Bedingungen gelockert

02. April 2012 13:01; Akt: 02.04.2012 14:27 Print

Kim Dotcom darf wieder ins Netz

Dank «vorbildlichem Verhalten»: Der in Neuseeland unter Hausarrest stehende Megaupload-Gründer kann wieder nach Herzenslust im Internet surfen. Und er will ein Musikalbum aufnehmen.

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Das Verhalten von Kim Dotcom seit seiner Verhaftung im Januar erscheine vorbildlich, sagte ein Richter.

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Ein Gericht in Auckland hat am Montag entschieden, das Internet-Verbot für den 38-jährigen Megaupload-Gründer aufzuheben. Kim Dotcom darf ausserdem einmal wöchentlich mit seinen früheren Kollegen zusammentreffen sowie zu Musik-Aufnahmen in ein Studio in Auckland fahren und täglich 90 Minuten ohne Fussfessel schwimmen. Dotcoms Verhalten seit seiner Festnahme im Januar erscheine vorbildlich, begründete der neuseeländische Richter die Lockerungen.

Wie das neuseeländische Online-Portal stuff.co.nz berichtet, nimmt Dotcom ein Musikalbum auf. Dabei handelt es sich um eine Kooperation mit internationalen Künstlern, wie der Anwalt des Megaupload-Gründers sagte. Die Künstler seien zum Teil aus den USA eingeflogen worden. Dotcom schreibt offenbar auch an den Song-Texten mit. Zudem singt der 38-Jährige nicht zum ersten Mal. Kurz vor der Schliessung der Megaupload-Plattform veröffentlichte er bei YouTube ein eigenes Musikvideo.

Der «Mega Song» führte allerdings auch zu juristischen Scherereien. Ein US-Musikkonzern sorgte dafür, dass der Clip vorübergehend von Googles Videoportal verschwand.

Es drohen 20 Jahre Gefängnis

Die USA haben die Auslieferung von Dotcom und drei seiner Mitarbeiter beantragt. Dem deutschen Staatsbürger, der kürzlich Vater von Zwillingen geworden ist, drohen in den USA bis zu 20 Jahre Freiheitsstrafe. Seine Online-Plattform soll illegale Downloads ermöglicht und den Rechteinhabern damit einen Schaden von mindestens 500 Millionen Dollar verursacht haben.

(dsc/ap)