Surface

07. April 2009 12:55; Akt: 07.04.2009 18:02 Print

PC der Zukunft erfordert Fingerspitzengefühl

von Henning Steier - Microsofts Multitouch-Tisch macht Maus und Tastatur überflüssig. 20 Minuten Online hat sich den 15 000-Franken-Rechner näher angeschaut.

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen
Video: 20 Minuten Online Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Steve Ballmer ist bekannt für seine exzentrischen Auftritte. Seinen Schlachtruf «Developers, developers, developers» schauten sich bislang Hunderttausende bei YouTube an. Und auch bei der Vorstellung des Computertisches Surface im Mai 2007 war der Microsoft-Boss nicht um grosse Worte verlegen. «Wir sehen hier einen Multimillionen-Dollar-Markt, weil diese Technologie alle Lebensbereiche durchdringen wird. Wie wir einkaufen, essen und unsere Freizeit gestalten - alles wird sich ändern», sagte Ballmer auf der «D: All Thing's Digital»-Konferenz im kalifornischen Carlsbad.

Für 15 000 Franken erhältlich

Im Frühjahr 2008 kamen die Surface-Rechner auf den Markt. Zu den ersten Abnehmern gehörten ein Casino in Las Vegas und der US-Telekomanbieter AT&T. «Hierzulande wird Surface im dritten Quartal für 15 000 Franken erhältlich sein», sagte Christof Zogg 20 Minuten Online. Zogg kümmert sich bei Microsoft Schweiz um die Einführung neuer Technologien. Gemeinsam mit seinem Kollegen Sascha Corti, Spezialist für Entwicklungsplattformen, zeigte er 20 Minuten Online, was Surface kann. Im obigen Video können Sie sehen, warum Surface unter anderem für Banken, Hotels und gut verdienende DJs interessant sein soll. Denn bei diesem Verkaufspreis ist das Gerät eindeutig auf Geschäftskunden ausgerichtet.

In der Basisversion sind auf dem Multitouch-Tisch bereits zehn Applikationen vorinstalliert. Dazu zählen Spiele wie Schach und Backgammon sowie das Malprogramm «Paint». «Microsoft arbeitet weltweit mit 120 Partnern zusammen, die kundenspezifische Surface-Lösungen entwickeln», sagt Zogg. Die Anpassung des Geräts an die Wünsche des Nutzers sei allerdings nicht im Preis enthalten.

Kein Hochleistungsrechner

Surface ist ein durchschnittlicher Vista-Rechner, der einen Intel Dual Core mit 2 Gigahertz und 2 Gigabyte Arbeitsspeicher hat. Ausserdem ist eine Grafikkarte der Serie Radeon X1650 an Bord. Das 30-Zoll-Display im 4:3-Format bietet eine Auflösung von 1024 x 768 Pixeln. Auf den ersten Blick kann der Betrachter sich des Eindrucks nicht erwehren, ein überdimensionales iPhone vor sich liegen zu haben. Auf den zweiten Blick sieht man dann aber das in Schwarz gehaltene Rechnergehäuse, das sich unter dem Acrylglas-Display verbirgt. Somit misst der gesamte Rechner etwa 55 x 53 x 107 Zentimeter. Die intuitive Bedienung des Rechners wird durch fünf in den Tisch integrierte Kameras ermöglicht. Ausserdem hat der Computer Bluetooth und Wifi zu bieten. Wer mag, kann aber auch per Netzwerkkabel ins Internet gehen. Nutzer kommen ohne Tastatur und Maus aus, die daher nicht mitgeliefert werden. Praktisch: Dateien von Digitalkameras oder Handys werden automatisch von Surface ausgelesen und angezeigt, sobald ein Gerät auf der Oberfläche abgestellt wird.

Vier Personen können sich bequem um den an einen Couchtisch erinnernden Surface gruppieren. Sein Multitouch-Potenzial kann er dann aber nicht ausreizen. Denn er kann bis zu 50 verschiedene Berührungen gleichzeitig erkennen, also könnten fünf Leute ihre beiden Hände gleichzeitig auf dem Bildschirm platzieren und Anwendungen nutzen - sofern dies die oben erwähnte, nicht besonders ausgeprägte Rechenkraft zulässt. Denn unser Testexemplar musste einige Male neu gestartet werden, wenn mehr als drei Programme gleichzeitig aktiv waren. Pluspunkte gibt es hingegen für das präzise reagierende Display. Selbst seit Jahren auf dem Heim-PC nicht mehr benutzte, langweilige Programme wie «Paint» machen wieder Spass, wenn man das Gefühl hat, dass die Finger zu virtuellen Pinseln werden.

Surface 2.0 wird entwickelt

Microsoft arbeitet nach einem Bericht der BBC bereits an einer zweiten Version von Surface. Diese soll aber nicht vor 2011 in die Läden kommen. Surface 2.0 soll unter anderem eine zweite Ebene projizieren können. So wären Nutzer in der Lage, beispielsweise Kombinationen von Satellitenbildern und Strassenkarten anzuschauen. Ausserdem soll die neue Surface-Variante Gesten auch interpretieren können, wenn die Finger den Touchscreen nicht berühren. Nicht zuletzt soll Microsoft die Auflösung verbessern wollen.

Verkaufszahlen des Surface hat Microsoft bislang nicht genannt. Neue Technologien rufen meistens auch Spötter auf den Plan, die ihren Nutzwert bezweifeln. So auch in diesem Fall. Sehen Sie im Clip, was den Machern von SarcasticGamer.com zu Microsofts Innovation eingefallen ist.


Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen