Internet-Kriminalität

26. Februar 2010 13:57; Akt: 26.02.2010 14:18 Print

Microsoft will Spammern an den Kragen

Computer, die von einen sogenannten Botnetz missbraucht werden, sollen vom Internet isoliert werden. Die Redmonder haben von einem US-Gericht die Erlaubnis bekommen, gegen das Botnet Waledac vorzugehen.

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Microsoft versus Waledac: Über das Botnet sollen täglich 1,5 Milliarden Spam-Mails verschickt werden.

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Botnetze, die sich aus tausenden Computern oft ahnungsloser Nutzer zusammensetzen, sind die Hauptquelle zum Beispiel für die massenweise Verbreitung von Spam oder Spionage- Software. Vor einem US-Bundesgericht in Virginia hat Microsoft für seine Pläne in dieser Woche grünes Licht erhalten. Ein in der Branche schon länger bekanntes Computer-Netzwerk für den Spam-Versand sei bereits abgeschaltet worden, heisst es in einem Microsoft-Blog.

Der Abschaltung seien Monate technischer und rechtlicher Vorbereitung in enger Zusammenarbeit mit anderen Industriepartnern sowie Behörden und Universitäten vorangegangen, berichtete Microsoft. Das in Expertenkreisen bereits bekannte Botnetz «Waledac» sei eines der zehn grössten seiner Art in den USA. Es wird geschätzt, dass das Netz über 1,5 Milliarden Spam-Mails pro Tag absetzen kann. Es besteht aus Hunderttausenden Computern, die voraussichtlich ohne Wissen ihrer Benutzer infiziert worden sind.

Verbindungen nach China

Nach der richterlichen Genehmigung sollte nun der Domain- Verwalter VeriSign insgesamt 277 verdächtige Internet-Adressen vom Netz nehmen, die, so der Verdacht, vermutlich von Kriminellen direkt gelenkt werden. Nach Angaben des «Wall Street Journal» gibt es bei dem Botnetz auch direkte Verbindungen zu China. Diese erste Massnahme ihrer Art sei allerdings keine «Wunderwaffe», heisst es bei Microsoft. Die mit dem Netz verbundenen Computer seien dadurch noch nicht von ihrer Infektion gesäubert.

(sda)