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Mobile Kommunikation
23. Januar 2009 14:50; Akt: 23.01.2009 15:48 Print
Obamas Blackberry-Mails nur für VIPs
von Peter Blunschi - Barack Obama darf seinen Blackberry definitiv behalten. Allerdings darf er nur mit wenigen Leuten kommunizieren. Auch seine Mitarbeiter erlebten beim Bezug ihrer Büros im Weissen Haus ihr technologisches Wunder.
Robert Gibbs, der neue Pressechef des Weissen Hauses, bestätigte am Donnerstag an seiner ersten Medienkonferenz die kursierenden Gerüchte: «Der Präsident hat einen Blackberry.» Nähere Details gab Gibbs nicht bekannt. Das Gerät sei sicherheitstechnisch aufgerüstet worden, und «nur eine kleine Gruppe von Mitarbeitern und persönlichen Freunden» werde per Mail mit Barack Obama kommunizieren dürfen.
Auch als Präsident behält Obama seinen Blackberry.(Bild: Keystone)
Die «Washington Post» spekulierte über die Namen auf dieser exklusiven Adressliste. Ehefrau Michelle gehöre sicher dazu, vielleicht auch die beiden Töchter. Vizepräsident Joe Biden und einzelne Minister könnten zum Präsidenten durchkommen, dazu seine engsten Mitarbeiter wie Stabschef Rahm Emanuel und Gibbs, sowie wenige Freunde aus Chicago. Wer nicht auf dieser Liste stehe, werde keine Chance haben, Obama ein Mail zu schicken. Der Mailausgang von «Blackberry One» werde zudem so konfiguriert, dass die Mitteilungen des Präsidenten nicht weitergeleitet werden können.
Gesetz verlangt Archivierung
Den Hintergrund dieser Restriktionen bildet der im Gefolge der Watergate-Affäre erlassene Presidential Recordings Act. Das Gesetz verlangt, dass sämtliche Schriftstücke des Präsidenten archiviert und auf Verlangen veröffentlicht werden. Dies wird auch die Mails von Obamas Smartphone betreffen, und zwar sowohl die offiziellen als auch die persönlichen. Abschrecken liess sich der Präsident dadurch aber nicht, zu wichtig war ihm die Möglichkeit der mobilen Kommunikation. Seine Vorgänger Bill Clinton und George W. Bush hatten noch ganz auf das Schreiben von E-Mails verzichtet.
Das Gesetz erstreckt sich auf die gesamte Korrespondenz im Weissen Haus. Deshalb gelten scharfe Sicherheitsbestimmungen. Sie verbieten unter anderem Social Networking via Facebook, den Zugriff auf externe Mailaccounts und Instant Messaging. Für die Hightech-erfahrenen Mitarbeiter des neuen Präsidenten war dies eine unliebsame Überraschung, wie die «Washington Post» berichtete. Vergleiche man den Wahlkampf mit einem iPhone, so habe der erste Arbeitstag im Weissen Haus wie ein «Wählscheiben-Telefon» gewirkt.
Kein Laptop für Obama
Nicht funktionierende Telefonanschlüsse waren das kleinste Problem. Die Mac-verwöhnten Mitarbeiter mussten sich mit sechs Jahre alter Microsoft-Software herumschlagen. Laptops gibt es nur ganz wenige. «Als ob man von der Xbox auf einen Atari umsteigen muss», kommentierte Obamas Wahlkampfsprecher Bill Burton. Selbst der neue Präsident musste in einem Punkt nachgeben: Im Wahlkampf hatte er angekündigt, er wolle auf seinem Schreibtisch im Oval Office einen Laptop haben. Davon ist keine Rede mehr. Er hoffe, «irgendwo im Weissen Haus Zugriff auf einen Computer zu haben», sagte Obama in einem Interview vor der Vereidigung.

























