PostAuto-Chef verspricht

10. Dezember 2012 07:00; Akt: 10.12.2012 09:49 Print

«Wegen WiFi steigen die Billettpreise nicht»

Gratis-WLAN für Landeier: Bis im Frühling sollen drei Viertel aller Postautos mit WiFi ausgerüstet sein. PostAuto-CEO Daniel Landolf über Vorteile und Risiken vom mobilen Internet in der gelben Klasse.

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Die PostAuto-App wurde im vergangenen Juni lanciert und ist schweizweit bereits 75'000 Mal heruntergeladen worden. Nun wird das Angebot um zwei wichtige Punkte erweitert: Für iPhone- und Android-Nutzer stehen die Abfahrts- und Ankunftszeiten der PostAuto-Linien in mehreren Regionen neu auch in Echtzeit zur Verfügung. So sieht man auf einen Blick, ob man sich sputen muss oder man es wegen einer Verzögerung etwas gemütlicher nehmen kann. Und: Die Fahrplanfunktion liefert neu alle Fahrplaninformationen des öffentlichen Verkehrs der Schweiz, wie man es von der SBB bereits kennt.

Herr Landolf, Sie sind seit 12 Jahren CEO der Postauto AG. Was fasziniert Sie an Ihrem Job?
Daniel Landolf: ÖV und Mobilität sind Wachstumsmärkte, in denen wir immer wieder Mehrwerte für die Kunden schaffen können. Das finde ich spannend.

Was war bislang die grösste Herausforderung in Ihrer Karriere?
Die grösste Herausforderung war und ist, das Unternehmen immer weiterzuentwickeln. Dazu gehören ein gutes ÖV-Angebot, moderne Fahrzeuge, aber auch Innovationen wie zum Beispiel die PostAuto-App mit dem schweizweiten Ort-zu-Ort-Fahrplan oder das BikeSharing-Service PubliBike.

Bis im kommenden Frühling sollen 70 Prozent der Fahrzeuge mit WiFi ausgerüstet werden. Sind Sie auf Kurs?
Ja, nach heutigem Stand der Umsetzung sollten wir das Ziel erreichen.

Nutzen die Passagiere öfter das Postauto, seit das WiFi-Angebot eingeführt worden ist?
Wir haben dazu keine Zahlen. Ein Chauffeur hat mir aber einmal besorgt gesagt, dass er befürchtet, dass wegen WiFi viele Jugendliche die ganze Zeit im PostAuto verbringen und im Internet surfen. Tendenziell könnten also die Fahrgastzahlen steigen. Das ist aber nicht das primäre Ziel. Vielmehr geht es darum, einen Mehrwert zu bieten.

Wie viel kostet der Ausbau des WiFi-Angebots?
Es handelt sich um einen sechsstelligen Betrag, der von der Post getragen wird.

Müssen Passagiere in Zukunft mit höheren Billettpreisen rechnen?
Nein, wegen des WiFi-Angebots steigen die Billettpreise nicht.

Sind künftig Mobile-Tickets eine Alternative zum herkömmlichen Ticketverkauf durch den Chauffeur?
Wir prüfen derzeit die Einführung mobiler Tickets. Entschieden ist aber noch nichts.

Sind weitere technische Ausbauschritte geplant?
Ja, wir arbeiten ständig daran, uns weiter zu entwickeln. Welche Innovationen wir bringen, verraten wir Ihnen, wenn es so weit ist.

Dieses Interview wurde schriftlich geführt.

(mbu)