True Companion

11. Januar 2010 11:25; Akt: 06.01.2011 18:13 Print

«Roxxxy ist hemmungslos»

von Henning Steier, Las Vegas - Auf der Adult Entertainment Expo konnte man viele grosse Pornostars treffen. Einer stahl jedoch fast allen die Schau: der erste Sex-Roboter der Welt. 20 Minuten Online hat mit seinem Entwickler gesprochen und zeigt, welche Technologien die Erotikbranche ausserdem in Las Vegas präsentierte.

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«Nicht anfassen!», ruft Douglas Hines immer wieder und hebt hektisch einen Arm in Richtung der Fans, von denen jeder zweite zumindest einen Finger auf Roxxxy legen möchte. Während die Stars der Pornobranche wie Jesse Jane und Sunny Leone sich klaglos mit ihren Anhängern fotografieren und dabei auch anfassen lassen, ist dies am Stand des Unternehmens True Companion strikt verboten. Denn im Inneren von Roxxxy ist teure Elektronik verborgen. Firmen-Boss Hines feierte sie auf der gestern zu Ende gegangenen Adult Entertainment Expo (AEE) als «ersten Sex-Roboter der Welt». Traditionell findet die Messe parallel zur Consumer Electronics Show (CES), der weltweit bedeutendsten Ausstellung für Unterhaltungselektronik, statt. Und so nutzten auch in diesem Jahr viele CES-Besucher ihre Reise in die Wüste von Nevada, um sich ebenfalls auf der Erotik-Schau umzusehen.

Nachdem 20 Minuten Online auf der CES unter anderem fünf Technik-Trends für 2010 ausgemacht, das erste reine Google-Handy getestet und Interessantes von Microsoft erfahren hatte, wollten wir wissen, was die AEE in Sachen Technologie zu bieten hat. Wie in der obigen Bilderstrecke zu sehen ist, präsentierten freizügige Hostessen unter anderem pornografische Videospiele, 3D-Strip-Shows fürs Heimkino und einen Sex-App-Store, der eigentlich keiner ist. Zu den am dichtesten umlagerten Ständen gehörte der von Sex-Roboter Roxxxy, dessen Chef-Entwickler sich trotzdem Zeit für ein Interview mit 20 Minuten Online nahm, in dessen Verlauf er - wie erwähnt - aber immer wieder abgelenkt wurde.

20 Minuten Online: Wie sind Sie auf den Namen Roxxxy gekommen?
Douglas Hines: Wir haben nach einem gesucht, der die Fantasie anregt.

Gibt es Wünsche, welche Roxxxy nicht erfüllt?

Sie ist hemmungslos und wird daher versuchen, ihren Partner glücklich zu machen. Dazu bringt sie ein Gewicht von rund 60 Kilo bei einer Grösse von 1,70 Meter mit. Sie trägt übrigens gut gefüllte BHs der Grösse C.

Und ihre inneren Werte: Welche Technologie steckt in Roxxxy?

Im Gehäuse, welches grösstenteils aus Latex besteht, findet man unter anderem einen Atom-Prozessor, zwei Gigabyte Arbeitsspeicher, Beschleunigungs- und Berührungssensoren.

Und wie viel haben Sie in die Entwicklung von Roxxxy investiert?
Insgesamt hat sie etwa zweieinhalb Jahre gedauert und 500 000 bis eine Million US-Dollar verschlungen.

Wie wollen Sie verhindern, dass den Kunden langweilig wird?
Roxxxy kommt mit fünf vorinstallierten Profilen zum Nutzer - unter anderem Frigid Farah und Wild Wendy. User können eigene Profile erstellen und diese gegen eine monatliche Gebühr über unsere Webseite truecompanion.com mit anderen Besitzern teilen. Man kann aber auch den Zugriff zeitlich beschränken, also zum Beispiel Horny Helen einem Freund nur samstags von 19:00 bis 20:00 Uhr zur Verfügung stellen.

Was kostet Roxxxy?
Zwischen 7000 und 9000 US-Dollar. Es hängt davon ab, welche Wünsche man hat. Vor der Bestellung kann man sie auf unserer Homepage eingeben. Wenn man Fussball mag, mag Roxxxy diesen Sport auch. Denn es geht nicht nur um Sex. Die Kunden sollen eine Partnerin für alle Lebensbereiche bekommen. Selbstständig fortbewegen kann Roxxxy sich allerdings nicht.

Ist das etwas, was die nächste Version des Roboters können soll?
Das kann ich noch nicht sagen. Was ich aber verraten darf: Wir arbeiten bereits an einem männlichen Pendant namens Rocky.

Wie viele Exemplare von Roxxxy werden Sie verkaufen?
Hoffentlich einige Hundert. 1000 wären ein Traum.

Wann hatten Sie die Idee, solche Roboter zu entwickeln?

Ich habe mich vorher unter anderem beim Unternehmen Bell Labs mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Als ich einen Freund am 11. September 2001 in den Trümmern des World Trade Centers verlor, schwor ich mir, seine Persönlichkeit digital zu konservieren. Das Programm, welches ich danach schrieb, ist die Basis für Roxxxy.