Telekommunikation

25. November 2009 07:49; Akt: 25.11.2009 11:28 Print

Orange schluckt SunriseOrange schluckt Sunrise

Paukenschlag in der Schweizer Telekommunikation: Orange übernimmt den Konkurrenten Sunrise. Mit dem neuen Unternehmen will die Orange-Mutter France Télécom den führenden Swisscom-Konkurrenten im Schweizer Telekommarkt schaffen.

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Aus zwei mach eins: Orange übernimmt Sunrise

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Und da waren es nur noch zwei: Nebst dem ehemaligen Monopolisten Swisscom wird es in der Schweiz künftig nur noch ein Telekommunikationsunternehmen geben. Die Mutterkonzerne von Orange und Sunrise in Frankreich und Dänemark gaben die Aufnahme von entsprechenden exklusiven Verhandlungen bekannt.

Der Mutterkonzern von Orange, die France Telecom, will anderthalb Milliarden Euro für eine 75-Prozent-Mehrheit an der neuen Firma zahlen. Sunrise-Mutter TDC soll die restlichen 25 Prozent der Firma übernehmen. Der Vollzug der Transaktion ist von der Zustimmung durch die Wettbewerbskommission abhängig. Der definitive Vertrag soll in der zweiten Hälfte des kommenden Februars unterzeichnet werden, wie France Telecom und TDC mitteilten.

Das neue Unternehmen wird laut den Angaben der beiden Konzerne rund 3,4 Millionen Mobilfunkkunden und 1,1 Millionen Festnetz- und Breitbandinternetkunden haben. Dies entspreche einem Marktanteil von rund 38 Prozent beim Mobilfunk und rund 13 Prozent bei den Breitbandanschlüssen. Der Pro-forma-Umsatz per Ende 2008 wird auf 3,1 Milliarden Franken, der Betriebsgewinn auf 809 Millionen Franken beziffert.

3,2 Milliarden Franken sparen

Die beiden Unternehmen erwarten durch den Zusammenschluss Einsparungen von rund 3,2 Milliarden Franken. Ob es dabei zu einem Stellenabbau kommt, ist aus der Mitteilung nicht ersichtlich. Gewinnen wird durch den Zusammenschluss die Schweizer Landschaft: Da die Unternehmen auch ihre Mobilfunknetze zusammenlegen, können rund ein Drittel der geplanten Mobilfunkantennen eingespart werden.

Der Verwaltungsrat der neuen Firma werde aus Vertretern von TDC und der France Telecom bestehen, wobei die Mehrheit der Sitze von France Télécom besetzt werde. Thomas Sieber soll Geschäftsführer des neuen Unternehmens werden. Christoph Brand bleibt Sunrise-Chef bis zum Abschluss der Transaktion. Danach werde er den Beginn des Integrationsprojekts überwachen, bevor er sich neuen beruflichen Aufgaben ausserhalb der Gruppe widme.

Swisscom sieht sich gut gerüstet

Die Aufnahme von konkreten Verhandlungen über eine Fusion von Orange Schweiz und Sunrise stellt für den grössten Schweizer Telekommunikationsanbieter Swisscom keine Überraschung dar. Eine gewisse Annäherung habe es ja bereits zuvor gegeben, sagte Swisscom-Sprecher Sepp Huber auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP. Falls die Fusion zustande komme, werde eine weitere Dynamisierung des Marktes erwartet. Von dem verstärkten Wettbewerb profitiere der Kunde, was von der Swisscom begrüsst werde. «Wir sehen uns gut gerüstet», sagte Huber.

Die Fusion zwischen den Telekommunikationskonzernen Orange und Sunrise wird auch von der Wettbewerbskommission (Weko) geprüft werden. Auf Grund der Umsätze der beiden Unternehmen sei ein Zusammenschluss meldepflichtig, sagte der stellvertretende Direktor des Weko-Sekretariats, Patrik Ducrey, gegenüber der AP. Man werde sich das sicher gut anschauen. Weitere Angaben über mögliche Konsequenzen könnten zurzeit aber nicht gemacht werden.

Die Fusion kam insofern nicht völlig überraschend, als Orange und Sunrise bereits in den vergangenen Monaten Gespräche über eine Zusammenlegung ihrer Mobilfunknetze in der Schweiz geführt hatten. Sunrise-Finanzchef Christian Hütwohl hatte Anfang November auf Anfrage der AP gesagt, es lägen noch keine spruchreifen Resultate vor. Die Gespräche verliefen aber in einer guten und konstruktiven Atmosphäre.

(mlu/sda/dapd)

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  • stefano am 29.11.2009 06:23 Report Diesen Beitrag melden

    hotline - service level

    hallo zusammen ueberlegt mal wieviel mal im jahr man die hotline anrufen muss aus irgendwelchen gruenden...ein, zwei mal? dafuer bezahlt man bei swisscom einiges mehr, fuer einen oder zwei anrufe im jahr fuer service, problemloesungen....

  • av am 27.11.2009 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Swisscom war mal!

    Ich finds einfach nur schade, wie blind manche Leute sind. Die Swisscom war früher mal sicherlich der beste Anbieter. Diese Zeiten sind aber schon lange vorbei. Teilweise veraltetes Netz, oftmals katastrophaler Service, völlig überhöhte Preise, effektive Netzabdeckung hat teilweise deutlich weniger Abdeckung, als von Swisscom komuniziert. Und das schlimmste ist, das die meisten Kunden immer noch der Meinung sind, wie super und heilig die ach so tolle Swisscom ist!!! Wenn die wüssten...!

  • Hanspeter Zürcher am 26.11.2009 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Realitätsverlust ?

    Mir scheint, die Schweiz(er) kranken an totalem Realitätsverlust: Man will ... Vollbeschäftigung, Topprodukte, Topservice, soziale Arbeitgeber, Spitzenlöhne, Firmen die möglichst viele Lehrlinge ausbilden, ....... und selbstverständlich alles möglichst zum Nulltarif. Geiz ist geil, selbst wenn man sich damit das eigene Grab bzw. den eigenen Stellenabbau schaufelt.