Backup

22. Juli 2009 10:30; Akt: 22.07.2009 12:03 Print

Das Handy als FestplatteDas Handy als Festplatte

SMS, Mails, Termine, Adressen und Fotos: Ist das Handy weg, verliert man neben wichtigen Informationen auch schöne Erinnerungen. Um den Verlust in Grenzen zu halten, bietet sich das Erstellen von Backups an.

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Telefonnummern von Bekanntschaften werden ebenso gespeichert wie romantische SMS und Schnappschüsse. Ist das Handy weg, verliert man Informationen und Erinnerungen. Deshalb ist Datensicherung auch beim Handy Pflicht. Wie viel Unersetzliches im Mobiltelefon gespeichert ist, merkt man erst, wenn dieses verloren geht. Handy-Besitzer sollten also regelmässig die Daten ihres Telefons sichern. Mit PC-Programmen der Handy-Hersteller lassen sich die wertvollen Informationen schnell, vertraulich und umfassend auf den PC kopieren.

Bei den meisten Handy-Modellen liegt für die Datensicherung ein Anschlusskabel bei, mit dem das Telefon via USB-Buchse mit dem Rechner verbunden wird. Die passende Software, um den Handyspeicher auszulesen, kann man von den Internetseiten der Hersteller kostenlos herunterladen. Auf neueren Apple-Rechnern sichert das bereits vorinstallierte Programm Isync einen Teil der Handy-Daten. Handys mit Windows-Mobile können auf Windows-Rechnern ohne Software-Installation gesichert werden. Die Daten des iPhone lassen sich mit dem Programm iTunes vollständig sichern.

Manager und Master

Die kostenlosen Programme sind auf einen Hersteller beschränkt. Dagegen können kommerzielle Programme die Daten mehrerer Mobiltelefone unterschiedlicher Hersteller sichern und sogar von einem alten Handy auf ein neues übertragen. Bekannt sind vor allem die Produkte Oxygen Phone Manager und Mobilemaster.

Wer sein Handy mit dem PC verbindet, sichert so nicht nur seine Daten, sondern kann insbesondere Adressen einfacher verwalten. Die Programme gleichen nämlich auf dem PC erfasste Adressen mit jenen auf dem Handy automatisch ab. Am Rechner lassen sich so bequem neue Adressen und Telefonnummern erfassen, und im Gegenzug landen am Handy neu eingetippte Kontakte auch gleich im PC-Adressbuch. Diese Synchronisation funktioniert aber in den meisten Fällen nur mit dem Microsoft-Programm Outlook oder dem Mac-Adressbuch automatisch.

Sicherung ohne PC

Wer keinen PC hat, muss trotzdem nicht auf eine Datensicherung verzichten. Moderne Handys verfügen nämlich über einen Internetanschluss und können somit eine Kopie der wichtigsten Informationen auch im Internet speichern. Handys unterschiedlichster Hersteller und verschiedene Internetdienste tauschen dabei die Adressdaten und Termine nach dem Standard SyncML aus. Die grossen Netzanbieter Swisscom und Orange konfigurieren das Handy für diese Sicherung, indem sie einfach eine SMS mit den nötigen Einstellungen schicken.

Obwohl diese Internetdienste gratis angeboten werden, fallen aber Kosten an. Denn der Transfer der Informationen ins Internet verursacht Datengebühren, die je nach Anbieter und Abo zwischen wenigen Rappen und mehreren Franken betragen. Wer seine Handy-Adressen mit SyncML sichert, kann die Daten einfach im Webbrowser mit der gewohnten PC-Tastatur bearbeiten und wieder ans Handy zurückschicken. Ferner kann der Datenbestand mit mehreren Handys und dem PC abgeglichen werden. So hat man auf allen Geräten identische Adressen, egal wo man diese erfasst oder geändert hat.

Fotos sichern

Moderne multimediale Handys sind aber nicht nur Ersatz für Adressbuch und Agenda, sondern dienen als Fotoapparat, Filmkamera und Musikgerät. Diese multimedialen Daten lassen sich - mit Ausnahme kopiergeschützter Musik und Spiele - ebenfalls einfach auf dem PC sichern. Entweder wird dazu das Handy mit dem Rechner verbunden, oder die Speicherkarte des Handys in einen Kartenleser am PC eingeführt.

Edel-Handys können Fotos sogar direkt im Internet speichern und diese sofort für Freunde und Familie sichtbar machen. Dazu benötigt man allerdings ein Handy-Abo mit grosszügiger Internetpauschale. Für das Fotoalbum im Internet müssen nämlich mehrere Megabyte Daten übertragen werden.

Klassische Dienste, um multimediale Handydaten im Internet zu speichern oder zu publizieren sind Ovi von Nokia, My-Phone von Microsoft und MobileMe von Apple. So stehen beispielsweise bei Ovi bis zu 10 Gigabyte Speicherplatz im Internet zur Verfügung, auf dem sich Musik, Filme, Fotos und andere Dateien ablegen lassen. Auf diesen Datenspeicher kann man dann jederzeit mit dem Handy oder mittels Browser von jedem PC mit Internetanschluss zugreifen.

Nicht ohne Gefahren

Die Grenzen zwischen den verschiedenen Speicherorten verschwimmen so für den Handy-Anwender zusehends. Die Datenspeicherung im Internet, sei es via SyncML oder Speicherdienste ist zwar komfortabel, birgt aber auch Gefahren. Erstens händigt man vertrauliche Adressdaten einem Dritten aus, und zweitens ist man vom Internet-Dienstleister abhängig.

(sda)