Cebit 2014

13. März 2014 13:10; Akt: 13.03.2014 13:10 Print

Robo-Stripper und sprechende Häuser

3500 Aussteller aus 70 Nationen präsentieren derzeit Neuheiten, Innovationen und allerlei Kurioses in Hannover: Diese Woche findet dort die grösste Computermesse der Welt statt.

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Gut abgeschirmt: An der Cebit am Stand der Deutschen Telekom hängen hunderte Regenschirme. Zu sehen gibt es am gigantischen Stand unter anderem einen intelligenten Koffer, der selbstständig auf Reisen geht. Entwickelt wurde das smarte Gepäckstück von T-Systems, Airbus und Rimowa. Händeschütteln mal anders: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premier David Cameron gehen auf Tuchfühlung mit einer bionischen Handprothese, mit der selbst feinste Bewegungen gemacht werden können. «Yes, we scan» - oder so. An der Messe vertreten ist auch der US-Präsident Barack Obama. Als Pappfigur wirbt er in einer der Hallen für einen Buch-Scanner. Roboter sind an der Cebit fast überall zu finden. Hier ein menschenähnliches Modell des britischen Herstellers Robothespian. Die ETH Zürich zeigt an der Cebit ihren Roboy. Der Roboteraffe des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) hat eine bewegliche Wirbelsäule und kann mit den Füssen fühlen. Der deutsche Softwarehersteller Tobit lässt die Puppen tanzen: Beim Auftritt wurden die Pole-Dance-Roboter von einem DJ-Bot begleitet, der für die Musik sorgte. Mähdrescher 4.0. Der Agrarmaschinenhersteller Claas zeigt vernetzte Maschinen wie Mähdrescher und Traktoren, die den Ernteprozess optimieren sollen. Die «Smart Kitchen» schlägt Rezepte vor, steuert den Ofen und die Herdplatten. Die Firma Semvox zeigt in Hannover ein System zur Sprachsteuerung im vernetzten Haus. Ist es zu kalt oder zu dunkel, genügt es, einen entsprechenden Wunsch auszusprechen, schon fährt die Heizung hoch oder das Licht wird heller. Das Armband «Airwriting» erkennt, wenn der Nutzer Grossbuchstaben in die Luft malt und setzt diese in Wörter um, die drahtlos an einen Computer geschickt werden. Eine Plastikschicht soll die empfindlichen Handy-Displays nicht nur vor Schmutz und einfachen Kratzern schützen, sondern - so das Versprechen des Herstellers - «selbst Hammerschläge absorbieren». «Kann Übelkeit verursachen», warnt ein Schild: An einem anderen Stand konnten hartgesottene Besucher mit der Occulus-Rift-Brille eine virtuelle Achterbahn abfahren. Beeindruckend: Hologramm-Technik mit Wow-Faktor. Bisher funktioniert das allerdings nur in einem abgedunkelten Raum. Edles Ding: Der Rangee Deluxe PC hat ein Gehäuse mit Lederbezug, Edelstahlleiste und massivem Holzfuss. Verspielt: Auf der Ausstellungsfläche vieler asiatischer Aussteller ist es quietschbunt. Angriff aus der Luft: Ein fliegender Hai geht in der Halle 3 auf Promotour. Ausruhen im digitalen Zeitalter kann man etwa auf diesem Sofa in Form eines elektronischen Speicherbausteins, eines sogenannten EPROM.

Zum Thema
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Sicherheit und Big Data, also die Verarbeitung von grossen Datenmengen, sind zentrale Themen an der diesjährigen Cebit in Hannover. 2014 ist die Messe erstmals nur für ein Fachpublikum geöffnet.

3500 Aussteller präsentieren auf dem Messegelände ihre Produkte und Dienstleistungen, darunter viele spannende und wie immer einige skurrile Neuheiten.

Eiskaltes Händchen

Auch an der diesjährigen Ausgabe der Cebit sind Roboter jeglicher Couleur in den Hallen vertreten. Bereits an der Eröffnung der Messe schüttelten die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premier David Cameron eine bionische Handprothese. Mit der künstlichen Hand können selbst feinste Bewegungen ausgeführt und so zum Beispiel ein Smartphone gesteuert werden.

Roboy heisst der kleine Star, der die Besucher gleich scharenweise in seinen Bann zieht. Statt ein Hirn besitzt der kleine Roboter einen Chip, ist 35 Kilogramm schwer und 1,5 Meter gross. Gebaut wurde er in der Schweiz im Labor für Künstliche Intelligenz der Universität Zürich.

Ebenfalls aus einem Labor stammt der Roboter namens Charlie. Entwickelt wurde er vom deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DSKI). Die Maschine ist einem Affen nachempfunden, hat eine flexible Wirbelsäule und Sensoren an den Füssen. Auf zwei Beinen laufen kann Charlie aber noch nicht. Dereinst soll der künstliche Affe einmal fremde Planeten erkunden.

Robo-Stripper

Eher ungewöhnliche Roboter tanzen am Stand des deutschen Softwareherstellers Tobit. Blinkende Köpfe, bunte Lichteffekte, verschalte Brüste: Willkommen in der Welt der Pole-Dance-Bots. Die weissen, lebensgrossen Roboter mauserten sich schnell zur Attraktion in den Messehallen. Zusammengebaut wurden die Roboter aus alten Autoteilen. Gesteuert werden sie per App. Der passende DJ-Bot liefert am Stand des Softwareherstellers die Musik.

Schöpfer der Roboter ist der britische Künstler Giles Walker. Die Pole-Dance-Roboter können auch gemietet werden. Mit umgerechnet rund 3500 Franken ist das doch etwas ruckelige Tänzchen aber nicht gerade günstig.

Der Softwarehersteller Tobit lässt an der Cebit die Puppen tanzen. (Video: Youtube.com/RuptlyTV)

Wenn Haus und Küche reden lernen

Dialog statt Monolog: Die sprechende Küche des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz denkt beim Backen, Braten und Kochen mit. Wer die Schürze umhat, sagt zum Beispiel einfach: «Heute Abend habe ich Lust auf Braten» und schon sucht die dazugehörige App Kochbot das Rezept heraus. Eine Computerstimme liest dann Schritt für Schritt die Anleitung vor, sodass der Hobbykoch nicht mit fettigen Fingern auf dem Display herumtippen muss.

Je nachdem, wie vernetzt der Haushalt ist, kann Kochbot auch Küchengeräte steuern und Garzeiten überwachen. Ist der Braten dann geglückt, speichert die App das Rezept auf Wunsch als Favorit ab. Wer einfallslos ist, kann sich von dem Programm auch ein Zufallsmenü empfehlen lassen.

Besonders gut würde der Kochbot in das Haus, das aufs Wort gehorcht, passen. Die Firma Semvox zeigt in Hannover ein System zur Sprachsteuerung im vernetzten Haus. Ist es zu kalt oder zu dunkel, genügt es, einen entsprechenden Wunsch auszusprechen, und schon fährt die Heizung hoch oder das Licht wird eingeschaltet.

In die Luft schreiben

Nach der Luftgitarre kommt der Luftstift: Das Karlsruher Institut für Technologie stellt eine Technik vor, mit der man ohne Tastatur schreiben kann. Möglich macht dies das Armband namens Airwriting. Das Gadget erkennt, wenn der Nutzer Grossbuchstaben in die Luft zeichnet und setzt diese in Wörter um, die drahtlos an einen Computer gesendet werden.

Dabei kann das Plastikschmuckstück dauerhaft getragen werden — wenn der Besitzer gerade den Abwasch macht oder wild gestikuliert, erkennt Airwriting, dass es sich nicht um Schreibbewegungen handelt.

Hammerhart geht es am Stand von Bull Products zu: Die Firma zeigt eine Schutzfolie für Handydisplays. Die dünne Plastikschicht soll die empfindlichen Bildschirme nicht nur vor Schmutz und Kratzern schützen, sondern — so das Versprechen — «selbst Schläge mit einem Hammer absorbieren».

(tob/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • michael am 13.03.2014 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    schade schade

    hätte man an der entwicklung alternativer energien genauso fleissig geforscht wie im computerbereich, wäre die energiekrise ein thema von gestern. aber leider wird diese branche vehement von der energie lobby ausgebremst, die dann ihre gewinne den bach runter gehen sieht. was wäre denn an einem haus, das sich selbstständig mit strom versorgt noch zu verdienen ?

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  • Apple_user am 15.03.2014 02:26 Report Diesen Beitrag melden

    cooler stand

    Ist zwar voll daneben, aber zumindest waren die Leute am Stand sehr cool drauf und berühmt für die Afterparties :-)

  • Piet am 13.03.2014 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal was für die Augen

    Wird es nicht mal zeit das sie an Bildschirmen arbeiten die nicht die Augen kaputt machen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Apple_user am 15.03.2014 02:26 Report Diesen Beitrag melden

    cooler stand

    Ist zwar voll daneben, aber zumindest waren die Leute am Stand sehr cool drauf und berühmt für die Afterparties :-)

  • Piet am 13.03.2014 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal was für die Augen

    Wird es nicht mal zeit das sie an Bildschirmen arbeiten die nicht die Augen kaputt machen.

  • michael am 13.03.2014 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    schade schade

    hätte man an der entwicklung alternativer energien genauso fleissig geforscht wie im computerbereich, wäre die energiekrise ein thema von gestern. aber leider wird diese branche vehement von der energie lobby ausgebremst, die dann ihre gewinne den bach runter gehen sieht. was wäre denn an einem haus, das sich selbstständig mit strom versorgt noch zu verdienen ?

    • peter mutschli am 14.03.2014 08:59 Report Diesen Beitrag melden

      sehe ich nicht so

      Ich denke das u.a. das auch Teil der Computerforschung ist... nur das dies möglicherweise nicht an der CEBIT gezeigt wird. Bitte vorsichtig sein mit solchen aussagen. Ohne Informatik würde heute nichts mehr funktionieren.

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