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Per Stichprobe zum Ursprung
10. August 2012 13:25; Akt: 10.08.2012 14:07 Print
ETH findet ultimative Fahndungsformel
Wer hat das Gerücht auf Facebook losgetreten? Wo war der Ursprung der Vogelgrippe? Welche Terrorzelle ist gefährlich? Die ETH weiss Antworten. Dank Mathematik.

Mit einer mathematischen Formel kommen ETH-Forscher Krankheiten, Terroristen oder Virenprogrammierern auf der ganzen Welt auf die Schliche. (Bild: Facebook)
Mit einer neu entwickelten Formel können Lausanner Forscher die Quelle von Gerüchten, aber auch von Straftaten oder Epidemien in Netzwerken aufspüren. Mit dem Algorithmus lässt sich zum Beispiel eine Person bestimmen, die auf Facebook ein Gerücht gestartet hat, das an 500 Freunde und deren Freunde gesendet wurde. Es genüge, die Nachrichten von 15 bis 20 Kontakten und den Zeitfaktor zu berücksichtigen, um den Weg der Information zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, erklärt Forschungsleiter Pedro Pinto.
Bildstrecken So startet man einen ShitstormWenn der Shitstorm losbrichtDie mathematische Suchformel, die er und seine Kollegen an der ETH Lausanne entwickelt haben, kann in völlig unterschiedlichen Netzwerken nach der ursprünglichen Quelle fahnden. Neben sozialen Netzwerken können auch Terrornetzwerke und Transportsysteme durchleuchtet werden, um beispielsweise den Ursprung einer Epidemie zu finden. «Dabei müssen wir nur bei einer begrenzten Zahl von Mitgliedern des Netzwerks lauschen», sagt Pinto in einem Communiqué der Hochschule.
Epidemien auf der Spur
Für die Schnüffel-Formel gibt es viele Einsatzmöglichkeiten: Interesse dürfte die Polizei haben: Sie könnte etwa eruieren, wer auf Facebook zuerst zu einer Demonstration oder Massenparty aufgerufen hat. Auch repressive Staaten wie China oder Russland, die gegen kritische Meinungen auf Facebook oder Twitter vorgehen, könnten sich für das neue Fahndungs-Tool interessieren.
Die neue Fahndungsmethode der ETH Lausanne könnte aber auch Menschenleben retten. Etwa, wenn sie hilft, die führenden Köpfe in Terrornetzwerken zu identifizieren oder dem Ausgangspunkt einer Epidemie auf die Spur kommt. Die Herkunft einer Epidemie konnte die Formel bereits korrekt identifizieren: Die Forscher testeten ihre Methode mit Daten zu einer früheren Epidemie in Südafrika. «Indem wir die Netzwerke des Wassers, der Flüsse und des menschlichen Transportsystems modellierten, konnten wir herausfinden, wo die ersten Infektionsfälle aufgetaucht waren», sagt Pinto.
Per Stichprobe zum Ursprung
Für einen weiteren Test simulierte Pintos Team Telefongespräche im Vorfeld der Anschläge vom 11. September 2001. «Allein mit den Informationen aus der Presse konnte unser System das Terroristen-Netzwerk rekonstruieren und drei Verdächtige liefern – von denen sich einer als Kopf der Operation herausstellte.»
Auf die gleiche Weise könnten Ermittler in immer komplexeren kriminellen Netzwerken Straftäter aufspüren. Informatiker könnten den Ursprung von Spam-Nachrichten oder Computerviren eruieren. Auch bei Terroranschlägen wie der Sarin-Gas-Attacke in der Tokioter U-Bahn 1995 würde eine Stichprobe genügen, um den Ursprung des Angriffs rasch zu identifizieren und entsprechende Massnahmen zu ergreifen, sagt Pinto.
Im Rückblick hat die Methode ihr Können also unter Beweis gestellt. Laut Pinto kann sie aber auch präventiv eingesetzt werden, etwa um Krankheitsausbrüche schneller zu entdecken.
Alle in Netzwerken verbunden
Auch Werbefirmen könnten ihre Botschaften beim «viralen Marketing», das wie Mundpropaganda über soziale Netzwerke funktioniert, besser steuern. Wenn die Meinungsmacher zu einem bestimmten Thema auf Facebook, Twitter oder Google+ identifiziert sind, lassen sich Botschaften gezielter verbreiten.
Die denkbaren Einsatzmöglichkeiten der ETH-Suchformel sind fast grenzenlos. Alle Menschen, egal ob Demonstranten, Partygänger, Terroristen, Kriminelle, Krankheitsträger oder Konsumenten, sind stets in Netzwerken verbunden. Sind einige Personen bekannt, lassen sich auch die Anführer ausfindig machen.
(owi/sda)
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Alle 78 Kommentare

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Totale Kontrolle
Computer, Internet, online, schnell, vernnetzen, kontrollieren, schnüffeln, überwachen, immer erreichbar.... in welcher Welt leben wir - dabei bin ich ja Voll-Informatiker..... wohl eine Altererscheinung
Tolller überwachungsstaat
Ich denke das ist menschenrechts wiedrig, eingriff in die privatsphäre und ja ich sage kontrolle des volkes. Demokratie? Nein überwachungsstaat!! Die haben angst vor ihrem eigenen volk angst! Sonst würde man nicht versuchen sein eigenes volk zu kontrollieren und überwachen! Wo bleibt da die freiheit? Muss ich jetzt angst haben das mein staat meine emails liest? Lächerlich so etwas zu erfinden! Kann ja nicht gut gehen.
Anarchisten sollen zahlen.
Hoffentlich finden Sie die Verursacher der Randale in St. Gallen und ziehen die zur Rechenschaft. Kann nicht sein, dass Auswärtige hier her kommen und Schaden von mehreren 10'000 sFr machen und ich Steuerzahler aus St. Gallen dafür zahlen soll.