Schwere Vorwürfe

03. September 2012 14:08; Akt: 04.09.2012 15:52 Print

Lässt Samsung Kinder für sich schuften?

Keine Arbeit, kein Zeugnis: Laut einem Bericht der Menschenrechts-Organisation China Labor Watch werden Schüler gezwungen, in Fabriken des Elektronikriesen Samsung zu arbeiten.

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Samsung steht wegen den Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken einmal mehr am Pranger der China Labor Watch. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Kin Cheung)

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Bereits Anfang August publizierte das NGO China Labor Watch einen ausführlichen Bericht, in dem behauptet wird, dass beim chinesischen Samsung-Zulieferer HEG Electronics Kinder beschäftigt werden (20 Minuten Online berichtete). Die Vorwüfe sind happig. So sei die Arbeitssituation «deutlich schlechter» als beim Apple-Zulieferer Foxconn, der in der Vergangenheit wegen mehrerer Suizid-Fälle von Mitarbeitern als Ausbeutungskonzern in den Schlagzeilen stand.

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Nun erhebt die Menschenrechtsorganisation erneut schwere Vorwürfe gegen Samsung. Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» konnte den Bericht, der Mitte der Woche veröffentlicht werden soll, exklusiv vorab sichten. Darin ist von Verträgen die Rede, die zwischen chinesischen Schulen und Fabrikbetreibern abgeschlossen worden sein sollen. Schüler sollen angeblich von den Lehrern zu Fabrikarbeit gezwungen werden, da sie sonst kein Abschlusszeugnis erhalten. Im Gegenzug sollen die Schulen dafür entlöhnt werden.

«Höchste Standards»

Die Schüler sollen teilweise das 16. Altersjahr noch nicht erreicht haben. Zudem ist die Rede von Überstunden, gefährlichen Arbeitsbedingungen und ungültigen Arbeitsverträgen.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, antwortete Samsung gegenüber dem «Spiegel», dass man Kenntnis von dem Bericht der China Labor Watch habe und man die Situation vollständig analysieren werde. Zudem machte Samsung darauf aufmerksam, dass man sich in punkto Arbeitsbedingungen an «den höchsten Standards» messe.

Update 4. September

Der südkoreanische Elektronikhersteller Samsung hat eine Überprüfung chinesischer Zulieferer auf Verstösse gegen arbeitsrechtliche Richtlinien angekündigt. Noch in diesem Monat sollten alle 105 exklusiv für Samsung arbeitenden Zulieferbetriebe vor Ort inspiziert werden, kündigte der Technikkonzern mit Hauptsitz in Seoul am Dienstag an. Wegen des Vorwurfs der Beschäftigung von Minderjährigen hatte Samsung den chinesischen Betrieb HEG Electronics prüfen lassen. Dabei sei in einem Werk im chinesischen Huizhou keine Kinderarbeit entdeckt worden, es seien jedoch andere Vergehen gegen Auflagen aufgefallen. Verträge mit Zulieferern könnten gekündigt werden, sollten diese gegen Richtlinien verstossen, teilte Samsung mit.

(mbu/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vergiss es am 04.09.2012 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder 15 - 16 jährige

    Lehrling in der Schweiz würde zeter und mordio schreien würde man ihn als Kind bezeichnen.

  • nurmalso am 03.09.2012 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso auf die Firmen?

    Grosskonzerne sind moralisch neutrale Einheiten, sie bewegen sich innerhalb der Gegebenheiten auf die Art und Weise die ihren Profit maximiert. Warum gilt die Empörung also nicht dem politischen System, in dem Schulen ihre Schüler als Sklaven vermieten und das im Intresse des Wirtschaftswachstums eine nahezu rechtlose Kaste von Wanderarbeiter unterhält? Hängt da vieleicht gewissen Leute ein grosses rotes ideologisches Brett vor dem Kopf?

  • s.m. am 03.09.2012 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Vor der eigenen Tür kehren!

    IN der Schweiz darf man mit 16+ Schmuddel-Filmchen drehn, aber in China mit 16 Fabrikarbeit GEHT GAR NICHT!!! haha, fasst euch an den Kopf! Erstmal hier aufräumen, bevor wir in einer anderen Welt anfangen wollen. Und JA dort ist nunmal ne andere WELT!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zulino am 06.09.2012 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder ausbeutung

    Scheint mir fast so als ob der Staat die Schulen dazu treibt so was zu tun. Bei so vielen Einwohnern wollen die die Oberschicht kleinhalten. Weniger Kaderleute - mehr Arbeiter Der Chinesischen Regierung traue ich sowas zu.

  • Hans B. am 05.09.2012 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist so.

    Ja das sieht Samsung ähnlich aber das ist nicht der einzige Betrieb der Kinder ausbeutet. Was soll man machen ausser Samsung zu boykottieren? Mein S3 hab ich schon lange vorher weggeschmissen und bin auf allen 4 en wieder zu Apple zurück gekrochen.

  • andreas borer am 05.09.2012 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal 

    egal diese kinder sind wahrscheinlich sogar froh das sie arbeit haben!!

    • Thommen Kevin am 06.09.2012 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ?!

      Ist das jetzt dein Ernst...?!

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  • Hansi am 05.09.2012 03:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So läuft Business!!

    Samsung hat es inzwischen sehr weit gebracht, Apple und HTC passt das natürlich garnicht. Es könnte aber auch Sony dahinter stecken wobei, Sony eher an OLED Technology interesiert ist "wer hat jetzt die Samsung OLED TV's bei der IFA gestohlen?"

  • skali am 04.09.2012 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles das selbe

    wenn bei samsung kinderarbeit drinn ist, dann auch bei apple; da kauft ja apple umter anderem seine komponenten ein!