Verfahren verzögert sich

10. Juli 2012 15:16; Akt: 10.07.2012 15:27 Print

Kim Dotcom hat allen Grund zur Freude

Der unter Hausarrest stehende MegaUpload-Gründer bleibt noch länger in seiner Wahlheimat Neuseeland. Frühestens im März 2013 wird über seine Auslieferung an die USA verhandelt.

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Kim Dotcom hat es wieder getan. Der deutschstämmige Unternehmer hob am Samstag den Online-Speicherdienst «Mega» aus der Taufe. Der Startschuss fiel genau auf den ersten Jahrestag seiner aufsehenerregenden Festnahme in Neuseeland. Hier auf dem Bild Dotcom beim Interview am 19. Januar 2013 in Auckland. Sind das nicht Kim Dotcom und Steve Wozniak? Tatsächlich: Der MegaUplad-Gründer lässt uns via Twitter wissen, er habe während seines Hausarrests in Neuseeland Besuch vom Apple-Mitgründer erhalten. «MegaWoz» sei ein grossartiger Typ, der sich dafür einsetze, dass die MegaUpload-Nutzer ihre vom FBI beschlagnahmten Dateien wieder zurückerhalten. Kim Dotcom twittert täglich über sein Leben zwischen Himmel und Hölle. Die USA haben ihn wegen Urheberrechts-Verstössen und weiteren Delikten angeklagt, ihm drohen bis zu 50 Jahre Gefängnis, falls er ausgeliefert würde. Das schreckt den Deutschen, der mit seiner Familie in einer gemieteten Luxusvilla lebt, offensichtlich nicht ab ... Trotzdem will er den Online-Musikdienst MegaBox lancieren. Via Twitter hat Dotcom den Screenshot einer Website veröffentlicht, die eine App für Android-Smartphones zeigt. Das Versprechen: «Unbegrenzter Platz für all deine Musik - gratis.» Seinem Humor bleibt der gewiefte Geschäftsmann treu. Er versteht es immer wieder aufs Neue, sich perfekt in Szene zu setzen. Dotcom tanzt wie immer auf zahlreichen Hochzeiten. Angeblich will er diesen Sommer ein eigenes, professionell produziertes Musik-Video herausbringen. Regelmässig hält er seine weltweite Fangemeinde über sein Familienleben auf dem Laufenden. Die Töchter beim Tisch-Fussball. Ein währschafter Zmorge - mit Ketchup. So soll das Cover zu Dotcoms erstem Musik-Album aussehen. Zwischendurch nimmt er das FBI auf die Schippe. Zu diesem Bild twitterte er, es gehe um eine Verschwörung («Racketeering») auf dem Tennisplatz. Dann wieder macht er sich über die Geldwäscherei-Anklage lustig. Und er vermisse das Online-Spielen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Anhörung zum US-Auslieferungsantrag gegen den in Neuseeland lebenden Megaupload-Gründer Kim Dotcom ist auf das kommende Jahr verschoben worden.

Nach neuseeländischen Medienberichten vom Dienstag wird ein Termin Ende März 2013 angepeilt. Eigentlich sollte das Anhörungsverfahren im August beginnen. Der Grund für die Verschiebung seien juristische Streitfragen.

Strenge Auflagen

Dotcom darf sich bei seiner Familie in seinem Haus nördlich von Auckland aufhalten. Nach seiner Festnahme im Januar war er vier Wochen im Gefängnis, ehe er gegen Zahlung einer Kaution unter strengen Auflagen freigelassen wurde.

Die US-Behörden werfen Dotcom und seinen Mitarbeitern vor, Copyright-Besitzer in grossem Stil um ihre Einkünfte gebracht zu haben. Megaupload sei einer der grössten Umschlagplätze für illegale Kopien von Musik und Filmen gewesen. Den Rechteinhabern sei eine halbe Milliarde Dollar Schaden entstanden.

Dotcom weist die Vorwürfe zurück und wehrt sich gegen die Auslieferung. Bei der Festnahme waren Konten und Wertgegenstände im mehrstelligen Millionenbereich sichergestellt worden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Freak am 10.07.2012 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    asdf

    so gute Werbung hat er wohl sein Lebenlang nicht erhalten! Nun ist die Marke Kim.Com perfekt!

  • sumsi am 10.07.2012 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Freuen?

    Nachdem ein Freispruch nur noch eine Frage der Zeit ist (so scheint es nach den News der vergangenen Wochen jedenfalls -> er ist ja solange schuldig bis seine Unschuld bewiesen ist ;-), denke ich nicht das Kim.com sich über diese Verzögerungstaktik "freuen" wird.

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  • Hansruedi, Alt St.Johann am 10.07.2012 22:53 Report Diesen Beitrag melden

    Komm in die schöne Schweiz!!

    Kim, ich gebe dir Asyl in der schönen Schweiz und Luxus kannst du bei uns auch kaufen :-) Wikileaksgründer A, nehm ich gleich auch noch auf.... das wäre doch Werbung für die Schweiz, anstatt die Wirtschaftsflüchtlinge die wir für sehr viel Steuergeld wieder zurück schaffen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hansruedi, Alt St.Johann am 10.07.2012 22:53 Report Diesen Beitrag melden

    Komm in die schöne Schweiz!!

    Kim, ich gebe dir Asyl in der schönen Schweiz und Luxus kannst du bei uns auch kaufen :-) Wikileaksgründer A, nehm ich gleich auch noch auf.... das wäre doch Werbung für die Schweiz, anstatt die Wirtschaftsflüchtlinge die wir für sehr viel Steuergeld wieder zurück schaffen...

  • Schweizer am 10.07.2012 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Geld trumpft Mensch!

    50 Jahre für Diebstahl von digitalen Daten und ein Serien-Vergewaltiger kriegt 10 Jahre. Da sieht man was in dieser Welt am wichtigsten ist...

    • Dominik Weber am 11.07.2012 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Macht

      Man sieht auch wie viel einfluss auf die Regierung die Plattenfirmen und die Filmindustrie haben!

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  • Anthares am 10.07.2012 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnvorstellungen der US-Behörden

    Seien wir mal ehrlich, der bezifferte Schaden von einer halben Milliarde Dollar ist masslos übertrieben. Ob bei Musik oder bei Filmen spielt hierbei überhaupt keine Rolle. Wenn ich den Film XY runterlade und dann anschaue, hat noch niemand einen Schaden. Der Schaden entsteht erst wenn jemand den Film nicht kauft, weil er ihn illegal runtergeladen hat. Bei der bezifferten 500Mio geht man schätzungsweise von 30-40Mio Illegaler Downloads aus. Hätte Megaupload diese Filme nicht zur Verfügung gestellt, wie viele hätten sie dann im Laden gekauft? 100'000? 500'000? macht in %?....rechnet selbst ;)

    • jameso am 11.07.2012 09:14 Report Diesen Beitrag melden

      behörden

      wenn die staatskassen leer sind, muss man sie ja füllen nö? so wie die deutschen auf die schweizer banken los gehen, machen halts die amis so

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  • Mike am 10.07.2012 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lächerlich....

    Lasst Kim doch einfach frei! Er hat niemandem etwas getan! Im Internet sollten alle Daten frei zugänglich sein! Urheberrecht hin oder her! Ihm drohen mehr Haftjahre als einem Vergewaltiger oder einem der betrunken Auto fährt und Personen gefärdet oder sogar riesige schäden an Mensch und Material verursacht! Lächerlich!!

  • Det Fischer am 10.07.2012 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Internetgangster

    Ich sag nur Twitter .. 24h online am tweeten. Armer Internetgangster der Aufmerksamkeit hat und zudem wahrscheinlich gesundheitlich immer mehr zunimmt.