Neue Gefahren

06. Januar 2015 12:33; Akt: 06.01.2015 12:33 Print

Das sind die grössten Cyber-Bedrohungen 2015

Im neuen Jahr werden mobile Geräte vermehrt von Cyber-Angriffen bedroht sein. Ein Überblick über die grössten Gefahren, die 2015 auf Internetnutzer warten.

Bildstrecke im Grossformat »
Ein Hacker hatte Anfang September 2014 Nacktselfies von Jennifer Lawrence in Internetforen verbreitet. Der Sprecher der Schauspielerin bestätigt die Echtheit der Bilder. Für den menschlichen Körper mag eine E-Zigarette weniger schädlich sein als eine herkömmliche - für Computer kann die elektronische Alternative allerdings gefährlich werden: Eine E-Zigarette soll im November letzten Jahres einen Computer mit einem Virus infiziert haben. Die Malware war laut einem Reddit-User in die Hardware des elektronischen Glimmstängels einprogrammiert gewesen. OS X als Virenschleuder: In China sind im November 2014 Apps aufgetaucht, die an Mac-Computer angeschlossene iPhones und iPads verseuchen und persönliche Daten auslesen. Die Malware infizierte iOS-Handhelds, wenn sie via USB-Kabel mit einem Mac-Computer verbunden wurden. Wirelurker besass die Fähigkeit, persönliche Daten wie das Adressbuch oder auch iMessages auszulesen. Doch nicht nur Apple-Geräte waren und sind im Visier von Cyber-Kriminellen. «Mit der anhaltenden Schwemme günstiger Android-Handys auf den Weltmärkten werden Angreifer verstärkt die Lieferketten anvisieren, um Malware vorab auf Geräten zu installieren», sagt Sicherheitsexperte Kevin Mahaffey. Eine Schadsoftware zeigte Nutzern von Android-Handys ebenfalls im November vergangenen Jahres kinderpornografische Videos an und drohte mit einer Meldung an das FBI. Daraufhin verlangten die Cyber-Kriminellen Geld. Seit Anfang letzten Jahres gehen Menschen häufiger über mobile Apps online als über den Internetbrowser auf Desktop-Computern. «Mobile Betriebssysteme sind in den vergangenen Jahren immer sicherer geworden, doch durch Applikationen wächst die Angriffsoberfläche», so Mahaffey. «Wir haben euch gewarnt. Dies ist erst der Anfang. Wir werden so lange weitermachen, bis unsere Forderungen erfüllt sind. Sämtliche interne Daten sind in unserer Hand - inklusive geheimer Informationen.» Mit dieser Nachricht wurden die Mitarbeiter von Sony Pictures nach dem Aufstarten ihrer Arbeitscomputer Ende November 2014 begrüsst. Durch den Cyber-Angriff soll bei dem amerikanischen Tochterunternehmen von Sony ein finanzieller Schaden von mindestens 100 Millionen Dollar entstanden sein. Neben persönlichen E-Mails von Sony-Mitarbeitern haben die Hacker unter anderem Kontaktdaten und Decknamen von Prominenten veröffentlicht. Tobey Maguire soll das Pseudonym Neil Deep nutzen. Damen, aufgepasst! Begegnen Sie auf einer Reise einem gutaussehenden Hotelgast, der auf den Namen Mr. Perry hört, könnte es sich dabei um Jude Law handeln. Natalie Portman nennt sich manchmal Lauren Brown, wenn sie bei einem Hotel- oder Restaurantbesuch nicht erkannt werden möchte. Nordkorea geriet schnell unter Verdacht, hinter dem Hackerangriff zu stecken. Das Land habe damit verhindern wollen, dass der Film «The Interview» gezeigt wird. Der Stein des Abstosses: «The Interview» handelt von einem fiktiven Attentat auf den nordkoreanischen Führer Kim Jong Un.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Cyber-Kriminelle, die sich Kreditkartendaten oder die Passwörter für E-Banking-Konten zu erschleichen trachten, und junge Hacker, die grossen Firmen eine Lektion in Sachen Sicherheit erteilen wollen: Das waren grob zusammengefasst die bisher grössten Sicherheitsbedrohungen im Netz. Heutzutage werden beinahe wöchentlich bekannte Organisationen Opfer von Hacker-Angriffen. Als Folge davon sind Millionen von Personen von Identitätsdiebstahl und finanziellen Verlusten bedroht – sei es über PC oder das Smartphone.

Umfrage
Fielen Sie schon einmal einem Hacker-Angriff zum Opfer?
19 %
27 %
24 %
30 %
Insgesamt 617 Teilnehmer

2015 warten neue Bedrohungen auf Internet-Nutzer: «Die Bedenken beim Thema Datenschutz werden zunehmen, ebenso Malware und Angriffe auf iOS-Geräte», erklärt Kevin Mahaffey, Mitbegründer und Chief Technology Officer des Sicherheitsunternehmens Lookout. «Die Welt wird anders über Sicherheit und die Technologie dahinter denken.» Mahaffey erklärt, welche Risiken uns in Sachen Cyber-Sicherheit erwarten.

iOS-Handhelds im Visier

Apple-Fans aufgepasst: «Weil iOS weltweit auf dem Vormarsch ist, werden sich immer mehr Angreifer auf iOS-Durchschnittsnutzer fokussieren», prophezeit der Sicherheitsexperte. Bereits im November 2014 bedrohte ein neuer, in China aufgetauchter Virus iPhones und iPads. Das Perfide am Wirelurker genannten Virus war, dass er sich über das Mac-Betriebssystem OS X auf den mobilen Geräten einnistete. Die Malware infizierte iOS-Handhelds, wenn sie via USB-Kabel mit einem Mac-Computer verbunden wurden.

Doch auch die Besitzer von Android-Geräten müssen auf der Hut sein. «Mit der anhaltenden Schwemme günstiger Android-Handys auf den Weltmärkten werden Angreifer verstärkt die Lieferketten anvisieren, um schon vorab Malware auf Geräten zu installieren», sagt Mahaffey. Der Virus ist dabei Teil der Systempartition eines Geräts, die Nutzer nicht löschen können. Die Systempartition enthält die Hardware-bezogenen Dateien eines Geräts und den Startordner. Letzterer teilt einem Computer mit, von wo aus Windows gestartet werden kann.

Virus in der E-Zigi

Vorinstallierte Schadsoftware war Ende November 2014 auf einer E-Zigarette zu finden. Ein Reddit-Nutzer mit dem Pseudonym Jrockilla hatte auf der Social-News-Plattform von einem Computervirus erzählt, dessen Herkunft auch nach tagelanger Suche nicht ausfindig gemacht werden konnte. Schliesslich wurde klar, wie die schädliche Software auf den Rechner gelangen konnte: über eine E-Zigarette, die man per USB auflädt. Der Virus war in die Hardware des elektronischen Glimmstängels einprogrammiert.

Seit Anfang letzten Jahres gehen Menschen häufiger über mobile Apps online als über den Internetbrowser auf Desktop-Computern. «Mobile Betriebssysteme sind in den vergangenen Jahren immer sicherer geworden, doch durch Applikationen wächst die Angriffsoberfläche», sagt Mahaffey. «Apps können Schwachstellen enthalten», warnt er. Diese Lücken gefährden die Datensicherheit.

Angriffe auf Internet der Dinge nicht lukrativ

Entwarnung gibt es hingegen beim sogenannten Internet der Dinge. Dies sei noch nicht kommerziell genug, um ins Visier der Cyber-Kriminellen zu geraten, sagt John Hering, Mitbegründer und Executive Chairman von Lookout. Diese Gefahr bestehe auch für die nächsten drei bis fünf Jahre nicht. «Heutzutage konzentrieren sich Cyber-Kriminelle vor allem auf das, was das meiste Geld einbringt: PCs und zunehmend auch Mobilgeräte», so Hering.

(sts)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ITler am 06.01.2015 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Grösstes Risiko totale Vernetzung selber

    Das weitaus grösste Risiko ist das Internet der Dinge selbst mit Millionen und Milliarden von Schnittstellen.

  • keiner vom Fach am 06.01.2015 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Stuxnet & Co.

    Ich habe mal von einem "Experten" (was das auch immer heisst) gehört, dass man ganz Europa in die Knie zwingen könne, wenn man die IT des Rotterdamer Hafens (Wichtigster Warenumschlagplatz Europas) angreifen würde. Bis man wieder weiss, welcher Container von wo ist und wohin er soll, sind verderbliche Waren schon lange überfällig. Das Chaos wäre sowieso riesig. Internet ist toll. Es bringt aber auch gefahren.

  • Schweizer Bürger am 06.01.2015 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Bewertungen Appstore Yosemite

    Wenn man die Bewertungen von Yosemite liest dann kann man sich selber ein Bild machen. Mit Apple ist es nun vorbei, ich kaufe wieder Windows. Windows hat ein Megasprung geschafft, schnell, stabil. Habe 3 Macs und jetzt ist die Zeit gekommen für den wechsel schliesslich Steven Jobs lebt nicht mehr, das Big Thing ist Geschichte.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • H Peters am 06.01.2015 19:12 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Kauft ein Windows Phone. Da laufen alle Apps in einer eigenen Sandbox und haben keine Möglichkeit das Gerät anzugreifen. Hoffentlich übernimmt auch Windows 10 diese Technik. Wie schon der kleine Nerd "The big bang theory" meinte: Wer iPhone u. Android kauft, muss leiiiiiden.

    • Gustav am 07.01.2015 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hmm

      Bei iOS und Android laufen die Apps auch in einer Sandbox.

    einklappen einklappen
  • keiner vom Fach am 06.01.2015 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Stuxnet & Co.

    Ich habe mal von einem "Experten" (was das auch immer heisst) gehört, dass man ganz Europa in die Knie zwingen könne, wenn man die IT des Rotterdamer Hafens (Wichtigster Warenumschlagplatz Europas) angreifen würde. Bis man wieder weiss, welcher Container von wo ist und wohin er soll, sind verderbliche Waren schon lange überfällig. Das Chaos wäre sowieso riesig. Internet ist toll. Es bringt aber auch gefahren.

  • Schweizer Bürger am 06.01.2015 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Bewertungen Appstore Yosemite

    Wenn man die Bewertungen von Yosemite liest dann kann man sich selber ein Bild machen. Mit Apple ist es nun vorbei, ich kaufe wieder Windows. Windows hat ein Megasprung geschafft, schnell, stabil. Habe 3 Macs und jetzt ist die Zeit gekommen für den wechsel schliesslich Steven Jobs lebt nicht mehr, das Big Thing ist Geschichte.

    • Ruedi am 06.01.2015 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hmm

      Sorry aber Yosemite ist das neue Snow Leopard. Schnell, Stabil und Resourcenschonend nicht wie die Lions. Die Bewertungen im Appstore sind nicht ernstzunehmen. Läuft hier auf mehreren Macs und auf keinem kann ein Problem nachvollzogen werden. Lies einmal die Bewertungen von Logic Pro. Da wird Reklamiert das 32 Bit Plugins von Drittherstellern nicht mehr unterstützt werden. Das steht aber in der Beschreibung im App Store das nur 64 Bit unterstützt wird. Wie kann man das dann negativ Bewerten wenn nicht richtig gelesen wird. Negative Elebnisse sind gravierender und Frust muss losgelassen werden.

    • Birne am 06.01.2015 18:20 Report Diesen Beitrag melden

      Bezahlt, vergessen, verlassen...

      Im Fallenlassen der bereits bezahlten Dinge ist Apple bei weitem der Marktführer.

    • Schweizer Bürger am 07.01.2015 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      Hat wirklich was

      @Ruedi Es stimmt wirklich ich habe mal ein bisschen rumgefragt und viele haben wieder Lion oder Mountainlion installiert. Die Geschwindikeit und die Stabilität wie bei den Bewertungen beschrieben war wirklich so. Ich habe mal Leopard installiert und man sieht man hat wirklich Sachen auf Yosemite übernommen. Kosmetik ist gut aber es braucht halt auch mal Dinge die etwas wie das Big Thing sind. Und ich denke sowieso da schreibt niemand einfach eine Bewertung weil im langweilig ist, das sind Kundenreklamationen wir kennen es auch bei den Hotelbewertungen die sind auch nützlich

    einklappen einklappen
  • Eini die wo nöd Windozze benützt am 06.01.2015 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Virenschleudern

    Benutzt weiterhin Windozze. Das freut den "Häcker". Der grösste Virus ist ...

    • askeo am 06.01.2015 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Java

      Java virus funktioniert auch auf ubuntu mac etc.

    • Python 3 am 06.01.2015 18:13 Report Diesen Beitrag melden

      absolut falsche Sicherheit

      In der Bilderstrecke ist ein Beispiel, welches Mac betroffen hat. Es ist erschreckend, dass sich der Irrglaube halten kann, das nur Windows betroffen ist. Jeder Rechner mit jedem Betriebssystem kann angegriffen werden. Man erinnere sich an Stuxnet, welcher SPS-Steuerungen befallen hat!

    einklappen einklappen
  • Noren am 06.01.2015 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Internet der Dinge

    IMHO: Da bereits viele Dinge mit einer angepassten Android laufen und dies weiter steigen wird, ist es wahrscheinlicher, dass Malware für diese Geräte geschrieben wird. iOS und OS X laufen auf einer viel kleinerer Anzahl Geräten, weshalb es sich nicht lohnt.

    • Applenutzer am 06.01.2015 16:55 Report Diesen Beitrag melden

      leider

      Das war einmal..

    • Birne am 06.01.2015 18:17 Report Diesen Beitrag melden

      Mischrechnung

      Betriebswirtschaftlich betrachtet: Die Anzahl der Apfelgeräte ist geringer, deren Kaufkraft aber grösser. Das sollte doch den erfolgsorientierten Hacker auf die Fährte bringen...

    einklappen einklappen