Bei Grossrazzia

19. Mai 2014 19:24; Akt: 19.05.2014 22:20 Print

14-jähriger Schweizer Hacker verhaftet

Bei Razzien in mehreren Ländern gegen mutmassliche Entwickler, Verbreiter und Nutzer von Schadsoftware hat die Polizei fast 100 Personen verhaftet. Der jüngste Schweizer ist 14 Jahre alt.

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Die Polizeieinsätze stehen im Zusammenhang mit einer als Blackshades bekannten Schadsoftware. (Bild: Keystone/Salvatore di Nolfi)

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Wie die koordinierenden Agenturen Europol und Eurojust am Montag mitteilten, gab es in der letzten Woche 359 Polizeieinsätze in der Schweiz, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Grossbritannien, Finnland, Österreich, Estland, Dänemark, Italien, Kroatien, den USA, Kanada, Chile und Moldawien.

Die Polizeieinsätze stehen im Zusammenhang mit einer als Blackshades bekannten Schadsoftware. Nutzer können damit Kontrolle über die Computer von Zielpersonen erlangen und persönliche Informationen aufzeichnen. Unter anderem können Tastatureingaben abgefangen und Webcams so gesteuert werden, dass sie ihre Besitzer heimlich filmen.

In der Schweiz wurde die Aktion von der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik) koordiniert, wie diese auf Facebook mitteilte. In elf Kantonen führten die zuständigen Polizeien gleichzeitig 16 Hausdurchsuchungen und Befragungen durch.

Die in der Schweiz verhafteten Personen sind laut Kobik durchschnittlich 24 Jahre alt, der Jüngste ist gar nur 14-jährig. Die Staatsanwaltschaften der Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Landschaft, Graubünden, St. Gallen, Solothurn, Schwyz, Waadt, Wallis und Zürich haben ein Verfahren wegen Datenbeschädigung oder unbefugtem Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem eröffnet.

Bei den Razzien in den 16 Ländern beschlagnahmte die Polizei Bargeld, Schusswaffen, Drogen und mehr als 1000 Geräte für die Datenspeicherung.

(sda/tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dave G. am 19.05.2014 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Und wer jagt die NSA, GCHQ...

    ... und wie diese Kriminellen noch alle heissen. Das ist gar nicht mehr nachvollziehbar, dass Vater Staat tun kann, was mit Recht für uns verboten ist. Hier müsste man auch mal ein paar festnehmen!!!!

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  • edo ic am 19.05.2014 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sehr gute leistung

    ist eine sehr gute leistung von der justiz muss man loben echt nur warum zeigt man die nsa nicht an ? für das gleiche unrecht die sie vergangen haben

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  • James am 19.05.2014 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Verbrechen gegen Leib und Leben

    Werden wiederum verharmlost und die Täter einer Meute Froschlistreichlern (siehe Carlos) vorgeworfen, welche ihn dann einige Jahre auf Kosten des Steuerzahlers für seine Taten belohnen dürfen. Scheisswelt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hermann Escher am 20.05.2014 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Hier werden Opfer zu Tätern gemacht!!!

    Das Blackshade RAT ist getarnt als Fern Werkzeug, ähnlich wie Teamviewer, LogMeIn und andere. Jedermann kann es googeln und offiziell auf der Hersteller Website kaufen. Sogar bei renommierten IT Fachwebseiten wie cnet.com kann man es beziehen. Das Tool kostet 30 Dollar. Ein Beweis dass unsere Cyberpolizei komplette Amateure sind.

    • Andric am 20.05.2014 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bravo bravo

      Bravo weiter so das finde ich klasse Supper einsatz

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  • Fabian am 20.05.2014 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Teure Angelegenheit

    "...haben ein Verfahren wegen Datenbeschädigung oder unbefugtem Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem eröffnet." Das wird bei vielen der aktuell Angezeigten ins Leere treffen. Noch lange nicht jeder Käufer von Blackshades (gab es ab 15 USD!) verwendete es für illegale Zwecke. Solange das nur auf eigenen Rechnern lief ist das völlig legal. Und im aktuellen Fall haben sie die Haussuchungen auch dann vorgenommen, wenn sie nur den Kauf "in der Hand" hatten.

  • Lucy am 20.05.2014 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Die NSA hat den grössten Datenbestand an Infos. Also bloss nicht abstellen. Die sammeln brav weiter und die Hacker können sich dann irgendwann mal dort bedienen...

  • Gusmax am 20.05.2014 07:15 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Porschefahrer verhaften!!!

    Und demnächst werden alle Porsche 911 Fahrer verhaftet, weil man so ein schnelles Auto bei einem Verbrechen als Fluchtauto verwenden könnte...

    • Rolf Gysling am 20.05.2014 08:34 Report Diesen Beitrag melden

      Hinkt

      Toller Vergleich. Mit einem Trojanerbaukasten kann man auch gemütlich dem Strand entlang fahren oder eine Pass-Strasse. Hallo? Das Ding ist für nix anderes gemacht, wozu würde ich 40$ in eine Software investieren die nur dazu da ist andere auszuspionieren oder Geld zu erpressen. Weil ich mir die so gerne anschaue?

    • Gusmax am 20.05.2014 09:24 Report Diesen Beitrag melden

      Hinkt nicht... Humpelt vielleicht ;)

      Nein, hinkt nicht... Ich arbeite in der Security Branche und der pure Besitz einer Schadsoftware sollte niemals dazu ausreichen einen Strafbestand zu erfüllen. Sollte der Verdächtige mit der Software kriminelle Handlungen begangen haben, ist eine Verfolgung und Verurleitung selbstverständlich richtig... My 2 cents...

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  • Ronn Sommer am 20.05.2014 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    Die kleinen schützt niemand!

    Da wird nur verfolgt was die Grossbanken wollen und was denen weh tut. Die vielen kleinen Opfer mit 500.- CHF bei welchen die Ricadolino/OLX-Betrüger das Unwesen treiben werden mit dem Datenschutz geschützt. Dies obwohl deren Bankdaten und Namen bekannt sind. Bei mir ist das die Basler Kantonalbank.