«Gamen mit Begleitschutz»

26. September 2011 08:38; Akt: 26.09.2011 12:26 Print

So soll die Jugend geschützt werdenSo soll die Jugend geschützt werden

von Jan Graber - Gewaltspiele stehen am Pranger. Politiker von links bis rechts fordern Verbote. Der 1. Nationale Tag der Medienkompetenz soll die emotionale Diskussion über «Killerspiele» versachlichen.

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Gameindustrie und Bund wollen die Medienkompetenz junger Gamer fördern. (Bild: Keystone/AP)

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Das Spielfeld zur Diskussion über Videospiele ist derzeit weit offen. Wo die einen die absolute Freiheit verlangen und die Entscheidung, wann ein Game angemessen ist, mehrheitlich den Spielern überlassen wollen, möchten andere am liebsten alles verbieten, was sich entfernt nach «Killerspiel» anfühlt. Auf der einen Seite herrscht uneingeschränkte Bedenkenlosigkeit, auf der anderen beklemmende Gedankenlosigkeit. Nun wollen Gaming-Industrie und Politik gemeinsam die Medienkompetenz Jugendlicher fördern.

Umfrage
Ist die Förderung der Medienkompetenz Jugendlicher sinnvoll?
43 %
57 %
Insgesamt 129 Teilnehmer

Breit abgestütztes Projekt

An einer Medienorientierung in Zürich haben am Freitag der Branchenverband der Gaming-Industrie (SIEA), mehrere Fachhochschulen sowie die CVP-Nationalrätin Lucrezia Meier-SchatzLucrezia
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über die Ziele des 1. Nationalen Tages der Medienkompetenz am 27. Oktober informiert.

«In der Schweiz existieren viele Projekte zum Jugendschutz», sagte Peter Züger, Präsident der SIEA. «Mit dem Aktionstag wollen wir in erster Linie auf die zahlreichen Angebote hinweisen.»

Im Fokus: Cybermobbing, Happy Slapping und Killergames

Im Zentrum des Aktion-Tages in Freiburg stehen neben Ausstellungen zum Thema Medienkompetenz und Jugendschutz vor allem Erlebniswelten. Wie Marc Bodmer, Journalist und Vertreter der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), ausführte, sollen aktuelle Themen wie Cybermobbing, Happy Slapping und Killergames diskutiert werden. Zudem bietet der Anlass die Möglichkeit, direkt Hand anzulegen. An einer LAN-Party mit dem Motto «Gamen mit Begleitschutz» können Eltern und Lehrer zum Beispiel erfahren, wie sich ein Ego-Shooter tatsächlich anfühlt.

Thema der Ausstellung wird auch die «Augmented Reality» sein, die Schnittstelle zwischen realer und digitalisierter Welt. Besucher können zudem ihr Facebook-Profil auf Sicherheit checken lassen und die Schweizerische Vereinigung zur Bekämpfung der Piraterie (Safe) thematisiert die fehlende Handhabe zum Jugendschutz auf Piraterieportalen.

Unklar, wie Risikogruppe erreicht wird

Als besondere Knacknuss wollen die Beteiligten die sogenannten Risikogruppen angehen. Wie können Jugendliche, die spielsüchtig sind, sich abschotten oder ein hohes Gewaltpotenzial zeigen, angesprochen und erreicht werden? Diesbezüglich herrscht noch eine gewisse Ratlosigkeit. Die grössten Chance sieht Peter Züger über sogenannte Peer Education: Wenn ein Kumpel einen Problemjugendlichen darauf anspricht, dass dieser eventuell schon ein bisschen zu lange spiele, habe dies höchstwahrscheinlich mehr Erfolg, als wenn die Eltern dies tun. Über konkrete Massnahmen soll ebenfalls am nationalen Medienkompetenztag informiert werden.

Die Arbeit geht weiter

Mit dem Aktionstag ist die Arbeit allerdings noch nicht getan. Am Tag der Medienkompetenz wird auch das Webportal www.jugendundmedien.ch aufgeschaltet. Darauf finden Eltern, Lehrer, Politiker und alle Interessierten möglichst umfassende Informationen über Medienkompetenz und Jugendschutz. Es sollen weiter Schulangebote geschaffen werden, die das Thema zielgerichtet angehen. Zudem wird ein sogenanntes Monitoring eingerichtet, die die Selbstregulierungsmassnahmen der Branche sowie die Massnahmen der Kantone untersuchen sollen.

Um den Jugendschutz sinnvoll zu fördern, hat der Bundesrat das Bundesamt für Sozialversicherungen beauftragt, bis 2015 die Leitung des Programms Jugend und Medien zu übernehmen. Damit das Projekt breit abgestützt ist, wurden neben verschiedenen Bundesstellen und den Kantonen auch die Swiss Interactive Entertainment Assossiation (SIEA), Unis, pädagogische Hochschulen sowie Jugend-, Familien- und Kinderschutzorganisationen eingebunden.

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  • Michu.L am 03.11.2011 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Theorie

    Also eigentlich ist es ja erwiesen, dass etwa 80% aller Menschen mindestens 1 mal ein "Killergame" gespielt haben. Wenn also Killerspiele wirklich einen Attentäter, Killer oder Terorist aus einem machen würden. dänn wären 80% der gesamten Befölkerung Attentäter, Killer, Amokläufer oder Teroristen. Muss schon sagen trifft schon fast zu.

  • Terry am 27.09.2011 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Generation vor uns schulen

    Neben Jugendlichen ist es vorallem wichtig, die Generation zu schulen, welche nicht mit den Medien aufgewachsen sind, also Eltern, Lehrer, etc. Wie soll ein Erwachsener welcher noch nie ein shooter gespielt oder zugeschaut hat, dies beim Kind zu beurteilen. Ich stelle mir so spassige sachen vor wie "Medienschulung für Eltern" wo ein kleines LAN aufgebaut wird und die Eltern da einfach mal eine runde CS miteinander spielen. Das macht nähmlich den gantzen Spass aus.

  • Kristian Pez am 27.09.2011 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle Spiele verbieten

    Nur für alle Fälle, sollte man alle Games verbieten. Es könnte ja sein, dass ein Bauarbeiter auf einmal gefährlich Gebäude errichtet, weil er Tetris gespielt hat, oder Förster anfängt wild rum zu Ballern, weil er zu oft Molekül Jagt gespielt hat. Politiker sind einfach zu alt, um über überhaupt dieses Thema zu diskutieren. Oder hat Ted Bundy Call of Duty oder Gears of War gespielt?! Wer böse Gedanken hat, wird auch ohne Games, böses tun. Sonst können wir ja auch alle TV Sender verbieten und nur noch Kika etc zulassen.

    • Chris am 27.09.2011 21:26 Report Diesen Beitrag melden

      Genau deiner Meinung

      Word!!!!!

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