Voiceprint-System

07. Februar 2017 17:58; Akt: 07.02.2017 17:58 Print

Warum zeichnet die Swisscom Stimmen auf?

Beim Anruf auf die Swisscom-Hotline sollen Kunden eine Stimmprobe abgeben. Damit sind nicht alle einverstanden.

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20-Minuten-Leser Leon. P.* aus Zürich war irritiert, als er sich vor ein paar Tagen wegen eines Problems bei der Swisscom meldete. Es werde ein Stimmabdruck erstellt, informierte ihn eine Stimme, als er bei der Hotline anrief. Der Leser wusste jedoch weder was dies genau bedeutet, noch konnte er sich dagegen entscheiden. Doch was steckt dahinter?

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Mit dem sogenannten Voiceprint will die Swisscom Kunden bei Anfragen über die Hotline eindeutig identifizieren. Die Software wurde letzten Sommer eingeführt. Statt mit Sicherheitsfragen will das Unternehmen die Prüfung der Kundenidentität so schneller und sicherer machen.

Kritik an Stimmerkennung

Die Stimme des Kunden wird dabei aufgezeichnet und analysiert. Anhand von Merkmalen wie Sprechfrequenz, Geschwindigkeit, Aussprache und dem Akzent kann ein Mensch danach relativ sicher identifiziert werden. «Das System nimmt die Überprüfung anhand des gespeicherten Stimmabdrucks automatisch vor», schreibt die Swisscom.

Auch Leser Gabriel T.* aus Muttenz war überrascht, dass bei der Hotline nach einer Stimmprobe gefragt wird: «Ich störe mich daran, denn der Voiceprint ist, wie ein Fingerabdruck oder die DNA, nicht änderbar.» An solchen biometrischen Sicherheitsmerkmalen stört sich auch IT-Sicherheitsexperte Marc Ruef von der Scip AG. Er gibt zu bedenken, dass «nach einem erfolgreichen Angriff das Passwort, nämlich die eigene Stimme, nicht einfach so zurückgesetzt und neu definiert werden» kann. Die Technik bringe den Kunden jedoch einen Gewinn an Ergonomie.

Voiceprint lässt sich abstellen

Die Swisscom gibt an, dass der Voiceprint standardmässig aktiviert sei: «Möchte ein Kunde dies nicht, so kann er das der Hotline melden oder im Kundencenter eingeben. Dann läuft die Identifikation weiterhin über die bekannten Sicherheitsfragen und es wird kein Stimmabdruck aufgezeichnet.»

Anscheinend war Leser Gabriel T.* beim entsprechenden Kundenberater die erste Person, die sich daran störte. Denn dieser wusste nicht, dass Kunden auch auf herkömmlichem Wege identifiziert werden können, denn «er weigerte sich unfreundlich, mein Anliegen entgegenzunehmen», so der Leser.

Bei den Konkurrenten UPC, Salt und Sunrise sind derzeit keine Stimmabdruck-Systeme im Einsatz. Auf Anfrage gaben die Unternehmen bekannt, dass die Entwicklung in diesem Bereich verfolgt werde und eine Einführung zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausgeschlossen sei.

*Namen geändert

(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs M. am 07.02.2017 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Sofort abstellen!

    Am Projekt "gläserner Bürger" wird dauernd gearbeitet - alles an möglichen Daten wird gesammelt und jetzt auch noch die Stimme digitalisiert und gespeichert. Und der Datenschutz sieht natürlich wieder einmal kein Problem.

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  • SoulMan am 07.02.2017 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Und wann soll ich meine Seele verkaufen? Kommt das dann nächstes Jahr?

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  • Bürger am 07.02.2017 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überwachung...

    Kunden identifizieren...wohl eher Telefonverkehr überwachen....Staatsbetrieb......Überwachung komplett...jeder zu jeder Zeit...überall wo es Mikrofone hat...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Severin am 15.02.2017 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    nicht gefragt, sondern nur informiert!

    Was heisst hier "nach einem Voiceprint gefragt"? Von FRAGEN kann keine Rede sein, denn die Aufzeichnung findet einfach statt! Man wird INFORMIERT, nicht gefragt, und man hat somit KEINE Option, sich dagegen zu entscheiden. Selber bin ich nicht mal Swisscom-Kunde, musste aber trotzdem deren Hotline kontaktieren, weil bei meiner Leitung noch irgendwo eine nicht-funktionierende Swisscom-Faser existierte...

  • Gewusst wie am 10.02.2017 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Trick

    Es gibt einen Trick. Wenn ich die Hotline eines Unternehmens anrufe, dann rülpse ich zu Beginn des Gesprächs immer ins Telefon. Nicht mega-laut oder so, aber sehr gut hörbar, und dann entschuldige ich mich kurz. Diesen Stimmabdruck verwendet ziemlich sicher auch die Swisscom nicht weiter.

  • Sunrise-Kunde am 10.02.2017 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum darum

    Warum zeichnet Swisscom auf? Weil sie sich entschieden haben, es zu tun.

  • Juanito am 10.02.2017 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Kundencenter

    Hatte dies dort vor einer Weile bemerkt und sofort Deaktiviert! Nun muss nur noch die Dropbox weg. Ich will keine Cloud.....

  • Tim Birke am 09.02.2017 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    3mal dürft ihr raten

    wofür das gemacht wird :) da die staatsnahe swisscom mit dem schweizerischen nachrichtendienst zusammenarbeitet und ein internationaler markt für solche datensätze, mit welcher eure stimme weltweit identifiziert werden kann, besteht. wenn ihr in die USA anruft erscheint dann euer vollständiges profil