Rettungsversuch

04. Januar 2012 12:24; Akt: 06.01.2012 19:08 Print

BlackBerry setzt auf Preisoffensive

400 Dollar billiger: Um die schleppenden Verkaufszahlen ihres Tablets anzukurbeln, bietet BlackBerry das PlayBook zum Discountpreis an.

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Das PlayBook von BlackBerry kostet neu 299 US-Dollar. Dabei ist es egal, ob man sich für die 16-, 32-, oder 64-Gigabyte-Version entscheidet.

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Der Versuch, im Tablet-Geschäft Fuss zu fassen, hat sich für den kanadischen BlackBerry-Anbieter RIM bislang nicht gelohnt. Apples Vorherrschaft mit dem iPad scheint ungebrochen zu sein. Während RIM im dritten Quartal 2011 150 000 PlayBook-Tablets in den Handel geliefert hatte, verkaufte Apple in der gleichen Zeitspanne über elf Millionen iPads.

Mit einer massiven Preissenkung versucht RIM nun den schleppenden Verkauf anzukurbeln. Die Topversion mit 64 Gigabyte Speicher wird über den eigenen Online-Verkaufskanal für 299 anstelle von 699 US-Dollar angeboten. Unverständlich ist dabei, dass auch die 16- und die 32-Gigabyte-Variante 299 US-Dollar kosten. Bislang wurde die Rabatt-Aktion nur im amerikanischen und kanadischen Markt lanciert.

Nachfrage nach Billig-Tablet ist gross

Hewlett Packard verfolgte im vergangenen August sehr erfolgreich eine ähnliche Strategie. Kurz nachdem der Ausstieg aus dem unrentablen Geschäft mit Tablet-PCs und Smartphones verkündet worden ist, senkte HP den Preis für das TouchPad von 399 auf 99 US-Dollar. Die auf webOS basierenden Geräte gingen weg wie warme Semmel.

Positiv überrascht von der Geschwindigkeit, mit der die Lagerbestände leergefegt wurden, entschied sich die Geschäftsleitung, die TouchPad-Produktion vorübergehend erneut hochzufahren.

Ob BlackBerry mit 299 US-Dollar den Preis für ein PlayBook tief genug angesetzt hat, damit ihr Tablet-Geschäft doch noch in die Gänge kommt, wird sich zeigen. Sicher ist, dass die Konkurrenz die Entwicklung mit Argusaugen beobachten wird.

Im Test schlecht abgeschnitten

Im Test von 20 Minuten Online vermochte die Hardware-Ausstattung des Playbooks zwar zu überzeugen, im Gesamteindruck schnitt das Tablet allerdings schlecht ab. Einer der Hauptgründe liegt beim bescheidenen App-Angebot. Auch die Tatsache, dass ein BlackBerry-Smartphone benötigt wird, um elementare Tablet-Funktionen wie E-Mail und Kalender nutzen zu können, wurde als Manko eingestuft.

(mbu)