Ideales Umfeld

04. Dezember 2017 20:53; Akt: 04.12.2017 20:53 Print

Auf Facebook tummeln sich die Materialisten

Soziale Netzwerke kommen Materialisten besonders entgegen. Deutsche Forscher haben das Phänomen Freundesammler unter die Lupe genommen.

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Dass es in sozialen Netzwerken von Narzissten wimmelt, weiss man. Aber wie steht es um die Materialisten? Die Psychologie bezeichnet als Materialisten jene Menschen, die vom Streben, den eigenen Besitz zu vermehren, getrieben sind. Ihr Glück, so glauben diese, liegt allein im materiellen Besitz. Kommt hinzu, dass sich dieser Menschenschlag ständig mit anderen vergleichen muss.

Umfrage
Wie viele Facebook-Freunde haben Sie?

Diese Besitzanhäufung macht auch vor Facebook, Instagram und Twitter nicht halt, wie eine Studie der Ruhr Universität Bochum belegt. Sie liegt in der Vermehrung von Followern und Freunden, die zu einer Steigerung des Selbstbewusstseins führt.

Für die Studie analysierten die Wissenschaftler Philip Ozimek, Jens Förster und Fiona Baer das Online-Verhalten von insgesamt 531 Facebook-Usern. Dabei kategorisierten die Forscher die Probanden aufgrund von einer Umfrage anhand verschiedener Persönlichkeitsmerkmale. Es zeigt sich, dass die Materialisten deutlich mehr Zeit auf Facebook verbringen als andere Personen, denen weniger an Besitz oder an Prestige durch Konsumgüter liegt.

Je mehr, desto besser

Materialisten hätten ausserdem meist mehr virtuelle Freunde als andere. Sie würden ihre Facebook-Freunde hierbei objektivieren, um private oder berufliche Erfolge zu erreichen. In der Regel gilt das Credo: Je mehr, desto besser.

Facebook, heisst es in der Studie weiter, begünstige auch den Vergleich mit anderen Nutzern. User könnten leicht die Anzahl Freunde, Likes oder Interaktionen anderer mitverfolgen. Die Plattform sei daher besonders attraktiv für Materialisten, denen ebensolche Vergleiche wichtig sind.

Die Studie der Universität Bochum beschränkt sich auf Facebook. Allerdings kennt man das Phänomen auch von anderen Plattformen wie Instagram oder Twitter, wo regelrecht nach Freunden und Followern gefischt wird. Auch dann, wenn sich die Nutzer untereinander gar nicht kennen.

Kommentieren und folgen

Das eigene Konto mit fremden Nutzern aufzustocken, ist nicht nur unter Influencern beliebt. Einige Nutzer schrecken nicht einmal davor zurück, Fake-Follower einzukaufen.

Wer das nicht tut, setzt vielleicht auf eine andere beliebte Taktik: Auf der Suche nach digitalen Freunden verpasst man fremden Nutzern ein Like, kommentiert einen Beitrag oder ein Foto und hofft, dass die Aufmerksamkeit belohnt wird. Etwa dadurch, dass der Kommentierte zum Follower wird.

(hau)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.B. orig. am 04.12.2017 21:13 Report Diesen Beitrag melden

    Verschwendete Lebenszeit

    Sich mit so was überhaupt rumzuschlagen ist vergeudete Lebenszeit. Ich weiss, warum ich das nicht brauche.

  • Sulejka am 04.12.2017 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es lebt sich gut ohne FB

    ich hab mich aus Facebook total zurück gezogen, denn die Intrigen gegen Leute die knapp bei Kasse sind ist sowas von primitiv, dass ich sowas nicht lesen muss, meist kennt man die Leute nicht mal, aber Leid taten sie mir trotzdem.

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  • Sehnsucht 6 7 am 04.12.2017 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sind das wirklich Social Media?

    Das ist ja mehr als offensichtlich das es viele Materialisten gibt auf Facebook und Instagram. Es werden auch gefällt mir Angaben gesammelt. Es ist nicht neu das man sich fragt wieso die mehr gefällt mir gekriegt hat als ne andere etc etc. Das traurige daran das sich diese Medien wie Facebook und sonstige Portale Social Media nennen dabei ist rein gar nichts soziales zu finden. Man versinkt in die Anonymität eines Portals und vergisst dabei das es auch reale Menschen gibt mit denen es viel herzlicher zu und her geht. Ja ich hab auch ein Facebook Account die Frage stellt sich aber : Benützt Facebook mich oder ich benutze Facebook? Zum Beispiel um in Kontakt zu bleiben mit Menschen die weiter weg sind oder sich sogar in andere Länder befinden . Meine Freunde im Facebook kenne ich alle persönlich von Angesicht zu Angesicht und das sollte wichtig sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Geissenpeter am 05.12.2017 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Studie

    Nicht ernstzunehmende Studie. Genügt keinem einzigen Gütekriterium!

  • Joy am 05.12.2017 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So was brauche ich nicht

    Bei Facebook habe ich schon am Anfang gemerkt um was geht.

  • Nadja Zoller am 05.12.2017 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr!

    Meine Schwiegemutter mit 60 tummelt sich gerade zu dauernd im Facebook, dort hat sie viele Freunde. Sie merkt aber schon lange nicht mehr, dass sie mit ihren Enkeln etwas unternehmen könnte, auch hat sie im wirklichen Leben sehr oberflächliche Bekanntschaften. Ich hoffe, dass dann wenigstens ihre Facebookfreunde sie im Altersheim besuchen.

  • Facebooker am 05.12.2017 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Facebook amüsiert

    Ich liebe diese Verlogenheit. Alle sind ja sooo glücklich mit ihren Partnern und das Leben ist sooo schön, gelle?! Lustiger sind nur noch die, die diesen Schmarren auch noch glauben..

  • Luisa am 05.12.2017 05:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reale Lebenszeit vernichten

    Je mehr Facebook je mehr Reale Lebenszeit vernichtet man und je nach Bildung wird das den Usern erst im Alter bewusst dann ist die Zeit aber unwiederruflich verloren und die vielen Freunde auch