Mit Windows 8

11. April 2013 16:45; Akt: 12.04.2013 12:03 Print

Microsoft bringt ein Mini-Tablet

Das iPad mini und Googles Nexus 7 mit Android gehen weg wie warme Weggli – dank der tiefen Preise. Nun arbeitet auch Microsoft an einem Budget-Tablet mit kleinem 7-Zoll-Display.

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Das Surface ist seit Mitte Februar 2013 im Schweizer Handel. Wir haben das erste Microsoft-Tablet mit Windows 8 einem dreiwöchigen Praxistest unterzogen. Auf den ersten Blick sieht das Surface wie ein gewöhnliches Tablet aus, aber Microsoft hat ein paar Extras verbaut . . . Das optionale Touch Cover lässt sich magnetisch an das Tablet andocken. Der Clou: Der stabile Schutzumschlag dient auch als . . . . . . vollwertige Tastatur. In der Rückseite ist zudem ein Klappständer integriert, der sich blitzschnell ausklappen lässt. So mutiert das Windows-8-Tablet zum kleinen Laptop. Auf dem Type Cover schreibt es sich dank mechanischen Tasten erstaunlich gut. Die magnetische Delux-Schutzhülle mit Tastatur und Touchpad ist mit 140 Franken aber nicht ganz billig. Nebst dem Type Cover (links) verkauft Microsoft das Surface auch im Set mit dem 3 Millimeter dünnen Touch Cover. Die Tasten bieten keinen Druckwiderstand, das Schreiben fällt daher deutlich schwerer. Beide Tastaturen verfügen über Funktionstasten für die Lautsprecher, Suche, Systemeinstellungen etc. Auch die Windows-Taste, zum schnellen Wechseln zwischen Apps und dem Homescreen sowie ein Touchpad sind an Bord. Letzteres unterstützt jedoch keine Multitouchgesten und ist platzbedingt arg klein geraten. Type und Touch Cover lassen sich blitzschnell magnetisch andocken. Das dünne Touch Cover kostet 130, das Type Cover 140 Franken. Wird die Schutzhüllen-Tastatur zusammen mit dem Surface gekauft, kostet das Touch Cover 100 Franken. Es ist in Blau, Schwarz und Weiss verfügbar. Bei den Magneten, die das Cover mit dem Tablet verbinden, hat Microsoft offensichtlich nicht gespart. Unverständlich ist daher, wie schlecht sich das ebenfalls magnetische Ladekabel einstöpseln lässt. Das Surface ist etwas grösser und gleich dick wie das neuste iPad. Es verfügt zudem über einen USB-Anschluss (rechts). Microsofts Tablet-Debüt hat ein 16:9-Breitbildformat, was es fürs TV-Schauen prädestiniert. Auf dem hellen Display liest es sich auch gut, die Schrift ist aber längst nicht so knackig scharf wie auf einem Full-HD-Display. Das Surface der ersten Generation macht einen soliden Eindruck. Abzüge gibt es nebst dem Display für den mittelmässigen Akku. Im Härtetest musste das Surface pausenlos Internet-TV über das WLAN streamen (eine 4G-Version gibt es nicht). Nach knapp 7 Stunden ging dem Tablet der Saft aus. Punkte sammelt das Surface bei den Anschlüssen: Ein USB- und Micro-HD-Anschluss sowie ein Steckplatz für microSD-Karten sorgen für einen einfachen Datenaustausch und zusätzlichen Speicher. Von Haus aus kommt das Microsoft-Tablet mit 32 oder 64 Gigabyte Speicher daher. Mit der schnellen Verwandlung in ein kleines Laptop und dem vorinstallierten Office (ohne Outlook) kann das Surface RT auch für gelegentliches mobiles Arbeiten genutzt werden. Wer eine echte Alternative zu seinem Notebook sucht, sollte auf das Surface Pro warten oder zu einem Hybridgerät greifen. Microsofts App-Store hat seit Ende Oktober 2012 geöffnet. Das Angebot hinkt der Konkurrenz daher noch hinterher. Nicht verstecken muss sich die Auswahl an Games sowie . . . . . . der Xbox Music Store mit 30 Millionen Songs und den neusten Hollywood-Filmen, die als On-Demand-Angebot bereitstehen. Nebst dem Design und der Verarbeitung können auch die vorinstallierten Apps überzeugen – zumindest die meisten. Mit der App SkyDrive lassen sich beispielsweise Fotos, Musik und Dokumente zwischen Tablets, PCs und Smartphones synchronisieren. Der Datenaustausch funktioniert auch mit Apple- oder Android-Geräten reibungslos. Auch Twitter und Facebook sind nahtlos in Windows 8 integriert. Zwar übersichtlich, aber äusserst spartanisch gibt sich die Mail-App. Praktisch dafür: Die Live-Kacheln zeigen neue Inhalte wie Mails oder Kurznachrichten an, ohne dass die App geöffnet werden muss. Auf Tablets spielt das neue Windows 8 all seine Stärken aus. Es ist schnell, stabil und hat eine moderne, für Fingerbewegungen optimierte Oberfläche. Mit einem Wisch lässt sich duch die geöffneten Apps blättern. Mit einer Fingerbewegung vom rechten Rand in das Display kann das Kontextmenü aufgerufen werden. So erhält man schnellen Zugriff auf Funktionen wie Suche, Teilen oder Einstellungen. Als nützlich erweist sich der Split-Screen-Modus: Zwei Apps wie der Webbrowser und Skype können so gleichzeitig im Auge behalten werden. Beliebig viele Fenster können allerdings nur im Desktop-Modus geöffnet werden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Samsung, Google und Apple haben es vorgemacht, jetzt zieht der Windows-Konzern nach: Noch 2013 soll ein Windows-8-Tablet im Kleinformat in den Grosskampf der Tablet-Hersteller eingreifen. Mini-Tablets mit Display-Diagonalen von sieben bis acht Zoll sind seit einigen Monaten auf der Überholspur: Im letzten Quartal 2012 soll laut IDC bereits die Hälfte der Tablets kleiner als acht Zoll gross gewesen sein. Den Trend zu Mini-Tablets ins Rollen gebracht haben Samsung und vor allem Amazon mit seinem Kindle Fire. 2012 zog Google mit dem von Asus produzierten Android-Gerät Nexus 7 nach.

Zu gross, zu teuer

Auch Apple, das sich lange gegen kleine Tablets sträubte, reagierte Ende 2012 auf die wachsende Nachfrage nach preisgünstigen Mini-Tablets. Das iPad mini und das Nexus 7 mit Android verkaufen sich millionenfach. Microsoft und seine Hardwarepartner Samsung, Asus oder HP bieten hingegen kein einziges Mini-Tablet an. Daher arbeite nun auch der Windows-Konzern an einem Budget-Tablet mit einem kleinen 7-Zoll-Display, schreibt das in aller Regel gut informierte «Wall Street Journal». Das seit Februar in der Schweiz verfügbare Microsoft-Tablet namens Surface (siehe Diashow) ist mit seinem 10,6 Zoll grossen Display deutlich teurer als ein iPad mini oder Nexus 7.

Microsoft dürfte auch die Lizenzen für Windows 8 verbilligen und Windows-Tablets mit tieferen Display-Auflösungen erlauben, um konkurrenzfähiger zu werden. Für Samsung und Co. würde es so einfacher, günstigere Touch-Geräte mit Windows zu produzieren.

Das «Wall Street Journal» erwähnt zudem, dass Microsoft an einem eigenen Smartphone arbeite. Die Zulieferfirmen wüssten aber noch nicht, ob das mutmassliche Surface-Phone je vom Fliessband laufen werden.

Microsofts PC-Geschäft bröckelt

Dass nun auch bei Microsoft Tablets stärker in den Fokus rücken, kommt nicht von ungefähr. Am Mittwoch gab das Marktforschungsunternehmen IDC bekannt, dass die PC-Verkäufe im ersten Quartal 2013 um beinahe 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen sind. Als PCs definieren sie Desktopcomputer, Laptops und Mini-Notebooks.

Bereits seit einiger Zeit verkaufen sich PC schlechter, weil vor allem viele private Nutzer auf eine Neuanschaffung verzichten und stattdessen zu einem Tablet greifen oder sich mit ihrem Smartphone begnügen. Am stärksten zu spüren bekommen dies die klassischen PC-Bauer wie Hewlett-Packard (HP) und Dell. Auch Apple kämpft beim Mac mit schwindender Nachfrage. Firmen wie Apple und Samsung können die schrumpfenden PC-Umsätze jedoch mit Smartphones und Tablets mehr als kompensieren.

(owi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 12.04.2013 02:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BlackBerry??

    Und keiner denkt an das BlackBerry Playbook?? Ein absolutes High end 7" Tablet das vor Samsung und Apple am Start war, und es hat vollen Flash Support.

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  • Jana B am 11.04.2013 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön aber..

    Nichts kommt an das iPad mini es ist unschlagbar qualität von apple

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  • Pecianer am 14.04.2013 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    PC Rules !!!!!!!

    Das einzige was ich an Microschrott toll finde ist, Bioshock 1 bis infinity. Den rest ist eigentlich selten zu gebrauchen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pecianer am 14.04.2013 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    PC Rules !!!!!!!

    Das einzige was ich an Microschrott toll finde ist, Bioshock 1 bis infinity. Den rest ist eigentlich selten zu gebrauchen.

  • Rico L. am 14.04.2013 00:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ipad mini=

    Ipad miniist unschlagbar apple ist unschlagbar hohe qualität kein platik wie samsung

    • Sissi am 14.04.2013 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      Eine 0.2mm dicker Kunststoff-Rückseite welche man durch eines aus Alu ersetzen kann macht ein Tablet noch lange nicht schlecht. Ausserdem bietet Samsung auch Modelle aus Alu an.... und das iPad Mini ist eigendlich einer der Verlierer unter den Mini Tablets... naja gegen Blindheit kann kan nichts machen.

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  • Grünenfelder Max am 13.04.2013 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich?

    Ist Microsoft nicht fähig mal etwas selber zu entwickeln? Schon wider etwas von Apple kopiert

    • Sissi am 14.04.2013 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      Wieso denn von Apple kopiert? Samsung war derjenige der mit den Mini Tablets begann.

    • Sushi am 14.04.2013 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Apple

      Naja immer noch besser als Apple: Samsung beginnt mit den mini Tablets, Steve Jobs bezeichnet es als Totgeburt, schlussendlich riecht Tim Cook Geld und kopiert Samsung, das Ergebniss: Introducing the iPad Mini.

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  • winokia am 13.04.2013 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    microsoft surface=toll

    habe ein surface, bin vollauf begeistert, nutze fast zu jeder stunde xbox music und geniesse flash und usb bei meinem gerät. ach ja und daten verwaltung sowie austausch, ist das surface dem ipad meilenweit voraus, ich meine versuchen sie mal irgendeine datei vom ipad auf eine andere festplatte zu übertragen, es ist unmöglich

    • G. Eister-Stunde am 13.04.2013 16:21 Report Diesen Beitrag melden

      Ich bin auch begeistert.

      Erstaunlich, wie viele der wenigen Surfece-Besitzer das Wort "Begeisterung" verwenden, um ihren Gefühlen Ausdruck in Kommentaren zu geben. Was aber nicht zu passieren scheint, ist, dass die Begeisterung auf andere überspringt. Das ist bei erfolgreichen Viralmarketingkampagnen sonst aber eigentlich schon so, oder etwa nicht? Warten wir mal ab, ob das noch kommt. Der Hersteller scheint nicht mehr daran zu glauben. Würde er sonst von einer Regulierungsbehörde verlangen, dass das erfolgreichere Android/ Linux verboten würde, da sein Geschäftsmodell gerade an die Wand fährt? Kaum vorstellbar, oder?

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  • Mr.dbase am 13.04.2013 06:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gruss aus der Mac Welt

    So, mein Mac Book ist nun 20 Stunden auf Batterie gelaufen und ich arbeite nun auf Reserve. Bevor ich schluss mache, möchte ich aber vorher noch was los werden. Versucht das mal mit einem Laptop (PC) nach 1er Stunde ist schon Schluss und muss ans Netz. Gruss mr. Dbase. Wer es nicht weis. DBase war und ist ein Datenbank System für Windows oder Respektive MS-Dos aus den frühen 80er Jahren. Habe noch so ein Teil. Daher der Name.

    • Lumière am 13.04.2013 14:10 Report Diesen Beitrag melden

      20h auf Batterie?

      Nun, bislang kenne ich kein mobiles Gerät, das 20 Stunden über Akku läuft. Und bei Apple kenne ich selbst auch kein Macbook, das langer als 5h durchgehalten hat. Nicht einmal im Leerlauf. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie haben noch grosse externe Akkupacks oder sie flunkern, bis die Balken schon durchbrechen. Die einzigen Applegeräte, die ich kenne, die länger als 20h ohne unterbrechung laufen, sind iPods.

    • Appleman am 13.04.2013 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lumière

      Mein Macbook schafft das auch! Sie sollten aufhören, billigen Mist zu kaufen...

    • Lumière am 14.04.2013 06:00 Report Diesen Beitrag melden

      Okay okay...

      also, ich hatte nen Macbook Pro und der schaffte nicht länger als 5 Stunden im Stromsparmodus. Nun, dann wäre ich mal interessiert, welcher Macbook das wohl schafft. Gebt mal den Typenbezeichnung bekannt, welches Gerät das wohl war. Meiner war ein Macbook Pro Typ MD104 (den ich inzwischen wieder verkauft habe) Nun bin ich mal echt gespannt.

    • Anonymos am 14.04.2013 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Mac

      Also meine Freundin hat auch ein Mac Book Pro und kommt gerade mal auf 7h...

    • mr.dbase am 14.04.2013 11:43 Report Diesen Beitrag melden

      Akku von Anfang an gut pflegen

      ne ne lieber @Lumière, es ist so. Diese Mac Book 13" Ende 2008 mit dem original Akku läuft wirklich solange. Es wurde alles nicht unbedingt nötige ausgeschlaltet, so dass das Teil ein paar miliampere zieht. Klar wenn ich mit Logic Pro arbeite dann geht der Akku auch in 5 -6 Std. ans Netz. Es gibt gewisse Tricks welche man auf BSD Unix anwenden kann, so dass unnötige System Resourcen ausgeschaltet werden. Kann es jeder Zeit zeigen. Das wichtige ist, den Akku von Anfang an gut pflegen richtig entladen und Laden. Wer immer auf PSU arbeitet und den Akku nie braucht, dann geht der Akku in die Knie.

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