Cyber-Kriminalität

28. März 2012 16:48; Akt: 28.03.2012 17:02 Print

EU geht gegen Internet-Kriminelle vor

Die EU will mit der Gründung eines Zentrums gegen Internet-Kriminalität verhindern, dass «unser digitales Leben zerstört wird». Jeden Tag wird eine Million Menschen Opfer von kriminellen Handlungen im Netz.

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Die EU-Kommission will ein Zentrum gegen Internet-Kriminalität einrichten. Damit sollen Bürgerinnen und Bürger, aber auch Unternehmen gegen organisierte Kriminalität und Betrug im Internet besser geschützt werden.

Das Zentrum soll innerhalb der Europäischen Polizeibehörde Europol angesiedelt werden, wie die Kommission am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Die Inbetriebnahme ist für Januar 2013 geplant, vorher muss die Haushaltsbehörde von Europol dem Vorschlag zustimmen.

«Cyber-Kriminelle dürfen nicht unser digitales Leben zerstören», sagte EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström vor den Medien. Das Zentrum könne zur Drehscheibe im Kampf gegen Internet-Kriminalität werden und ein freies, offenes und sicheres Internet garantieren. «Wir wollen die gescheitesten Köpfe zusammenbringen», sagte Malmström weiter.

55 Experten

Millionen Europäerinnen und Europäer nutzten das Internet für ihre Kontoführung, für Online-Einkäufe und ihre Urlaubsplanung. Im gleichen Masse, wie «sich unser tägliches Leben zunehmend online abspielt, nimmt die Kriminalität im Online-Bereich zu», erklärte Malmström.

Weltweit würden schätzungsweise eine Million Menschen täglich Opfer von Internet-Kriminalität. Der finanzielle Schaden belaufe sich jährlich auf rund 388 Milliarden Dollar.

Nach dem Vorschlag der EU-Kommission soll das Zentrum EU- Mitgliedstaaten vor massiven Internet-Angriffen warnen und die Länder auch auf Schwächen in ihrer Abwehr gegen solche Angriffe hinweisen. Erfahrungen in den einzelnen Mitgliedstaaten sollen über das Zentrum ausgetauscht und das Vorgehen gegen Internet-Kriminalität besser koordiniert werden.

Ab Januar 2013 sollen in dem Zentrum in Den Haag 30 Personen arbeiten. Einmal voll ausgebaut würden insgesamt 55 Experten von Europol, den Mitgliedstaaten und der Kommission dort arbeiten. Das jährliche Budget beträgt 3,6 Millionen Euro.

Zu Beginn werde es sich um ein «EU-Zentrum» handeln, sagte Malmström. Aber es seien alle Partner willkommen, auch Drittstaaten.

Schweiz wird eingebunden

Die Schweiz arbeitet seit 2006 mit Europol zusammen. Im Rahmen der bestehenden guten Zusammenarbeit werde das Bundesamt für Polizei (fedpol) künftig auch in die Arbeit des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität eingebunden sein, teilte das fedpol auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mit.

Eine vertiefte Zusammenarbeit verspreche eine noch wirksamere internationale Koordination und damit Bekämpfung von Internet-Kriminalität. Bereits jetzt tausche das fedpol in mehreren Deliktbereichen Informationen zu Analysezwecken mit Europol aus.

«Seit Anfang Jahr ist dies in vertiefter Form auch im Bereich Cybercrime der Fall», so das fedpol weiter. Eine noch engere Zusammenarbeit sei vorgesehen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • F. Johner am 28.03.2012 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechnen

    Glauben die das auch selber? 1Mio pro Tag würde bedeuten,dass in 2 Jahren alle Menschen der Welt betroffen wären, wenn alle einen PC hätten.

  • Ruedi M. am 29.03.2012 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    wie es ist

    Wissen ist das einzige Mittel zur Lösung dieses Problems.

  • Antikritiker am 28.03.2012 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo EU

    Schön, dass es von diesem Verein auch mal positive Nachrichten gibt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Emoticons am 29.03.2012 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Internetkriminalität? Denke Nicht

    Früher hiess es ACTA und jetzt heisst es sie wollen gegen internetkriminalität vorgehen. Das gehört doch alles in den gleichen Topf! :-@

  • Ruedi M. am 29.03.2012 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    wie es ist

    Wissen ist das einzige Mittel zur Lösung dieses Problems.

  • F. Johner am 28.03.2012 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechnen

    Glauben die das auch selber? 1Mio pro Tag würde bedeuten,dass in 2 Jahren alle Menschen der Welt betroffen wären, wenn alle einen PC hätten.

  • schorsch am 28.03.2012 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    war ja wieder klar..

    Hm, also da sitzen dann 55 Personen die mit 720000 Euro pro Person vage irgendwie irgendwas rumkoordinieren und mit ihren Hellseherfähigkeiten Länder vor "Internetangriffen" warnen?

    • Sepp Meierhans am 29.03.2012 00:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      JetSepp

      Entschuldigung.....es sind 72000 euro! fuer spezialisten ist das eher günstig würde ich meinen. Tip: zuerst nachrechnen, dann senden.

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  • Antikritiker am 28.03.2012 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo EU

    Schön, dass es von diesem Verein auch mal positive Nachrichten gibt!

    • Beat am 28.03.2012 23:12 Report Diesen Beitrag melden

      Sind das die echten Probleme?

      Das ist als würdest du auf der sinkenden Titanik noch das Zimmer putzen... völlig sinnlos. Es gibt wichtigeres.

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