Analyse

27. Januar 2010 22:23; Akt: 12.07.2010 14:49 Print

Was dem iPad fehltWas dem iPad fehlt

von Henning Steier - Apple hat die Erwartungen erfüllt und der Technologiewelt einen neuen Tablet-PC präsentiert. Aber zahlreiche Mängel des Computers lassen sich nicht übersehen.

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Jetzt ist es raus: Apples Tablet heisst iPad. Er sieht aus wie ein platt gewalzter iPod touch - und verfügt auch mehr oder weniger die gleichen Eigenschaften. Steve Jobs: «Amazon hat grossartige Arbeit geleistet, wir stehen auf ihren Schultern.» Mit der Applikation «iBooks» wird das iPad zum E-Book-Reader. Amazon dürfte wenig Freude haben. Dafür sollen Verträge mit grossen US-Verlegern geschlossen worden sein. Das ganze kommt ohne DRM-Schutz - Raubkopierer wirds freuen. E-Mails lassen sich auf dem grossen Bildschirm problemlos lesen. User mit Wurstfingern dürften sich dank der grossen Tastatur kaum mehr vertippen. Auch Google Maps ist wie zu erwarten mit an Bord, inklusive ... ... dem hierzulande umstrittenen Kartendienst Street View. Die Akkulaufzeit soll satte zehn Stunden betragen. Auch zum Anschauen von Filmen soll sich das iPad gut eignen. Gamer-Herzen dürften höher schlagen. Alle Apps sollen auch auf dem iPad laufen, Games machen den Grossteil davon aus. Der SDK für die Entwickler wird heute noch freigegeben. Im Innern arbeitet ein 1 GHz Prozessor. Das Lesen, bzw. Anschauen von Nachrichten wird sich mit dem iPad ändern. Es ist davon auszugehen, dass viele Verlage eine iPad-optimierte Version ihrer Online-Ausgabe anbieten werden. Das iPad kommt mit einem 9,7-Zoll-Display und einer Flash-Speicherkapazität von 16, 32 oder 64 Gigabyte zu den Kunden. Es ist um die 700 Gramm schwer. iWork: Dokumente, Tabellenkalkulationen und Präsentationen leicht gemacht. Der Tablet von Apple funkt im WLAN wie auch im Mobilfunknetz. In 60 Tagen kommt die WLAN-Version, in drei Monaten die 3G/WLAN-Version - allerdings erst in den USA und ausgewählten Ländern. Ausserhalb der USA soll das iPad in zwei Monaten angeboten werden - vorerst nur in der WLAN-Version. Bei AT&T erhalten US-Kunden für 14.99 US-Dollar 250 MB pro Monat. Wem dies nicht reicht, kann eine Flatrate lösen. Sie gibt es für 29.99 US-Dollar. Auch die Preise für das Gerät stehen fest. Telefonieren lässt sich mit dem iPad nur über VoIP - und Fotos lassen sich auch keine schiessen. Multitasking und Flash beherrscht er auch nicht. «Keyboard Dock»: Für alle die lieber mit einer richtigen Tastatur schreiben. 140'000 Applikationen werden mittlerweile im App Store angeboten. IT-Guru Walter Mossberg ist natürlich auch mit von der Partie.

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Steve Jobs hatte in seiner Keynote zwar auch Zahlen zu verfügbaren Apps und Apple Stores im Gepäck. Wirkliche Begeisterung konnten 140 000 und 284 aber kaum wecken, obwohl sie neue Rekorde sind. Denn im Mittelpunkt der Veranstaltung «Come See Our Latest Creation» in San Francisco stand das iPad, ein Tablet-PC mit einem kapazitiven 9,7-Zoll-Multitouch-Display das eine Auflösung von 1024 x 768 Pixeln bietet. Wie 20 Minuten Online berichtete, kommt der Rechner wahlweise mit 16, 32 oder 64 Gigabyte-Flashspeicher zum Kunden. Im Inneren werkelt ein von Apple entwickelter Prozessor namens A4, der mit einem Gigahertz getaktet ist. Das iPad misst rund 24 x 19 x 1,3 Zentimeter. Das Version mit WLAN bringt etwa 680, die Variante mit 3G 730 Gramm auf die Waage.

Von der Frage abgesehen, ob es das oder der iPad heisst, hat der jüngste Auftritt des Apple-Bosses weitere Fragen aufgeworfen, die sich in einer zusammenfassen lassen: Warum hat der IT-Konzern aus Cupertino so viele augenscheinliche Mängel des Tablet-Rechners zugelassen?

Noch ist nicht bekannt, welches Betriebssystem auf dem iPad läuft. Es erinnert ans iPhone OS - und leider auch an zwei seiner wesentlichen Schwachpunkte. Flash wurde in der Präsentation ebenso wenig unterstützt wie vom Apple-Smartphone, was das Anschauen von Web-Videos und animierten Webseiten im Browser unmöglich macht. Ausserdem scheint das iPad nicht multitaskingfähig zu sein. Man kann also beispielsweise nicht den Browser im Hintergrund geöffnet lassen, während man eine E-Mail schreibt. Wäre das anders, hätte es sich Steve Jobs vermutlich nicht nehmen lassen, explizit darauf hinzuweisen.

Filme mit schwarzen Balken

Das Display misst rund 19 x 13 Zentimeter, hat also 16:11-Format. Wer viele Web-Videos und Filme schaut, hätte sicherlich gern eine 16:9-Variante. Und für Blockbuster, aber auch Musik kann man eigentlich nie genug Speicherplatz haben. Maximal bringt das iPad aber 64 Gigabyte mit - zu wenig für unseren Geschmack. Überdies würden viele Nutzer ihren Tablet-PC sicherlich gern mal über ein HDMI-Kabel mit ihrem Fernseher verbinden. Das geht aber nicht, denn einen entsprechenden Anschluss bringt das iPad wohl nicht mit. Auch beim iPhone und neueren MacBooks lässt sich der Akku nicht ohne Weiteres austauschen. Das iPad tanzt hier leider nicht aus der Reihe.

Zwar hat der iPad Lautsprecher und Mikrofon, so dass man über VoIP-Anbieter wie Skype telefonieren kann. Video-Chat oder -Telefonie ist allerdings nicht möglich, denn eine Kamera suchten wir vergebens. Ausserdem auf der Mängelliste: GPS. Nutzer, die ihren Standort bestimmen möchten, müssten dies über WLAN tun und eine Datenbank abfragen. Das führt in der Regel zu ungenaueren Ergebnissen als jenen, die mit Hilfe eines GPS-Moduls wie es das iPhone hat, möglich sind.

An der Börse scheint der Tablet-PC übrigens auch keine Euphorie ausgelöst zu haben: Apples Aktie gewann aber immerhin an der Wall Street bis Börsenschluss etwa ein Prozent.

Schreiben Sie uns bitte im Talkback: Was halten Sie vom iPad? Sind auch Ihnen diese Mängel aufgefallen oder können Sie es kaum erwarten, bis Apples Tablet-PC in die Schweiz kommt?


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  • Blubb am 21.06.2010 19:12 Report Diesen Beitrag melden

    Genau so rofl

    "Was das IPad kann, beherrscht sogar mein nokia N97 besser, und auch meine PSP hat mehr anschlüsse als das iPad schrauben. wenn ich so ein apple-schrott-ding mal gratis bekomme habe ich eine gute zielscheibe für auf dem schiessstand." Endlich ma einer der meine Meinung teilt. Apple soll den I-Rotz behalten

  • Orange am 13.04.2010 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Hey Apple

    Wenn die Produkte gleich gut wären wie das Marketing wäre ich schon lange umgestiegen. Das Gerät erfüllt aber absolut seinen Zweck, man kann sich damit wichtig machen,was essentiell für den "Apple-Lifestyle" ist.

    • Ich&Ich am 13.04.2010 18:35 Report Diesen Beitrag melden

      Probiers doch mal aus...

      ...dann wirst du sehen dass sie noch besser sind als das Marketing!

    einklappen einklappen
  • Apple am 12.04.2010 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Apple

    HAbe eine frage ist das Ipad nicht wie ein Laptop