Piktogramme als PIN

18. Juni 2015 07:42; Akt: 18.06.2015 07:42 Print

Emojis machen Passwörtern Konkurrenz

von T. Bolzern - Keine Buchstaben, keine Zahlen: IT-Experten wollen Passwörter durch Emojis ersetzen. Das sei sicherer und auch einfacher in der Handhabung.

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Pinguin, Feuer, Gitarre und Diamant: Mit einer solchen Abfolge von Piktogrammen könnten wir in Zukunft Handys entsperren und gar Zugriff aufs E-Banking erhalten. Das ist zumindest die Vision von britischen Sicherheitsexperten der Firma Intelligent Enviroments.

Jetzt haben die Sicherheitsforscher eine Demo veröffentlicht, die zeigt, wie das gehen soll. Insgesamt 44 Piktogramme stehen zur Auswahl, um sich das eigene Passwort zu zimmern. Vom Würfel hin zum Fussball oder einem lachenden Kothäufchen ist alles dabei.

Laut David Webber von Intelligent Enviroments können mit den 44 Emojis rund 480-mal mehr Kombinationen gebildet werden als bei einem PIN-Code mit vier Zahlen. Das sei so sicher, dass es sogar fürs E-Banking tauge, ist Webber überzeugt – allerdings nur in Verbindung mit weiteren Passwörtern.

«Äffchen oder ä – dem System ist das egal»

Laut dem Schweizer IT-Sicherheitsexperten Marc Ruef ist es durchaus denkbar, dass in Zukunft Passwörter durch Emojis ersetzt würden: «Ob ich nun a, ä oder ein Äffchen in meinem Passwort habe, interessiert eine Software im Grunde nicht», so der Experte der Firma Scip AG. Gerade Sonderzeichen seien ein bewährtes Mittel, um die Komplexität von Passwörtern zu erhöhen. «Unter dem Strich sind Emojis einfach spezielle Sonderzeichen», so Ruef.

Piktogramme statt Zahlen: So sollen wir künftig Passwörter eintippen. (Video: Vimeo/IntelligentEnviroment)

Einfacher zu merken als PIN

Weitere Vorteile sieht Ruef darin, dass sich mit Emojis Geschichten bilden lassen: «Ein Affe möchte eine Banane, steigt in sein Auto und bezahlt diese mit Euros.» Für einige dürfte dies einfacher zu merken sein als ein vierstelliger PIN-Code. Manche Menschen denken in Zahlen, andere in Mustern und wiederum andere in Bildern. «Letzteren könnte mit Emojis der Zugang zu hochkomplexen Passwörtern erschlossen werden», sagt Ruef.

Allerdings gibt der Sicherheitsexperte zu bedenken, dass Emojis nicht von allen Systemen gleich dargestellt werden. «Wenn man ein Emoji für die Eingabe braucht, das aber nicht verfügbar ist, wird eine Anmeldung zu einem buchstäblichen Blindflug.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • krypt am 18.06.2015 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na toll

    je nach geschlecht und alter reduzieren sich dann die effektiv verwendeten emojis von 44 auf ein paar wenige.

  • User am 18.06.2015 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    Leichter in der Handhabung?

    Wieso denn? Nicht alle User haben Kindergartenniveau und finden Passwörter schwierig!

  • Bernhard am 18.06.2015 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich nicht nachvollziehen

    Also ich verstehe nicht ganz, wieso es einfacher sein soll ein Passwort mit Bildern zu merken?! Muss schwierig sein sich 4 Ziffern zu merken...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ndh. am 19.06.2015 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit.

    Weder Emojis noch Passwörter sind sicher! Alles ist knackbar! Fingerabdruck ist auch nicht das gelbe vom Ei. Einen gefälschten Fingerabdruck bekommt man schnell hin ich sage nur: Glasscheibe, Klebeband, Grafitpulver....) Eins der sichersten Methoden ist der Venenscanner! Ich kann mir aber im besten Willen nicht vorstellen wie der knackbar sein soll. Wer weiss, in ein paar Jahren gehört es zum Standard wenn die Preise fallen, zum Beispiel bei Handys am Flughafen oder allgemein in der Sicherheitsbranche.

  • Ana Logie am 19.06.2015 02:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hackhack

    Ein Passwort mit 4 "Bildern" zu knacken ist nicht schwieriger als ein Passwort mit 4 normalen Buchstaben oder Zahlen. Das geht sogar mit einer Brute-Force-Methode innerhalb einer Millisekunde. Die Länge machts aus.

  • Weiter Schliessen am 18.06.2015 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Emoji als Pin

    Wird nicht richtig gut ankommen... Man hätte zu viele Tasten und müsste suchen, ich persönlich habe liebe wenn es schnelle und sicher ist.

  • WeissIch NichtMehr am 18.06.2015 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Für Vergessliche ...

    ... und die am meisten verwendeten Emoji's erscheinen dann am Anfang? ;-)

  • oldboy am 18.06.2015 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Password, what else?

    Also ich bleibe bei meinem Passwort. Das sehe ich als das bis jetzt sicherste an. Da gibt es im Moment immernoch am meisten Möglichkeiten. Zahlen gibt es nur zehn Stück. Muster können oft auch von etwas weiter entfernt gut erkannt werden. Gesichtserkennung und Fingerabdruck kommen für mich nicht in Frage. Emojis sind zum Teil auch von weitem erkennbar. Und sie haben nicht einheitliche Zeichen-Codes. Sind also nicht einheitlich geregelt. Oder inzwischen doch?

    • ndh. am 19.06.2015 15:24 Report Diesen Beitrag melden

      Zehn Stück bei Zahlen.

      aber bis man das gehackt hat dauert es auch ein weile bis man bis auf 9999 durchprobiert hat..... Jedes Passwort ist knackbar sei es mit Worten oder mit Zahlen! Meines erachten eins der sichersten Verfahren ist der "Venen-Scanner". Für Privatpersonen unerschwinglich aber für Grosskonzerne durchaus einsetzbar.

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