Neue Studie

24. Oktober 2012 11:59; Akt: 24.10.2012 17:40 Print

Vier von fünf Jugendlichen haben ein Smartphone

Vor zwei Jahren hatten 40 Prozent der Jugendlichen ein Smartphone – mittlerweile hat sich dieser Anteil verdoppelt. Und sie telefonieren damit nicht nur, sie spielen, surfen im Netz und hören Musik.

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Für die Studie standen 1000 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren Red und Antwort. (Bild: Colourbox)

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Jugendliche surfen auf der Smartphone-Welle zuoberst mit: Immer mehr Teenager sind laut einer Studie mit ihrem Alleskönnerhandy im Internet unterwegs. Ausserdem nutzen sie vermehrt die ständig zunehmenden Unterhaltungsmöglichkeiten ihrer mobilen Geräte.

Der Anteil an Smartphones bei den Jugendlichen hat sich innert zwei Jahren auf rund 80 Prozent verdoppelt, wie aus einer Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hervorgeht, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Die im Auftrag der Swisscom erstellte Studie hat nach 2010 zum zweiten Mal untersucht, wie Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren kommunizieren und welche Medien sie nutzen. Für die Studie mit Namen «James» wurden über 1100 Jugendliche in allen drei Sprachregionen der Schweiz befragt.

Handy bleibt Nr. 1

Die häufigste Freizeitbeschäftigung ist das Handy, welches 92 Prozent der Teenager täglich oder mehrmals wöchentlich benutzen. Knapp dahinter folgt das Internet (89 Prozent): Die Studie kommt zum Schluss, dass die Jugendlichen unter der Woche durchschnittlich gut zwei Stunden pro Tag online sind. Am Wochenende steigt der Internetkonsum auf rund drei Stunden.

Das sei gleich viel wie vor zwei Jahren, sagte Professor Daniel Süss bei der Vorstellung der Ergebnisse in Basel: «Es stellt sich die Frage, ob wir ein Limit erreicht haben.»

Auf Platz drei und vier der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen liegen mit je rund 80 Prozent MP3-Musikhören und Fernsehschauen. Doch obwohl die Jugendlichen die neuen Medien rege nutzten, seien sie keine Couchpotatoes, sagte Süss.

Sie würden nach wie vor gerne ihre Freunde treffen, deren Zahl stabil geblieben sei. Knapp zwei Drittel der Teenager trieben auch regelmässig Sport. Auch Ausruhen und Nichtstun seien wichtig.

Facebook immer noch «in»

Ganz hoch im Kurs sind soziale Netzwerke: 82 Prozent der Jugendlichen seien bei einem sozialen Netzwerk angemeldet. Mit Abstand das beliebteste ist allen Unkenrufen zum Trotz Facebook (75 Prozent). Weit dahinter folgen Twitter (12 Prozent) und Google (10 Prozent), die aber beide in den letzten zwei Jahren deutlich zulegen konnten.

Erfreulich sei, dass 84 Prozent der Jugendlichen Optionen zum Schutz ihrer Privatsphäre aktiviert hätten. 2010 waren es nicht einmal 60 Prozent gewesen. «Die Jugendlichen sind sich bewusst, dass sie ihre Daten schützen müssen», sagte Süss.

Unterhaltungsgeräte

Dank der technischen Entwicklung surfen mittlerweile zwei Drittel der Teenager mit ihrem Smartphone im Internet. 2010 waren es erst 16 Prozent gewesen.

Zudem werden die immer leistungsfähigeren Handys zu vielseitigen Unterhaltungsgeräten. Neben Telefonie, SMS oder Surfen spielen die Jugendlichen zunehmend Handygames, schauen Videos, fotografieren oder hören Musik.

So machen 46 Prozent der Befragten Handyspiele, nachdem es vor zwei Jahren erst 19 Prozent gewesen waren. Der Anteil der Emailleser von unterwegs stieg von 10 auf 38 Prozent. Mit Abstand am meisten werden allerdings immer noch die klassischen Funktion SMS (91 Prozent) und Telefonieren (79 Prozent) genutzt.

Multitasking

Die diesjährige Studie ergab überdies, dass Jugendliche oft in mehreren Medien gleichzeitig unterwegs sind. So hören sie Musik, während sie Nachrichten verschicken, ein Youtube-Video ansehen oder sich auf Facebook bewegen.

Knapp die Hälfte der Befragten geben an, regelmässig im Internet zu surfen, während sie fernsehen. 59 Prozent sagen von sich, dass sie vor dem TV telefonieren oder SMS schreiben. «Das Smartphone ist immer dabei», sagte Professor Süss.

(sda)