DDoS-Attacke

13. März 2013 09:04; Akt: 13.03.2013 10:20 Print

Islamisten legen grösste US-Bank lahm

Der Internetauftritt von JPMorgan Chase ist durch unbekannte Angreifer in die Knie gezwungen worden. Die Spur führt nicht nach China, sondern zu militanten Muslimen.

storybild

Der Angriff auf verschiedene US-Grossbanken wurde anonym im Internet angekündigt. (Bild: AP Photo/Mark Lennihan)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Computerangriff auf die Server von JPMorgan Chase hat die Website Chase.com vorübergehend lahmgelegt. Etliche Kunden hätten stundenlang keinen Online-Zugang zu ihren Konten gehabt, teilte das Geldhaus am Dienstag mit.

Laut US-Medienberichten handelte es sich um eine sogenannte Distributed-Denial-of-Service-Attacke, kurz DDoS genannt. Dabei werden Server gleichzeitig mit möglichst vielen Webanfragen bombardiert, um den Internetauftritt vorübergehend zu blockieren.

YouTube-Film im Visier

Es gibt Hinweise, dass nicht die staatlichen Hacker der chinesischen Volksbefreiungsarmee hinter dem Angriff stecken. Vielmehr dürfte es sich um eine Vergeltungsaktion von Islamisten handeln, wie das US-Portal eWeek.com berichtet. Eine Gruppierung namens Al Quassam Cyber Fighters hatte am 5. März Attacken gegen US-Banken angekündigt. In der bei Pastebin anonym veröffentlichten Mitteilung wird die Entfernung des umstrittenen YouTube-Films «Innocence of Muslims» gefordert. Der Film verletze die religiösen Gefühle der Gläubigen, schreiben die Hacktivisten. Um diese Beleidigung zu rächen, seien die DDoS-Attacken lanciert worden.

Der antimuslimische Low-Budget-Film, der angeblich die Wahrheit über den Propheten Mohammed erzählt, hatte schon letzten Herbst zu massiven Protesten in der arabischen Welt geführt. Der Macher des Schmähfilms wurde von einem US-Gericht verurteilt.

Grössere Gefahr als der Terrorismus

JPMorgan und andere grosse Finanzinstitute wie Bank of America und Citigroup hatten vor kurzem davor gewarnt, dass ihre Seiten angegriffen worden seien und die Attacken anhalten dürften. Nach Ansicht der US-Geheimdienste stellen Cyber-Angriffe und Internet-Spionage mittlerweile eine grössere Gefahr für die Sicherheit der USA dar als der Terrorismus.

Die US-Notenbank Federal Reserve war nach eigenen Angaben vor kurzem ebenfalls Opfer einer Attacke von Computerhackern. Vergangene Woche wurde zudem bekannt, dass Hacker Dutzende Computersysteme von Regierungen in Europa angegriffen haben.

Oft werden solche Attacken China zugeschrieben. Die Volksrepublik hat dies immer wieder zurückgewiesen und ihrerseits erklärt, hinter dem Grossteil der Hacker-Angriffe auf Chinas offizielle Websites steckten die USA.

(dsc/sda)