Schwere Vorwürfe

12. September 2012 15:38; Akt: 12.09.2012 18:46 Print

Zwangsarbeit für Apple? Foxconn dementiert

Apple-Zulieferer Foxconn zwinge Berufsschüler, das iPhone 5 zu montieren. Dies behauptete eine chinesische Nichtregierungs-Organisation. Der Konzern widerspricht den Vorwürfen.

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In einer Fabrik in China hat Foxconn die Anzahl der Mitarbeiter von 110'000 auf 50'000 reduziert. Grund dafür ist der Einsatz von Robotern. Der chinesische Zulieferer Foxconn ist berüchtigt für seine zweifelhaften Arbeitsbedingungen. So stand das Unternehmen im Verdacht, Studenten gezwungen zu haben, Playstation 4 zu fertigen statt ein studiumrelevantes Praktikum anzubieten. Ein Reporter der chinesischen Zeitung «Southern Weekend» ging den Arbeitsbedingungen und den Gründen für die Selbstmorde von elf Mitarbeitern auf die Spur. Er fand bald heraus, dass Foxconn den Selbstmord von 30 weiteren Mitarbeitern verhindert hatte - in einem Zeitraum von nur drei Wochen. Um bei Foxconn angestellt zu werden, muss der Kandidat als Erstes einen Arbeitsfähigkeitstest absolvieren. Dabei werden Mathematik und Englisch geprüft. Wer 20 von 100 Punkten erreicht, bekommt eine Stelle. Katastrophale Bedingungen fand Reporter Liu Zhiyi bei Foxconn nicht vor. Vielmehr stellte er fest, dass die Löhne äusserst niedrig sind ... ... und sich Arbeiter mit diesen Bezahlungen nie die hauseigenen Produkte wie ein iPad leisten können. Der Journalist stellte allerdings fest, dass keine Kollegialität oder Freundschaft unter den 400'000 Mitarbeitern besteht. Da die Arbeiter Tag ein, Tag aus mit monotoner Arbeit beschäftigt sind, ... ... nehmen die Angestellten ihre Kollegen nicht mehr als Individuen wahr. Es gibt einige Arbeiter, die nicht einmal den Namen ihrer nächsten Kollegen kennen, ... ... selbst wenn sie zusammen in den Foxconn-eigenen Appartements wohnen. Die Arbeiter dürfen einmal täglich eine 10-Minuten-Pause im gemeinsamen Schlafzimmer machen. Um den Zimmerschlüssel zu bekommen, müssen sie ihren Badge abgeben. Wer innerhalb der vereinbarten Zeit nicht zurück ist, wird bestraft. Foxconn versucht nun nach der Selbstmord-Serie die «Würde der Angestellten» mit einer saftigen Lohnerhöhung sicherzustellen. Das Unternehmen kündigte gleichzeitig an, keine Entschädigungen mehr an Hinterbliebene von Mitarbeitern zu zahlen, die Selbstmord begangen haben.

Der Apple-Partner Foxconn steht seit Jahren wegen schlechten Arbeitsbedingungen in der Kritik.

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Der chinesische Hersteller des iPhones hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach Berufsschüler zur Arbeit in seinen Fabriken gezwungen würden. Weil der asiatische Apple-Partner nicht genügend Arbeitskräfte finde, würden tausende chinesische Studenten vorübergehend zu Montagearbeiten für das iPhone 5 gezwungen. Diese Meldung stammte von der chinesischen Tageszeitung «China Daily», die sich auf einen Bericht der Menschenrechtsorganisation China Labor Watch bezog.

Die Vereinbarung mit den Schulen sehe vor, dass die Schüler diese verlassen dürften, um bei Foxconn zu arbeiten, erklärte die Foxconn Technology Group, die unter anderem für Apple Geräte wie das iPhone und iPad fabriziert.

NGO erhebt schwere Vorwürfe

Die in New York ansässige Organisation China Labor Watch hatte zuvor berichtet, dass einige Schüler die Foxconn-Fabriken hätten verlassen wollen, aber von ihrer Schule gezwungen worden seien, zu bleiben. Dabei berief sich die Gruppe auf Mitarbeiter von Foxconn (20 Minuten Online berichtete).

Foxconn erklärte, die Berufsschüler seien als Praktikanten tätig. Die Vereinbarung mit den Schulen sehe vor, dass sie jederzeit gehen könnten. Das Unternehmen verwies zudem auf den Bericht eines von Apple beauftragen Gutachters, der zu Beginn des Jahres zu dem Ergebnis gekommen sei, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass Praktikanten zu irgendetwas gezwungen würden.

Apple hat für Mittwoch zu einer Veranstaltung geladen, auf der die Vorstellung des neuen iPhone 5 erwartet wird. 20 Minuten Online berichtet ab 19 Uhr live.

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • florian weber am 13.09.2012 00:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Jahr 2012? Schon schade

    Also meiner Meinung nach sollte man nachdenken wenn man sich ein iPhone 5 kaufen geht. Ich hoffe auch nicht das ich ein Gerät benutzen werde welches gebaut wurde und dieser ist schon evt. am durchdrehen oder wie Sie oben selbst lesen können, Sie wißen schon.

  • asdf am 13.09.2012 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert alles.

    Geld als Schmieröl :)

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  • Rolando am 12.09.2012 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ipad

    Also ich finde das auch nicht gut. Aber ohne ipad geht es auch nicht. Was soll ich machen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Isaad Refghi am 15.09.2012 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sry star k.a. XD

    1. Apple ist nicht Foxconn und sie wollte Hersteller wechseln, falls Foxconn weiter Menschenrechte verletzt. 2. Die Studenten können laut Foxconn sagen dass sie nicht wollen und müssen dann auch keine iPhones zusammenschrauben. 3. Es werden nicht nur Appleteile bei Foxconn hergestellt, zb. Samsung GS3's auch. 4. Das machen fast alle Hersteller und keiner merkts.

  • Anstachler am 13.09.2012 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Individuum

    Zitat Bildstrecke: "... nehmen die Angestellten ihre Kollegen nicht mehr als Individuen wahr." Also ich würd bei so vielen gleich gekleideten / gleich aussehenden auch den Überblick als Individuum verlieren. Bsp. Ein Schwarzes Schaaf in einer Weissen Herde ist ein Individuum, ein Weisses Schaaf in einer Weissen Herde ist halt stink normal.

  • asdf am 13.09.2012 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert alles.

    Geld als Schmieröl :)

    • Ds am 13.09.2012 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Will kein Ischmieröl

      Apples Produkte glitschig? Lieber nicht...

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  • DieFeuerlilie am 13.09.2012 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lösungsvorschlag

    Das iPhone kostet ein Vermögen, Apple verdient sich eine goldene Nase dran! Da könnten sie ruhig mit gutem Beispiel vorangehen, Arbeitsplätze in den USA schaffen und die Geräte dort montieren lassen. Und schon wäre die Foxconn-Problematik vom Tisch. Aber nein.. um noch mehr Profit rauszuschlagen, lässt man in einem Land produzieren, das die Menschenrechte mit Füssen tritt. Wie kann man aus Gewinnmaximierungsgründen derart heuchlerisch sein und mit China zusammenarbeiten? Ekelhaft! (Gilt auch für die Schweiz und die meisten anderen Länder..)

    • romaro am 13.09.2012 11:23 Report Diesen Beitrag melden

      Die Hauptverantwortlichen......

      ..... sind alle diese Apple Anbeter, die all das überteuerte Zeugs von Apple kaufen.

    • Apfelkenner am 15.09.2012 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ihr zwei

      Abgesehen davon dass Samsung ihr S3 teurer verkauft, nennt mir einen einzigen Grund wieso das Iphone zu teuer sein soll! Weil es viel besser verarbeitet ist, oder aus teureren Materialien besteht und funktioniert ohne Abstürze? Warte auf gescheite Kommentare...

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  • florian weber am 13.09.2012 00:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Jahr 2012? Schon schade

    Also meiner Meinung nach sollte man nachdenken wenn man sich ein iPhone 5 kaufen geht. Ich hoffe auch nicht das ich ein Gerät benutzen werde welches gebaut wurde und dieser ist schon evt. am durchdrehen oder wie Sie oben selbst lesen können, Sie wißen schon.