Elektronische Bücher

04. Februar 2010 11:39; Akt: 04.02.2010 13:36 Print

Touchscreen für den Kindle

Erst ein App Store und nun eine zweite Attacke auf Apples iPad: Amazon soll mit Touchco ein US-Unternehmen gekauft haben, das helfen könnte, einen entscheidenden Mangel des eigenen eBook-Readers zu beseitigen.

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Amazon Kindle: Bald mit Multitouch?

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Wie die New York Times unter Berufung auf damit betraute Kreise schreibt, soll der weltgrösste Online-Versandhändler das New Yorker Start-up Touchco übernommen haben. Amazon wollte den Bericht nicht kommentieren, laut dem das Unternehmen die Touchco-Mitarbeiter Teil des Kindle-Entwicklungsteams im kalifornischen Cupertino werden lassen will. Dort sitzt auch Apple, jene IT-Firma, welche vergangene Woche mit dem iPad einen Tablet-PC vorgestellt hat, der auch als Lesegerät für digitale Bücher, Zeitungen und Magazine gedacht ist. Zwar ist das Angebot noch überschaubar, doch Apple dürfte zum Marktstart im Frühling sicherlich noch mehr als die fünf US-Verlage und die New York Times als Partner gewinnen.

Das iPad kommt mit Touchscreen zum Kunden, der Kindle nicht. Dies scheint Amazon nun ändern zu wollen, denn Touchco ist auf entsprechende Technologien spezialisiert. Im Oktober 2009 hatte Steven Kessel, Senior Vice President für Digital Media bei Amazon, laut «Wall Street Journal» gesagt: «Wir haben uns gegen einen Touchscreen im Kindle entschieden, weil dieser die Lesbarkeit und Klarheit des e-Ink-Displays verschlechtern würde.» Denn der Blendeffekt würde erhöht und die Menge des Lichts, die das Auge erreicht, verringert.

Für das iPad wird es zudem das Gros der 140 000 Applikationen aus dem App Store geben. Auch auf diesem Feld muss der Kindle bislang passen. Wie 20 Minuten Online berichtete, hat Amazon allerdings vor zwei Wochen ein Kindle Development Kit präsentiert, mit dem Entwickler Applikationen für den Reader schreiben können. Es soll Gratis-Apps und kostenpflichtige geben. Von letzeren soll es auch Abo-Versionen geben. Wie Apple will Amazon 30 Prozent der Erlöse behalten, der Rest geht an die Entwickler. Wann der App Store starten wird, gab das Unternehmen bislang nicht bekannt. Der eInk-Bildschirm des Kindle ist allerdings nicht farbig, kann keine Videos abspielen und hat seine Probleme mit der flüssigen Darstellung von Bildern. Daher dürften die Apps für die aktuelle Gerätegeneration einfach gehalten sein. Zum Beispiel wären anfangs Spiele wie Sudoku denkbar.

(hst)