vermutlich? habe dort ein wenig Geld Ausgegeben, was der Grösste fehler war. Dort sind die Sieger die Cheater und die Zahler die Verlierer. Wundert euch in dem Spiel nicht wenn ihr Spieler seht die in die Wand fahren und nachher weit vor Dir und auf der Idealline wieder Respawnt so wie wenn nichts war, diese Spieler zu besiegen ist fast nicht möglich und man bereut es für so ein Spiel Geld ausgegeben zu haben. Die Hotline des Spiele meinte nur, wenn es dich stört musst du es nicht Spielen. In jedes Online Spiel würde die Funktion gehören, Cheater Melden.

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  • Magnus Larsen am 29.01.2018 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Schach

    Schach sollte mal im Bereich Esport grösser werden!

  • Dope.cH am 29.01.2018 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Noch lange nicht soweit

    Bin bald seit 15 Jahren im E-Sport, angefangen mit CS 1.5 und ESL. Solange mir kein garantiertes Einkommen angeboten werden kann, spiele ich auch nicht um damit Geld zu machen. Als guter Streamer verdient man 8k-10k und das bei (5k+ Follower), als normaler komme ich, wenns gut kommt auf 4k. Die Zeit was investiert wird ist dem "Lohn" niemals gerecht. Man kann davon nicht Leben. In anderen Ländern sieht dies anders aus (keine Zukunft, niedriger Lohn). Ok und dann noch ein weiteres Thema, was wenn das Spiel nicht mehr gespielt wird? Keine Berufserfahrung, was dann?

  • carmen diaz am 29.01.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    ich glaube es geht vor allem...

    ...darum, dass ein paar leute geld bekommen um verbandspräsident und vorstandmitglieder zu spielen. es gibt keinen e-sport. klar, man kann das wort sport überall hin setzen wo man will aber es ist am ende einfach nur nerdiges computer spielen, also das was es schon immer war und immer sein wird...

    • Esport Clan | OutOfNothing am 05.02.2018 14:43 Report Diesen Beitrag melden

      Schwachsinn

      Das was du hier sagst stimmt überhaupt nicht, in diesen Spielen braucht man eine Unglaubliche Reaktionszeit muss schnell denken und handeln können, das einzige was es bei E-Sports nicht gibt ist die bewegung. Es geht den Personen hinter SESL nicht darum Geld zu machen (beziehungsweise ist das nicht die Ursache warum sie das machen) es geht ihnen darum die Schweiz auf die Esports Szene aufmerksam zu machen, in Amerika gibt es immer wieder Turniere mit mehreren tausend Zuschauern im Stadion und mehrereh Hunderttausend Zuschauer im Netz. Endlich gibt es, dies auch in der Schweiz!

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