Disconnect.me

24. März 2012 12:34; Akt: 24.03.2012 13:06 Print

Der ultimative Schutz vor den Daten-Kraken

von Daniel Schurter - Ex-Google-Leute haben ein Startup gegründet, das die Privatsphäre der Internet-Nutzer verteidigt. Ein Anti-Tracking-Tool hilft gegen den Datenhunger von Google, Facebook und Co.

storybild

«Disconnect» steht für die gängigen Web-Browser zur Verfügung. Die Installation ist mit einem Klick erledigt. (Bild: Keystone / disconnect.me)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenn du nicht für das Produkt bezahlst, bist du selbst das Produkt. Dieser Spruch, der von einem besorgten amerikanischen Internet-Nutzer stammt, ist aktueller denn je. Mächtige Unternehmen wie Google und Facebook scheffeln Millionen mit Online-Werbung und werden immer dreister, was den Umgang mit Nutzerdaten betrifft.

Tracking heisst der Vorgang, bei dem die digitalen Spuren der Nutzer erfasst und zur Auswertung an fremde Server übermittelt werden. Anhand von IP-Adressen, Standort-Angaben und persönlichen Informationen sind umfangreiche Bewegungsprofile möglich. Egal ob man im Web surft oder in einem sozialen Netzwerk aktiv ist: Aus allen Aktivitäten lässt sich Kapital schlagen. Letztlich geht es immer darum, die gesammelten Nutzerdaten an die Werbewirtschaft zu verkaufen.

Kämpfer mit Hund

Hier kommt Brian Kennish ins Spiel. Er ist ein brillanter Kopf, der die Seiten gewechselt hat. Einst programmierte er im Auftrag von grossen Firmen raffinierte Werbe-Software und war auch für Google tätig. Heute führt er ein Startup, das sich dem Schutz der Privatsphäre verschrieben hat. Das Unternehmen mit sieben Mitarbeitern und einem Hund namens Lunch ist im kalifornischen Menlo Park zuhause - wo auch das Facebook-Hauptquartier liegt.

Die Firmen-Philosophie ist einfach: Die persönlichen Daten gehören den Leuten, nicht den Unternehmen. «Wir machen einfache Tools, die es den Nutzern ermöglichen, ihre im Web geteilten Daten zu kontrollieren», heisst es auf der Firmen-Website. Und diese Tools haben es in sich. Hunderttausende Internet-Nutzer haben die kostenlosen Erweiterungen (Add-ons oder Plug-ins) für den Internet Explorer, Firefox, Chrome und Safari bereits installiert.

Bei «Ghostbusters» abgeschaut

Das Disconnect-Team ist klein und schlagkräftig. Mehrere Entwickler haben früher für Google und andere Grossunternehmen gearbeitet. Für die rechtlichen Belange ist ein auf Konsumentenschutz spezialisierter Anwalt zuständig.

Angefangen hatte alles mit der Chrome-Erweiterung Facebook Disconnect, die Brian Kennish im Oktober 2010 in wenigen Stunden programmierte. Am meisten Zeit habe er für das Logo aufgewendet, das dem Kinofilm Ghostbusters nachempfunden ist. Heute stehen auf disconnect.me ein A-la-Carte-Tool zur Verfügung sowie Tools speziell für Google und Twitter. Sie alle unterbinden das Tracking, lassen aber die Nutzung der populären Online-Dienste weiterhin zu.

Ein netter Nebeneffekt: Weil die Disconnect-Tools diverse vom Nutzer ungewollte Datenübermittlungen abblocken, sollten Webseiten und Inhalte schneller geladen werden.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mama tutti am 25.03.2012 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    installation

    kann das ding nicht installieren auf meinem mac... warum???

    einklappen einklappen
  • Homo Sapiens am 26.03.2012 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Google Umfrage für Google-Sendung SF

    Bei der Sendung Einstein vom Schweizer Fernsehen läuft gerade eine Umfrage zum Thema Google. Einfach nach "SF Einstein Google" googeln. :-)

  • Enrico Pola am 25.03.2012 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist ganz einfach

    Alle, wirklich alle Mittel und Wege sind rechtens, um diese kriminellen Datensammler zu bodigen. Andererseits ist jeder Nutzer solcher neumodischer, absolut blödsinniger "Sozialnetzwerke" selber schuld und soll ruhig noch mehr ausgebeutet werden - wer nicht denken will, soll fühlen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Homo Sapiens am 26.03.2012 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Google Umfrage für Google-Sendung SF

    Bei der Sendung Einstein vom Schweizer Fernsehen läuft gerade eine Umfrage zum Thema Google. Einfach nach "SF Einstein Google" googeln. :-)

  • Ethel am 26.03.2012 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Verlangsamt den Browser extrem.

    Ich habe das Plugin installiert, und wieder deaktiviert, weil es den Browser extrem verlangsamt.

  • mama tutti am 25.03.2012 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    installation

    kann das ding nicht installieren auf meinem mac... warum???

    • J. Meyer am 25.03.2012 21:56 Report Diesen Beitrag melden

      Warum noch?

      Klingt vielleicht blöd, aber vergiss das Tool doch. Was will man JETZT noch das Tool installieren, wissen die doch längst Bescheid..... Ich kauf mir auch kein Auto und fahre 500 km, um mir dann eine Bremse einzubauen

    • Phil am 25.03.2012 22:42 Report Diesen Beitrag melden

      Probier es mit DNT+

      Hat bei mir auch nicht funktioniert. Versuch es mit Do Not Track Plus. Scheint sowieso das Bessere zu sein.

    • Peter Tümmers am 26.03.2012 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Milchmädchenrechnung

      Blödsinn! Wenn Du die 500 km überlebt hast, ohne Schaden, kann die Bremse später immer noch von erheblichem Nutzen sein!!

    • Janosch am 26.03.2012 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Lieber nach 500km

      als gar keine. Schliesslich weiss man nocht, was nach den 500Km noch kommt, nur weil bis dahin keine Klipp kam.

    • mark ..uckerberg am 26.03.2012 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      hatebook

      schlechter vergleich, der mit dem auto! ich würde es eher so vergleichen: ohne dieses tool fährst du mit sirene und ein paar blechdosen die du an deiner stossstange mitziehst. auf deiner heckscheibe ein riesen facebook-logo und auf der tür das google logo! mit dem tool verbraucht dein auto weniger benzin und läuft wesentlich ruhiger und du machst keine unbezahlte werbung! so sehe ich das!

    einklappen einklappen
  • Enrico Pola am 25.03.2012 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist ganz einfach

    Alle, wirklich alle Mittel und Wege sind rechtens, um diese kriminellen Datensammler zu bodigen. Andererseits ist jeder Nutzer solcher neumodischer, absolut blödsinniger "Sozialnetzwerke" selber schuld und soll ruhig noch mehr ausgebeutet werden - wer nicht denken will, soll fühlen.

  • J. Meyer am 24.03.2012 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Rattenschwanz ohne Ende

    Wer so paranoid ist, wird seinen Rechner irgendwann total vollgestopft haben. Ein Add-on hier, ein Gegenstück von Google & Co, ein neues Tracking Tool, dann wieder Gegenmassnahmen der Giganten u so weiter. Irgendwann ist noch kaum Rechnerleistung vorhanden, weil diese permanent damit beschäftigt sein werden, alle Massnahmen u Gegenmassnahmen zu verhindern. Eine wirklich sichere Variante wird es niemals geben, auch von Seiten des Gesetzgebers nicht. Relativ sicher wäre nur offline oder eben nicht überall surfen u jede Werbung anklicken, vor allem keine pers. Daten angeben....

    • Thomas am 24.03.2012 23:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht automatisch anmelden

      Nicht automatisch anmelden ist am Wichtigsten. Sonst erfahren Facebook, Google und Co. von jedem Besuch einer Website mit einem Like/+1 Button.

    • Stefan am 25.03.2012 22:00 Report Diesen Beitrag melden

      2x überlegen

      Sie haben wohl nicht viel Ahnung von diesen Tools. 1) Wird hier kaum Speicherplatz benötigt und 2) arbeiten diese Tools sehr effizient und benötigen kaum Rechnerleistung. Selbst mit mehreren davon, wäre nie und nimmer etwas zu spüren. Wie im Artikel schon steht, eher werden noch die Seiten schneller geladen. Das ganze hat auch nichts mit Paranoid zu tun. Die Problematik ist bekannt und es wird überall davor gewarnt. Sie würden einem fremden auch nicht einfach so jegliche Daten von sich geben, sei dies nun eine Firma oder eine Privatperson...

    • Anonymous am 26.03.2012 13:50 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt so nicht!

      Mit gesundem Menschenverstand benötigt man nur die wichtigsten Tools, man braucht nicht für jedes Tracking Tool ein Anti-Tracking Tool, No-Script ist die beste Erweiterung, die ich kenne (Bin Inforamtiker). Die blockt fast alles, nur das man dann halt nicht die gesamte Funktionalität hat. Aber die gesamten GUI-Menschen heutzutage werden eh irgendwann alle verloren sein. Konsole Arbeit das ist ES.

    einklappen einklappen