Datenspuren vernichten

23. März 2012 22:35; Akt: 24.03.2012 10:27 Print

So löschen Sie alle Daten von Ihrem Handy

von Oliver Wietlisbach - Wer sein Smartphone verkauft, möchte zuvor seine persönlichen E-Mails oder Fotos gelöscht wissen. Für Android, iPhone und Windows Phone gibt es verschiedene Methoden, das Gerät zu säubern.

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Smartphones und Tablets lassen sich mit wenigen Klicks auf den Werks- beziehungsweise Auslieferungszustand zurücksetzen. Dadurch werden die persönlichen Daten für den neuen Besitzer verborgen, aber nicht zwingend vollständig gelöscht. Beim iPhone und iPad wählen Sie in den «Einstellungen» die Option «Zurücksetzen». Im Menü «Zurücksetzen» wählen Sie «Inhalte und Einstellungen löschen» und ... ... geben Ihren Code ein. Auch Android-Handys und Windows-Phones lassen sich in den Einstellungen auf den Werkzustand zurücksetzen. Bei Android-Handys gehen Sie zum Zurücksetzen des Geräts in die «Einstellungen» und wählen «Datenschutz». Wählen Sie die Option «Auf Werkszustand zurück». Mit dem Klick auf «Telefon zurücksetzen» werden die Daten gelöscht beziehungsweise unsichtbar gemacht. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass die Daten nicht wiederhergestellt werden können, kann der freie Speicherplatz mit speziellen Apps überschrieben werden. Auf der sicheren Seite ist, wer generell alle Daten auf der microSD-Karte speichert und diese vor der Weitergabe des Handys entnimmt. Das gleiche gilt für Nokia-Handys mit Speicherkarten. Für Android-Handys und -Tablets gibt es unter anderem die Daten-Killer-App Shredroid. Das Programm wurde an der ETH Zürich entwickelt und kann gratis im Android-Store Google Play bezogen werden. Damit sämtliche Daten sicher gelöscht werden, sollte je ein Haken gesetzt werden bei «External Storage» und «Internal Storage». Die App iShredder für das iPhone und iPad überschreibt laut Herstellerangaben ebenfalls den freien Speicherplatz. iShredder für das iPhone und iPad ist im App Store ab 4 Franken erhältlich. Securewipe erfüllt den gleichen Zweck und kostet ebenfalls 4 Franken im App Store. Experten zweifeln indes an der Wirksamkeit solcher Apps auf iOS-Geräten, da den Programmen von Drittanbietern die Rechte fehlen würden, den gesamten Speicher zu überschreiben.

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Ob Kurznachrichten, E-Mails oder Urlaubsfotos: iPhone, Android-Handys und Windows-Phones kennen unsere kleinen Geheimnisse. Gleiches gilt für Tablet-PCs, von denen in der Schweiz im letzten Jahr fast eine halbe Million Geräte in Umlauf gelangten.

Wer sein gebrauchtes Mobiltelefon verkauft, sollte die persönlichen Daten im eigenen Interesse gründlich löschen. Die meisten Nutzer entfernen zumindest das E-Mail-Konto und löschen die gespeicherten SMS und Fotos. Für den neuen Besitzer sind Notizen oder Fotos so unsichtbar, die Inhalte bleiben aber möglicherweise auf dem Gerät erhalten.

Risiko: Speicherkarten

Eine denkbare Alternative bei Nokia- und Android-Handys ist, generell alles auf der Speicher-Karte - also nicht direkt auf dem Gerät - zu sichern und die Karte vor der Weitergabe des Handys zu entnehmen - wobei entnehmen hier das entscheidende Wort ist.

«Mit geeigneten Programmen, die man teils im Internet findet, können persönliche Daten ansonsten wieder hergestellt werden», sagt Stefan Friedli von der Sicherheitsfirma scip AG. Besonders gefährdet seien Android-Handys mit Speicherkarten. «Fotos und andere Daten auf SD-Speicherkarten werden selten bis nie verschlüsselt», so der Sicherheitsexperte. Obwohl immer häufiger auch heikle geschäftliche Daten auf Handys mitgeführt werden, verzichten die meisten Hersteller auf die Verschlüsselung der Speicherkarten.

iPhone verschlüsselt nicht alle Daten

Beim iPhone und iPad werden ab der Betriebssystem-Version iOS 5 immerhin die E-Mails verschlüsselt, sofern der Nutzer ein Passwort für sein Gerät verwendet. Daten im Systemkalender, Kontakte und Fotos werden aber nach wie vor unverschlüsselt gespeichert und sind somit potenziell wiederherstellbar.

Wie bei PCs werden auch bei mobilen Geräten gelöschte Dateien zunächst in einen versteckten Ordner «Trash» verschoben. Die Dateien können daher wiederhergestellt werden, bis der Speicherplatz mit neuen Dateien überschrieben wird. Im Unterschied zu PCs bleiben die Daten auf Smartphones bei normaler Nutzung nur etwa 44 Stunden erhalten, wie eine Studie der ETH zeigt.

Auf Werkszustand setzen

Kluge Köpfe stellen daher vor der Weitergabe des Handys den Werkszustand (Hardreset) wieder her. Smartphones oder Tablets können mit wenigen Klicks in diesen Auslieferungszustand zurückgesetzt werden (siehe Diashow). Nur: Wie beim manuellen Löschen werden die E-Mails, Fotos, Videos etc. für den neuen Besitzer nur unsichtbar, sie sind aber nicht in jedem Fall vollständig vom Gerät gelöscht.

«Ich vermute, dass die gelöschten Daten beim Zurückstellen in den Werkzustand nicht überschrieben und somit völlig unbrauchbar gemacht werden», sagt Friedli. Im Regelfall sei das Löschen mit dieser Methoden für den Verkauf zwar ausreichend, «es ist aber davon auszugehen, dass mittels forensischer Methoden durchaus noch Daten aufgefunden werden können.»

Fraglicher Nutzen von Lösch-Apps

Versierte Handy-Nutzer, die auf Nummer sicher gehen wollen, installieren oft sogenannte Daten-Killer-Apps wie iShredder für Apple-Geräte oder das von der ETH Zürich entwickelte Shredroid für Android. Die Apps überschreiben nach eigenen Angaben den freien Speicher des Smartphones oder Tablets mehrfach und machen ihn somit unbrauchbar für Wiederherstellungstools - zumindest in der Theorie.

Hinter den Nutzen von Apps wie iShredder setzt Friedli ein grosses Fragezeichen. «Die App erhält von Apples Betriebssystem iOS gar nicht die Rechte, den gesamten freien Speicher zu überschreiben.» Der Sicherheitsexperte kann sich daher kaum vorstellen, dass solche Apps massiv mehr Dateien vernichten, als bereits beim Zurücksetzen des Geräts gelöscht werden. Hersteller Protectstar schreibt, dass Daten wie Fotos oder Videos zuerst von Hand gelöscht werden müssen und danach iShredder ausgeführt werden soll.

Nützlicher sind die Datenlöscher vermutlich für Android- und Windows-Handys, da die Apps bei diesen Betriebssystemen laut Friedli mehr Rechte haben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcus am 25.03.2012 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut sichere Datenlöschung

    Das Stichwort lautet: Einschmelzen! Eine Festplatte, die bei mehreren Tausend Grad eingeschmolzen wird, sodass hinterher nur noch ein flüssiger Brei übrig bleibt, enthält mit Garantie keine Daten mehr!!! Danach trocknen lassen, und Überreste physisch Schreddern, am besten in Nanogrösse... Aus diesem Staub stellt niemand wieder Daten her!

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  • Claudia am 25.03.2012 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach!

    Hammer nehmen und draufhauen!

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  • andy wymann am 24.03.2012 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie geht's???

    der Titel des Artikels verspricht, dass man nach dem Lesen weiß, wie man alles löscht. das ist aber nicht der Fall, oder?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mad Max am 26.03.2012 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Einfaches Überschreiben reicht völlig!

    Welcher Anbieter soll überschriebene Daten wiederherstellen können? Das war das nur ein theoretischer Angriff, der mit heutigen Speicherdichten unmöglich ist.

    • Kurt am 26.03.2012 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Eben nicht

      Jedes recovery tool kann das,braucht kein spezialist

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  • ijoe am 25.03.2012 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    speicher überfilmen

    am besten zurücksetzen und dann nach kurzem einrichten ohne mail etc. den speicher überschreiben in dem man bis er voll ist video aufzeichnet. dann nochmals zurücksetzen. könnte mit erheblichem Aufwand auch evtl was recovered werden, aber mit einfachen datenrecover programm ausem netz wirds schwierig... wenn man nicht grad höchst sensible daten hat reicht das allemal...

  • Dimi Zombi am 25.03.2012 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch bei Computer?

    Kann man das auch bei einem Computer machen?

    • muXXimuS am 25.03.2012 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      Gerade auch bei PC / Mac

      Eine Computerfestplatte , wird entweder komplett physikalisch zerstört , oder man könnte sie auch einfach aufschrauben , und die Datenscheiben behalten und den Rest ins Recycling geben . Oder man versucht sie sogut es geht mit Hilfe von Tools oder auch manuell , zu Überschreiben . Es kommt halt immer auch auf den Grad der Wichtigkeit persönlicher oder vertraulicher Daten an .

    • Dino Wyssling am 26.03.2012 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sicheres löschen

      Ich benutze zum löschen von wichtigen Daten immer das Programm DBAN. Dass ist sehr sicher und kann nicht wiederhergestellt werden.

    • DBAN am 26.03.2012 15:03 Report Diesen Beitrag melden

      Dariks Boot and Nuke

      DBAN ist toll - wird auch z.B. im Bankenumfeld genutzt um sicher zu löschen.

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  • Claudia am 25.03.2012 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach!

    Hammer nehmen und draufhauen!

    • te am 25.03.2012 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      bringt nix!

      den daten passiert dabei nicht viel

    • Kurt am 26.03.2012 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Dann sind sie futsch

      Das ist das ei tig richtige,wenn das vakum aufgeht oder die mechanik defekt ist kann man die daten kaum mehr mit normalen mittel mehr auslesen

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  • Marcus am 25.03.2012 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut sichere Datenlöschung

    Das Stichwort lautet: Einschmelzen! Eine Festplatte, die bei mehreren Tausend Grad eingeschmolzen wird, sodass hinterher nur noch ein flüssiger Brei übrig bleibt, enthält mit Garantie keine Daten mehr!!! Danach trocknen lassen, und Überreste physisch Schreddern, am besten in Nanogrösse... Aus diesem Staub stellt niemand wieder Daten her!

    • jenny am 25.03.2012 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      genau!

      gefällt mir!

    • Dusty am 26.03.2012 05:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Noch nicht!

      Abwarten ;-)

    • Urs L. am 26.03.2012 10:33 Report Diesen Beitrag melden

      gefällt mir auch, aber...

      ... der Kosten-Nutzen-Effekt wird vermutlich für Firmen und Privatanwender exorbitant hoch sein. Da ist eine Data Shredder Software/app sicherlich preiswerter, wenn auch nicht 100% sicher.

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