Projekt Megabox

27. September 2012 11:51; Akt: 27.09.2012 13:33 Print

Kim Dotcom will iTunes neu erfinden

MegaUpload-Gründer Kim Dotcom ist illegal ausspioniert worden vom neuseeländischen Geheimdienst. Das hält den umtriebigen Internet-Millionär nicht von der nächsten «Revolution» ab.

(Quelle: youtube.com/MrKimDotcom)
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Kim Schmitz alias Kim Dotcom hat ein weiteres Teaser-Video zu seinem Megabox-Projekt veröffentlicht. Der vom FBI und der amerikanischen Unterhaltungsindustrie gejagte Internet-Unternehmer will offenbar Ernst machen. Auf MegaUpload soll Megabox folgen. Sein erklärtes Ziel ist ein Cloud-Musikdienst, der über Werbung finanziert wird und die Künstler direkt entschädigt. Die von US-Unternehmen dominierte Musikindustrie soll quasi links liegengelassen werden (20 Minuten Online berichtete).

Die Nutzer von Megabox sollen von überall her via Internet Zugriff auf ihre Songs haben. Wie der auf Filesharing-News spezialisierte Blog TorrentFreak berichtet, können Songs auf der Megabox-Plattform käuflich erworben, auf den Servern gespeichert und heruntergeladen beziehungsweise gestreamt werden.

Gratis-Musik dank Online-Werbung

Als revolutionär wird die Möglichkeit bezeichnet, Songs gratis zu beziehen. Dies soll möglich sein, indem man die sogenannte Megakey-Software installiert. Dabei handelt es sich um einen Ad-Blocker: Wenn man im Internet surft, werden rund 15 Prozent der Anzeigen auf den Webseiten durch Megabox-Werbung ausgetauscht. Megabox wird also die fremden Anzeigen durch eigene ersetzen und mit dem Erlös auch die Künstler entschädigen.

Diese Lösung soll es den Inhalte-Erschaffern erlauben, 90 Prozent der Einnahmen zu behalten und an den Gratis-Downloads zu verdienen. «Ich habe eine Innovation geschaffen, die das Piraterie-Problem lösen könnte», sagt Dotcom gewohnt unbescheiden. Damit das Megabox-Geschäftsmodell aufgeht, müssten die Nutzer allerdings bereit sein, die Megakey-Software auf ihren Computern zu installieren.

Wann Megabox lanciert wird, ist offen. Angeblich noch in diesem Jahr. Dotcom versucht den Eindruck zu vermitteln, dass die Entwicklung der Plattform weit fortgeschritten sei. «Coming soon», heisst es im Promo-Video.

(Quelle: youtube.com/MrKimDotcom)

Illegal ausspioniert

Die neuen Pläne von Kim Dotcom dürften für einiges Kopfzerbrechen sorgen bei den potenziell betroffenen Unternehmen der Unterhaltungsindustrie. Der gebürtige Deutsche, der in Neuseeland unter Hausarrest steht, wartet auf die nächste Gerichtsverhandlung. Die USA werfen ihm massive Internet-Piraterie vor und verlangen seine Auslieferung - er soll mit der MegaUpload-Plattform und weiteren Filesharing-Webseiten gegen das Urheberrecht verstossen haben.

Wie sich nun herausstellt, haben die Gegner des umtriebigen Geschäftsmannes nichts unversucht gelassen. Der neuseeländische Geheimdienst GCSB hat Dotcom sogar illegal ausspioniert. Das geht aus einem am Donnerstag von Ministerpräsident John Key veröffentlichten Untersuchungsbericht hervor.

Nach neuseeländischem Recht darf die Behörde nur ausländische Staatsbürger bespitzeln. Laut dem jüngsten Untersuchungsbericht heftete sich GCSB jedoch an die Fersen des in Kiel als Kim Schmitz geborenen Dotcom, nachdem dieser 2010 eine Aufenthaltsgenehmigung für Neuseeland erlangt hatte.

Key zeigte sich in einer Stellungnahme «sehr enttäuscht» über das fehlende Verständnis für rechtliche Verpflichtungen bei der Behörde. GCSB räumte das Fehlverhalten ein und der neuseeländische Premier entschuldigte sich öffentlich bei Dotcom. Welche Informationen der Geheimdienst über Dotcom einholen konnte, ist unklar.

(dsc/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P.H. Nahas am 27.09.2012 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Illusion

    Icher nicht jemand, der bei alledem die Abzweigung ins eigene Portemonnaie vrgessen ha! Obschon das Umgehen der grossen Musikkonzerne durchaus begrüssenswert ist und nichts Unmoralisches an sich hat.

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  • Morris Siegenthaler am 27.09.2012 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Spotify

    ist Spotify nicht das gleiche oder zumindest sehr ähnlich?

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  • Paul am 27.09.2012 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld für die Inhalterschafer

    Was ist den mit den Webseiten wo die Werbung umgestellt wird? Diese werden dadurch über die Zeit geringere Einnahmen habe. Also ist es eine reine Umverteilung unter Inhaltserschaffern... Die Idee ohne Label mag ja gut sein (wenn auch nicht neu) aber am der Umsetzung happert es gewaltig

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Die neusten Leser-Kommentare

  • stefan am 27.09.2012 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Hat die Schweiz schon

    für die, dies immer noch nicht wissen - 90% Auszahlung an die Künstler gibt es von einer Schweizer Firma schon:

    • kim komma am 27.09.2012 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ja klar

      ja? dann muss ich umbedingt wechseln, bin bei der SUISA...

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  • Morris Siegenthaler am 27.09.2012 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Spotify

    ist Spotify nicht das gleiche oder zumindest sehr ähnlich?

    • Roland am 27.09.2012 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      doch.. aber

      Doch aber spotify kostet im monat.. Das andere soll mit werbung finanziert werden

    • Thomas am 27.09.2012 13:52 Report Diesen Beitrag melden

      Aber ja doch...

      spotify gibts doch auch gratis, finanziert durch (jetzt kommts...) Werbung!

    • Yuno Orion am 27.09.2012 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      x.x

      Wer lesen kann ist klar im Vorteil, bei Spotify kann man Musik nicht runterladen beim zukünftigen megabox schon das ist ein grosser Unterschied

    • Sorry Thöme am 27.09.2012 17:37 Report Diesen Beitrag melden

      Aber doch ja...

      aber nicht auf dem (jetzt kommst...) Handy!

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  • Paul am 27.09.2012 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld für die Inhalterschafer

    Was ist den mit den Webseiten wo die Werbung umgestellt wird? Diese werden dadurch über die Zeit geringere Einnahmen habe. Also ist es eine reine Umverteilung unter Inhaltserschaffern... Die Idee ohne Label mag ja gut sein (wenn auch nicht neu) aber am der Umsetzung happert es gewaltig

    • d.d. am 27.09.2012 13:31 Report Diesen Beitrag melden

      Das muss

      ihn ja nicht interessieren.....

    • Nara am 28.09.2012 16:07 Report Diesen Beitrag melden

      Egal

      Ist doch egal. Ich (wie viele andere auch) nutze einen Ad-Blocker -> Die Websites machen keine Werbeeinahmen. Aber wenn ich dafür gratis musik downloaden kann, und die Künstler was verdienen, würd ich mir die Werbung im Browser halt angucken...

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  • eierDotter am 27.09.2012 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    immer weiter

    ideen hat er ja unser vorzeige smilie aus good old germany. dank der amerikanischen und neuseeländischen behörde bekommt er kostenlose werbung. tättoowiert ihm doch gleich ein "Pirat Made in Germany" auf die stirn. mr kim wird das nicht umhauen, der macht mit dem tattoo noch mehr gewinn. kim rules the alt-backen system copyright ist eine alten herren erfindung.

  • M. Wichtig am 27.09.2012 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spotify

    Gibt es alles schon... Spotify ist genial und baut gebau auf diesem Prinzip auf.

    • Benjamin Wiedmer am 27.09.2012 13:00 Report Diesen Beitrag melden

      Lesen...

      Nope, du musst keine Musik 'Kaufen' dies übernimmt die Werbung bei Spotify. Spotify ist nur ein Sharing Portal welches Musik "Streamt" und nichts anderes. Dies mag zwar noch ein Rechtliches Schlupfloch sein aber nicht mehr lange. Schliesslich bekommt der Künstler kein Geld fürs anhören...

    • Blas Phemie am 27.09.2012 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      Spotify u.a. rentieren besser als Radio!

      Bei Spotify bekommt der Künstler sehr wohl Geld! Auch wenn es nach wenig aussieht ist es immer noch um Faktoren höher als beim "gewöhnlichen" Radio, verglichen mit den Hörerzahlen ... aber die Internettler sind ja die Bösen und die Radiosender aus Prinzip die Lieben.

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