«Kill Switch»

19. Juni 2013 07:21; Akt: 19.06.2013 15:35 Print

Smartphone-Diebe werden ausgetrickst

Apple hat sie fürs iPhone angekündigt, nun will es angeblich auch Samsung tun: Eine mächtige neue Sicherheits-Funktion soll Langfingern das Geschäft vermiesen.

Apples Ankündigung, das iPhone diebstahlsicher zu machen, hat in den USA für Schlagzeilen gesorgt. (Quelle: youtube.com/ABCNews)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Smartphones sind äusserst begehrt bei Kriminellen. Dies zeigt der Blick in die Statistiken der Polizei – ob in Zürich oder New York City. In Zukunft dürften es sich Diebe und Räuber aber zweimal überlegen, bevor sie zur Tat schreiten. Grund ist ein neuartiger Diebstahlschutz, der gestohlene Geräte praktisch wertlos macht.

Nach Apple entwickelt nun angeblich auch Samsung eine entsprechende Sicherheits-Technik, um Smartphones aus der Ferne zu sperren. Für immer. Dies berichtet der US-Blog Android Authority und beruft sich dabei auf ein südkoreanisches News-Portal.

Schon im Juli?

Laut dem Bericht wird Samsung schon nächsten Monat einen «Kill Switch» lancieren. Diese Software-Funktion werde es dem Geräte-Hersteller oder auch dem Mobilfunk-Provider ermöglichen, ein als gestohlen gemeldetes Gerät unbrauchbar zu machen.

Werde der Kill Switch aktiviert, könne das Smartphone nirgendwo auf der Welt mehr verwendet werden. Nicht mit einem anderen Mobilfunk-Provider und auch nicht mit einer neuen Prepaid-SIM-Karte.

Die technischen Details zum mächtigen Diebstahlschutz sind nicht bekannt. Derweil werden kritische Stimmen laut, die von einem heiklen Unterfangen sprechen. Es bestehe die Gefahr des Missbrauchs. Etwa durch Hacker, die das Sicherheits-System überlisten und mutwillig fremde Geräte sperren. Ausserdem stellt sich die Frage, wer den Kill Switch betätigen darf: der Mobilfunk-Provider, der Hardware-Hersteller oder doch der Besitzer? Fest steht: Wegen des PRISM-Schnüffelskandals ist das Vertrauen in die Unternehmen und den Staat deutlich gesunken.

Schwarze Liste

Schon heute haben Betroffene die Möglichkeit, ein gestohlenes Handy beim eigenen Provider sperren zu lassen. Basierend auf einer Anzeige bei der Polizei wird die IMEI-Nummer, die jedes Gerät identifizierbar macht, auf eine internationale schwarze Liste gesetzt. Nichtsdestotrotz scheint der Handel mit gestohlenen Geräten zu boomen.

In den USA stehen die grossen Smartphone-Hersteller deswegen seit Monaten unter Druck, ihre Kunden besser vor Kriminellen zu schützen. Der Generalstaatsanwalt von New York hat Gespräche geführt mit Vertretern von Apple, Microsoft, Motorola, Samsung und weiteren Unternehmen. Dabei ging es um das Einbauen eines Kill Switch in zukünftige Geräte, respektive Systeme.

Apple kündigt «Activation Lock» an

Apple hat Anfang Juni mit einer Ankündigung anlässlich der Eröffnung der Entwicklerkonferenz WWDC reagiert. Demnach wird mit dem neuen mobilen Betriebssystem iOS 7 im Herbst eine Funktion namens «Activation Lock» eingeführt. Laut Apple sollen sich damit gestohlene iPhones und iPads endgültig sperren lassen, selbst wenn die Diebe die Geräte komplett löschen.

Gemäss den amerikanischen Kriminalstatistiken betrifft fast jeder dritte Diebstahl ein Mobiltelefon. Die Generalstaatsanwälte von New York und San Francisco sind sich laut einem Bericht des US-Blogs Apple Insider einig: Der Ball liege bei den Hardware-Herstellern. Sollten sie einen Kill Switch in die Smartphones integrieren, würde der Schwarzmarkt einbrechen.

Die Initiative der Geräte-Hersteller wird von Swisscom begrüsst, wie ein Sprecher erklärt. «Rein technisch ist ein solcher Diebstahlschutz für Provider unproblematisch.» Swisscom stelle sich sicherlich nicht gegen Lösungen, die die Sicherheit der Kunden erhöhen.

Schon heute gibt es für iOS, Android und andere Smartphone-Systeme Programme, um verschwundene Geräte aufzuspüren. Allerdings bieten die zum Teil kostenpflichtigen Apps längst keine hundertprozentige Erfolgsgarantie.

(dsc)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ben Q. am 19.06.2013 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    köstlich...

    Streitereien um die bessere Marke bei Mobiltelefonen, Applikationsdiskussionen, pers. Geschichten... wow die Leute müssen riesen Probleme haben mit ihren Mobiltelefonen. Wenn nicht jeder 24/7 damit rumstolzieren würde, gäbe es auch weniger Diebstähle (und weniger Zombies). Hab auch ein Iphone, beide Tasten funktionieren nicht mehr und telefonieren geht auch ned - aber per GPS kann ich getraced werden - ein hoch auf die billig produzierte Spionagetechnik ;)

    einklappen einklappen
  • Johnny W. am 19.06.2013 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Echter Kill-Switch wäre toll ;-)

    Schade, ich dachte schon dieser Kill Switch würde dem Dieb einen Stromschlag verpassen, wenn dieser versucht das gestohlene Smartphone zu benutzen... das wär doch mal was Innovatives.. ;-)

  • Andreas S. am 19.06.2013 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Neugierig

    Was ich mich frage: Kann man das wieder Rückgängig machen, wenn das Smartphone wieder gefunden wird oder ist es endgültig unbrauchbar?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter(TOO) am 21.06.2013 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Altes Problem

    Das Problem kennt man schon seit Jahrzehnten von den Autoradios her. Die Geräteabsicherung mit Codes hat weniger gebracht als der Preiszerfall der Geräte! Versierte Gauner können die Sicherheitseinrichtungen bei den Autoradios beseitigen, aber es lohnt sich nicht mehr. Alle Mechanismen welche nicht irgendwie die Hardware zerstören, lassen sich wieder zurücksetzen. Erst wenn man eine Chip ersetzen muss, wird Natel klauen unrentabel. Wie schon erwähnt wurde, könnt man z.B. CPU-Takt und -Spannung hochsetzen und den Chip grillen. Das kann aber auch z.B. bei einem Fehlerhaften Update geschehen.

  • Tom Turbo am 20.06.2013 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Leute 

    Hacker sind Menschen die an Informationen gelangen, durch das Eindringen in ein System. Cracker sind Menschen die mutwillig zerstören.

  • Michael Schweizer am 19.06.2013 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Geschäft

    Nun ist doch klar, dass ein einmal gesperrtes Gerät nie mehr verwendet werden kann. d.h. ein neues muss gekauft und bezahlt werden von Versicherung oder Besitzer. Ist wohl sowas wie ein Selbstzerstörung Knopf. Klar dass die Hersteller da mitmachen. Die sehen nur noch $$$

  • Ben Q. am 19.06.2013 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    köstlich...

    Streitereien um die bessere Marke bei Mobiltelefonen, Applikationsdiskussionen, pers. Geschichten... wow die Leute müssen riesen Probleme haben mit ihren Mobiltelefonen. Wenn nicht jeder 24/7 damit rumstolzieren würde, gäbe es auch weniger Diebstähle (und weniger Zombies). Hab auch ein Iphone, beide Tasten funktionieren nicht mehr und telefonieren geht auch ned - aber per GPS kann ich getraced werden - ein hoch auf die billig produzierte Spionagetechnik ;)

    • S.McBr. am 19.06.2013 21:58 Report Diesen Beitrag melden

      Warum?

      Warum hasst du dann ein iPhone wenn du das so boykottierst? Nokia 3310! 4-ever;)

    einklappen einklappen
  • Re A Der am 19.06.2013 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lesen sollte bilden

    Lest bitte mal den Beitrag von Sush weit unten. Damit erübrigen sich genau diese Kommentare, meins kann das schon lange etc.! Lernt man Heute in der Schule nicht mehr lesen und das gelesene auch verstehen? Man könnte es meinen. Arme Lehrer, arme Zukunft. :-)