«WannaCry»

14. Mai 2017 12:36; Akt: 14.05.2017 17:00 Print

200'000 Nutzer von Cyberattacke betroffen

Die Polizeibehörde Europol spricht nach der Cyber-Attacke von einem Hackerangriff «bislang beispiellosen Ausmasses». Die erpresste Schadenssumme ist dagegen gering.

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Der Cyber-Erpressungsangriff «WannaCry» hat insgesamt mehr als 100 000 Organisationen in 150 Ländern getroffen, teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Sonntag mit. Sie sprach von einem Hackerangriff «bislang beispiellosen Ausmasses».

Insgesamt seien 200'000 Opfer der Cyberattacke gezählt worden. Mit Arbeitsbeginn am Montag könnte Zahl weiter steigen. Es handele sich «insbesondere um Unternehmen», sagte Europol-Chef Rob Wainwright dem britischen Sender ITV am Sonntag. «Wir führen jährlich Gegenmassnahmen gegen rund 200 Cyberattacken aus, aber so etwas haben wir noch nicht gesehen», sagte Wainwright.

Daten in Geiselhaft

Er befürchte, dass die Zahlen weiter stiegen, wenn am Montag die «Leute zur Arbeit kommen und ihren Computer hochfahren». Hacker legten seit Freitag mit einer Schadsoftware namens «WannaCry» weltweit zehntausende Computer lahm und blockierten zahllose Unternehmen und Behörden. Bislang war davon gesprochen worden, dass der grösste jemals bekanntgewordene Angriff mit sogenannter Ransomware Unternehmen und Institutionen in mehr als 70 Ländern heimgesucht hatte.

Bei einer Ransomware-Attacke befällt schädliche Software einen Computer und hält die darauf gespeicherten Daten gewissermassen in Geiselhaft. Der Nutzer wird über eine Nachricht auf dem Bildschirm aufgefordert, Lösegeld (ransom) zu zahlen, damit er wieder auf den Rechner zugreifen kann. Wollen Einzelpersonen oder Unternehmen nicht zahlen, bleibt ihnen nur die Möglichkeit, ihre Daten aus Backups wieder herzustellen oder sie verloren zu geben.

Schäden noch nicht behoben

Nach der weltweiten Welle von Cyberangriffen hat die Deutsche Bahn noch immer mit den Auswirkungen zu kämpfen. Ein Bahnsprecher sagte am Sonntagmorgen, dass die betroffenen Anzeigetafeln «noch einige Zeit» gestört bleiben würden. Das liege daran, dass die Software der Anzeigetafeln nicht zentral gesteuert werde. Techniker müssten sie in jedem einzelnen Bahnhof reparieren.

«Wir arbeiten mit Hochdruck an der Beseitigung der technischen Störung», sagte der Sprecher. Betroffen von dem Cyberangriff waren teilweise auch die Videoüberwachung an Bahnhöfen sowie vereinzelt Fahrkartenautomaten. Davon sei aber «nicht mehr viel spürbar», hiess es seitens der Bahn. Im Zugverkehr hatte es keine Einschränkungen gegeben.

(jdr/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jack McMuff am 14.05.2017 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen

    in der Welt der Digitalisierung. Hoffe, meine Steuerrechnungen verschwinden einmal

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  • Maler Schwarz am 14.05.2017 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    ...und glaubt mir, das ist leider erst der Anfang. 'Software Defined' und 'IoT' werden künftig noch viel mehr Angriffsflächen schaffen. Aber Hauptsache es muss immer alles schneller gehen........

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  • BrainOS am 14.05.2017 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Da nützt alle Abwehr nichts

    Selbst die beste IT-Technologien nützen einen Feuchten, wenn das Problem vor dem Bildschirm sitzt. Und wenn ich in der Schweiz so rumlaufe, dann würde ich alle, die Whatsapp, Facebook, Instagram oder Snapchat nutzen, als das Problem vor dem Bildschirm bezeichnen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan Kline am 15.05.2017 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Schuld und weiteres

    Es ist schon sehr bedenklich wenn man einige Aussagen hier liest. Absolut Null Ahnung wie ein Anti-Viren Program aufgebaut ist aber man lässt irgendwelchen Stuss raus. Jeder Virus, Trojaner und und und muss nicht bekannt sein das ein Antiviren Program diesen erkennt. Updated eure Systeme dann habt Ihr nicht das Problem. PS: Die einzigen die Schuld sind, sind alle die hier reklamieren, ihr habe eure Systeme nicht aktualisiert.

  • Beppi am 14.05.2017 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Windows und Linux

    Im Geschäft nutze ich logischerweise Windows. Die Updates die kommen immer dann wenn ich heftig am arbeiten bin, und dann noch so richtig penetrant. Wenn ich mich dann dazu hinreisen lasse ein Update auszuführen zu lassen, da habe ichs schon erlebt dass ich fast eine gefühlte Stunde mit Neustarten wieder nachladen und so weiter beschäftigt bin. Logischerweise zögere ich Updates hinaus. Wie schön dagegen Linux Mint auf meinem Home Laptop: Updates dauern selten länger wie 2 minuten, dazu parallel zum arbeiten, Neustart des Systems ist nicht nötig. Linux for ever!

    • Andreas Honegger am 14.05.2017 23:41 Report Diesen Beitrag melden

      Nichts gegen Linux, aber...

      In meinen jüngeren Jahren liefen sehr viele komplexere Programme wie CAD, CAM und mehr nur auf UNIX-Systemen, welches auch immer. Windows? Fehlanzeige. Für Hacker war das uninteressant, da es zu viele verschiedene inkompatible Systeme mit geringer Verbreitung waren (und auch noch sind). Für Administratoren war es mühsam, da die Programme meistens nur für wenige oder gar nur eine OS-Version erhältlich waren. Heute gibt es kaum mehr ein Programm, das nicht unter Windows läuft. Toll: ein OS, alle Programme, leider inklusive aller Malware.

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  • XP Lover am 14.05.2017 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Danke an alle XP Benutzer

    Ihr habt MS gezwungen doch wieder ein Update für XP zu machen (KB4012598) wegen Wanna Decryptor. Schon XP war grenzwertig und nur "klassisch" eingestellt benutzerfreundlich. Aber was danach kam kann man nur noch als Müll bezeichnen. Es müsste mehr XP Benutzer geben, dann könnte auch Windows 10 noch vernünftig bedient werden ohne sinnlos Rechenleistung mit Grafikspielereien zu verbrennen. Oder MS wäre pleite, noch besser. Lang lebe XP!

  • Fragender Spezialist am 14.05.2017 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Grobfahrlässig

    Wer freiwillig Windoof anstatt Linux benutzt ist selbst schuld. Wer wegen bestimmten Programmen Windoof benutzen muss und nicht regelmässig updated ist selbst doof und handelt grobfahrlässig.

    • Sola am 14.05.2017 23:55 Report Diesen Beitrag melden

      Danke Herr Professor

      Vielen Dank für diesen Beitrag. Und jetzt geh dich vergraben

    • Andreas Honegger am 15.05.2017 00:05 Report Diesen Beitrag melden

      Na klar doch

      Und unter Linux gibt es viele Derivate, die eben doch nicht 100% kompatibel sind, dazu kommen die UNIX-Derivate der HW-Hersteller - und wir spielen Landeslotterie. Vielleicht läuft meine SW auf diesem OS, aber das wäre eben wie eine Lottogewinn. So nebenbei: ich habe 25 Jahre UNIX- und Linux-Erfahrung und 20 Jahre Windows. Es gibt noch Gründe, für gewisse Applikationen ein Sys V einzusetzen, aber die sind eher selten.

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  • Elfriede am 14.05.2017 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nette Helfer

    Es gibt immer noch nette Helfer im Internet. Da hat mich kürzlich einer angerufen und mir geholfen meinen PC sicher zu machen. Kostenlos. Er konnte zwar nicht so gut englisch, aber ich hab ihn trotzdem verstanden.

    • Ironika am 14.05.2017 19:32 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt

      Er hat mich auch angerufen. Ein Microsoft-Mitarbeiter. Das ist Service! Den Akzent würde ich als indisch benennen, bin aber nicht sicher. Sehr kompetent und freundlich, kannte sogar zwei cmd befehle und hat mir ein tolles Support Programm für PC-Remote installiert. Kann ich jedem empfehlen!

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