Schwarzmarkt

07. September 2017 10:41; Akt: 07.09.2017 12:26 Print

Bis zu 15'000 Dollar für ein Instagram-Häkchen

Die blauen Verifizierungs-Häkchen sind Unternehmen und Promis vorbehalten. Als Normalo braucht man ein dickes Portemonnaie – und die richtigen Kontakte.

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Es scheint geradezu grotesk. Laut einem Bericht des Tech-Portals Mashable.com aus den USA bieten Mitarbeiter von Instagram für Geld Nutzern die Möglichkeit an, ihrem Account ein blaues Häkchen zu verpassen. Ein Geschäft, das offenbar boomt. Das Symbol dient in sozialen Netzwerken zur offiziellen Bestätigung der Echtheit eines Accounts. Privatpersonen bleibt das Verifizierung-Häkchen eigentlich verwehrt. Es sind in der Regel Unternehmen, Medien, Prominente und Politiker, die ein solches Häkchen bei Twitter, Facebook oder Instagram hinter ihrem Namen stehen haben.

Umfrage
Haben Sie ein Häkchen?
18 %
23 %
4 %
14 %
41 %
Insgesamt 1433 Teilnehmer

Dass die Symbole beliebt sind, ist bekannt. Vor allem Influencer und solche, die es noch werden möchten, schmachten für den blauen Haken. Im Netz gibt es deshalb zahlreiche dubiose Websites, die für Geld ein solches Statussymbol anbieten. Ob das dann auch tatsächlich funktioniert, steht auf einem anderen Blatt. Mashable testete die Effektivität solcher Dienste, in dem sie ihren eigenen Markennamen verifizieren liess. Im Netz, auf dem Schwarzmarkt, waren die Mittelmänner schnell gefunden.

Von einer Weinflasche bis 15'000 Dollar

Alle gaben sie an, Beziehungen zu Mitarbeitern von Instagram zu haben. Die Tarife der Mittelsmänner schwankten zwischen einer Flasche Wein und bis zu 15'000 US-Dollar. Preisdifferenzen gibt es offenbar auch zwischen den sozialen Netzwerken: Für ein Häkchen bei Facebook bezahlt man je nach Anbieter drei Mal weniger als bei Instagram. Und etwa knapp die Hälfte im Vergleich zu Twitter. Für die einzelnen Mitarbeiter in den Tech-Firmen, so schreibt Mashable, ist das Häkchen-Geschäft eine Goldgrube.

Oft handle es sich bei den Anbietern aber um Betrüger, oder der Antrag versandet im Unternehmen selbst. Die Chancen für ein Häkchen sind gut, je mehr Follower man hat, heisst es. Und die kann man ja ebenfalls kaufen.

Wer sich für den Erwerb eines Verifizierungs-Häkchens entscheidet, der läuft Gefahr, gesperrt zu werden. In den AGB ist nämlich vermerkt, dass die Nutzer für alle Aktivitäten auf ihrem Konto verantwortlich sind. Zudem stimmen Nutzer zu, dass sie das Konto, Anhänger, Benutzernamen oder andere Rechte nicht verkaufen, übertragen, lizenzieren oder abtreten.

(hau)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 07.09.2017 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Option fehlt

    In der Umfrage fehlt die Option: "Ich benutze Instagram nicht".

  • Chreazzy am 07.09.2017 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Minderwertigkeitskomplex

    Wie tief muss man eigentlich sinken, dass man sich besser und relevanter fühlt durch ein blaues Häkchen?

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  • Timmy am 07.09.2017 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Was für eine Scheinwelt...Tja wer darin leben will, hat im realen Leben nichts wofür es sich zu leben lohnt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • rogeriu am 08.09.2017 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    1'000 Instagram(m) = 1 Instakilogramm O D E R ?

  • Klugs C. Heisser am 07.09.2017 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    vorenthalten???

    Das im Teaser verwendete Wort "vorenthalten" sollte vermutlich "vorBEhalten" heissen. In der jetzigen Formulierung wird der Sinn der Aussage in genaue Gegenteil verkehrt.

  • Timmy am 07.09.2017 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Was für eine Scheinwelt...Tja wer darin leben will, hat im realen Leben nichts wofür es sich zu leben lohnt.

  • Sabrina am 07.09.2017 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne neue Welt...

    Und anderswo ertrinken Leute als Folge eines Hurricans oder haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren...

    • frank am 07.09.2017 14:46 Report Diesen Beitrag melden

      @sabrina

      total fasche aussage, diese menschen haben sich in zonen angesiedelt und breit gemacht, bei denen man von anfang an wusste, was passieren könnte und auch wird.... würde ich hier in der schweiz auch, extra unter einem berg mit geröll/lawinengefahr bauen und es passiert dann was und würde verschüttet, wie gross wäre wohl euer mitleid, wen ihr wüsstet, das man absichtlich dort hin gebaut hat? null mitleid oder, nur vorwürfe würde es hageln! ja aber eben, die armen menschen ja ja.....

    • Gabi am 08.09.2017 12:26 Report Diesen Beitrag melden

      Unterschied

      @frank: Mit dem Unterschied, dass es wohl für ärmere Leute schwirig ist eine Insel zu verlassen und sich an einem anderen Ort was neues aufzubauen.

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  • Chreazzy am 07.09.2017 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Minderwertigkeitskomplex

    Wie tief muss man eigentlich sinken, dass man sich besser und relevanter fühlt durch ein blaues Häkchen?

    • häkeln mit benni am 07.09.2017 14:54 Report Diesen Beitrag melden

      ja das ist definitiv

      der haken dabei! das sind leute mit tunnelblick, die das ganze schon gar nicht mehr sehen können.... 'die wahrnehmung ist auf bestimmte details fixiert' genannt zb schizophenie

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