Fragen und Antworten

20. Februar 2014 17:20; Akt: 20.02.2014 17:20 Print

WhatsApp, wie weiter?

von Jean-Claude Gerber - Was wird sich verändern? «Nichts!», haben WhatsApp und Facebook nach der Übernahme betont. Ist das für bare Münze zu nehmen? Hier sind die Antworten.

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Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland, England oder Hongkong ist WhatsApp die klare Nummer eins. In der Vergangenheit fiel die Messaging-App aber auch durch mangelnde Sicherheit auf. Das soll sich mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nun ändern. Alternativen zu WhatsApp gibt es viele. Aus der Schweiz kommt . Die App ermöglicht dank End-to-End-Verschlüsselung eine abhörsichere Kommunikation. Die Swisscom-App ist gratis und verfügbar für iOS und Android. Mit iO kann man mit anderen iO-Nutzern über das Internet gratis telefonieren, chatten oder Bilder austauschen. Funktioniert auf der ganzen Welt. Die Swisscom garantiert, dass die Benutzerdaten in der Schweiz gelagert werden. : Sofortnachrichten-Dienst mit integrierter Video- und Call-Funktion. Gratis verfügbar für Android und iOS. Setzt einen Google+-Account voraus. Server weltweit, auch in den USA. Google setzt nach eigenen Aussagen alles daran, für den Schutz und die Sicherheit der Daten zu sorgen. gehört zur Grundausrüstung aller Blackberry-Geräte. Für iOS und Android verfügbar und gratis. Eine Chat-Verbindung wird über das geschlossene Blackberry-Netzwerk (Hauptquartier in Kanada) aufgebaut, auf das dritte Hersteller keinen Zugriff haben. ist wie Sykpe eine App für Internettelefonie, mit der auch Textnachrichten verschickt werden können. Viber ist kostenlos. Datenschutzrechtlich ist die Software aber laut Golem.de bedenklich. Messenger ist verfügbar für Android, iOS, Blackberry, Nokia Series 40 und Windows Phone. Die App ist gratis. Zusätzlich zum Senden von Text- und Sprachnachrichten kann man Foto- und Videodateien austauschen sowie Youtube-Videos und selbstgezeichnete Bilder, sogenannte Sketches, teilen. Auch Myenigma setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und wirbt mit den sicheren Schweizer Servern. Das deutsche Techportal Golem.de hat die wichtigsten WhatsApp-Alternativen aufgespürt: Der grosse Rivale mit rund 250 Millionen Usern heisst . Skype gibt es seit zwölf Jahren, ist für fast alle Betriebssysteme verfügbar und kostenlos. Nebst einfachen Textnachrichten sind Anrufe mit und ohne Videofunktion möglich. Einer für fast alle: Wer einen Multi-Messenger sucht, mit dem man andere Messenger-Dienste zusammenführen kann, sollte sich genauer anschauen. Den praktischen Kurznachrichtendienst gibt es für PC, Mac, Android, iOS und Blackberry. Einer der grössten Konkurrenten von WhatsApp ist der Samsung-eigene Instant Messenger . Der Messenger läuft auf allen Smartphones und Tablets, die Android, iOS, Blackberry und Bada nutzen. Facebook mischelte auch vor der WhatsApp-Übernahme im Messenger-Geschäft mit. Nebst der Chat-Funktion lässt sich mit dem sehen, wo sich die Freunde gerade aufhalten - sofern die Kontakte die Ortungsfunktion aktiviert haben. Die App ist für Android und iOS erschienen. Vor der WhatsApp-Ära: hiess ursprünglich Pingchat. Mit dem Messenger für Android, Blackberry und iOS können wie bei WhatsApp Textnachrichten sowie Audio- und Video-Botschaften verschickt werden. kommt ursprünglich aus Japan, hat sich inzwischen aber auch bei uns eine grosse Anhängerschaft erobert. Laut eigenen Angaben nutzen weltweit 73 Millionen Smartphone-Nutzer den Messenger, den es für Android, iOS und Windows Phone gibt.

Zum Thema
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WhatsApp-Mitbegründer und CEO Jan Koum benutzte deutliche Worte, als er die Übernahme seiner Firma durch Facebook verkündete: Er erklärte, dass er dem Deal nur gegen das Versprechen Marc Zuckerbergs zugestimmt habe, dass sich an WhatsApp nichts ändern werde. Dennoch bleiben Fragen nach der Zukunft des beliebten Messaging-Dienstes. 20 Minuten ist den fünf drängendsten nachgegangen.

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Gibt es neu Werbung auf WhatsApp?

2012 hat Facebook den Foto-Sharing-Dienst Instagram übernommen. Seither haben sich seine 180 Millionen Nutzer daran gewöhnen müssen, dass Facebook mit ihnen Geld verdient, indem es ihnen Werbung vorsetzt. Das soll bei WhatsApp nicht passieren. CEO Jan Koum gilt als ausgesprochener Werbehasser. Angesprochen auf eine beim Zugunglück in Santiago de Compostela im vergangenen Juli verschüttete Frau, die per WhatsApp auf sich aufmerksam gemacht hatte, erklärte Koum laut Allthingsd: «Könnt ihr euch vorstellen, diese Frau hätte zuerst Werbung schauen müssen, bevor sie ihrem Mann schreiben konnte?»

Da Jan Koum auch nach dem Verkauf CEO bleiben und zudem im Verwaltungsrat von Facebook Einsitz nehmen wird, dürfte er WhatsApp vorerst werbefrei halten können.

Wird es teurer?

Koum mag keine Werbung, also hat sich WhatsApp entschieden, seinen Dienst kostenpflichtig zu machen. Und die Nutzer machen das mit, was im Bereich der Sozialen Medien ziemlich einzigartig ist. Obwohl Nutzer für die App bereits Jahresgebühren zahlen müssen, gewinnt WhatsApp zurzeit täglich 1 Million neue Kunden.

Unklar ist, ob Facebook künftig den jährlichen Abo-Preis von 1 Franken, der nach dem ersten Nutzungsjahr fällig wird, erhöhen wird. Fakt ist, dass Facebook den enorm hohen Preis von 42 Dollar pro User bezahlt hat – der japanische E-Commerce-Gigant Rakuten hat im Vergleich dazu kürzlich bei der Übernahme von Viber lediglich 3 Dollar pro Nutzer bezahlt. Berücksichtigt man das Keine-Werbung-Credo von WhatsApp, dürfte es also durchaus im Bereich des Möglichen liegen, dass Facebook mittelfristig die Gebühren erhöht, um seine riesige Investition wieder hereinzuholen.

Müssen WhatsApp-User neu ein Facebook-Konto haben?

WhatsApp hat zurzeit rund 450 Millionen User, wovon über 70 Prozent den Dienst täglich nutzen. Es wird davon ausgegangen, dass die grosse Mehrheit der Nutzer auch bei Facebook ist. Für sie wäre es kein grosser Schritt, wenn WhatsApp künftig ein Facebook-Konto voraussetzen würde. Dazu dürfte es aber nicht kommen. Facebook will WhatsApp wie Instagram auch als separate Firma betreiben. Sowohl Facebook-CEO Mark Zuckerberg wie auch Koum haben betont, dass sich bei WhatsApp nichts ändern werde.

Dennoch dürfte Facebook ein Interesse haben, WhatsApp-Nutzer dazu zu bewegen, zumindest auf freiwilliger Basis ihr WhatsApp- mit ihrem Facebook-Konto zu verbinden. Nur so kann Facebook die begehrten Daten – unter anderem Telefonnummern, Adressen, Aufenthaltsorte – der WhatsApp-Nutzer optimal für seine eigenen Zwecke verwenden.

Erhält WhatsApp neue Funktionen oder wird es gar mit Instagram verknüpft?

Davon ist nicht auszugehen. CEO Koum mag es einfach. Für den Fall, dass er das einmal vergessen sollte, klebt auf seinem Pult ein handgeschriebener Zettel. Darauf hat Mitgründer Brian Acton die Worte geschrieben: «Keine Werbung! Keine Games! Keine Gimmicks!» An einer Konferenz im letzten April sagte Koum, dass er nichts davon hält, wie die asiatischen Konkurrenten WeChat und Line in die Bereiche Games und Zusatz-Apps ausgebaut wurden.

Auch Marktbeobachter Guy Rosen von Onavo rät WhatsApp, es einfach zu halten. «Ich denke, Messaging ist die wahre Killer-Applikation im mobilen Bereich», sagte er gegenüber Allthingsd. «Das ist es, was die Leute mit ihrem Telefon am meisten tun – sogar meine Mutter.»

Für Kontinuität spricht auch, dass sich WhatsApp in den knapp vier Jahren seines Bestehens kaum verändert hat. Die letzte kleinere Funktionserweiterung war die Möglichkeit, Sprachnachrichten zu verschicken – das war vor über einem halben Jahr.

Wird WhatsApp jetzt Nutzer verlieren?

Die Vermutung, dass der Anti-Facebook-Reflex besonders junge Nutzer von WhatsApp wegtreiben könnte, scheint unbegründet. Nach der Übernahme von Instagram durch Facebook machten Gerüchte die Runde, dass der Dienst Millionen von Nutzern verliere. Sie waren falsch. Instagram knackte bei den sogenannten Monatlich-Aktiven-Nutzern (MAU) vor einem Jahr die 100-Millionen-Grenze und ist inzwischen bei 180 Millionen angekommen. Dies, obwohl es gleichzeitig der Foto-Messaging-Dienst Snapchat fast aus dem Nichts auf über 30 Millionen MAUs schaffte.

Ähnlich wird es mittelfristig bei WhatsApp aussehen. In vielen Ländern ausserhalb der angelsächsichen Welt hat der Dienst eine Marktpenetration von über 90 Prozent – trotz der neuen Abo-Gebühren. Diese enorme Popularität von WhatsApp macht es schwierig, auf einen anderen Dienst zu wechseln, ohne seine Messaging-Freunde zu verlieren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • maurice.ravell am 20.02.2014 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenn

    ich dann das blöde Facebook brauche bin ich weg von WhatsApp

    einklappen einklappen
  • Ruth am 20.02.2014 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Whatsapp

    Sobald für Whatsapp ein FB Account Voraussetzung wird,werde ich Whatsapp löschen.

  • M.von ah am 20.02.2014 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja

    Habe es soeben gelöscht .

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Muster am 22.02.2014 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt haben die Amis auch meine Kontaktdaten

    Was ist Facebook an Whatsapp so wichtig, dass sie für ein Unternehmen mit rund 50 Mitarbeiter 19 Mrd. Dollar hinblättern?! Wie viel von den 19 Mrd. hat wohl der US Geheimdienst NSA bezahlt?!

  • Steven Kurtis am 22.02.2014 02:25 Report Diesen Beitrag melden

    War das ein guter Deal ???

    19-Milliarden-Dollar! Die 1,65 Milliarden Dollar, die Google 2006 für die Videoplattform Youtube bezahlte war Schnäppchen ABER WhatsApp mit mit gerade mal 55 Angestellten? Die Zukunft wird es zeigen.

  • No go am 21.02.2014 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gelöscht

    Gleich nachdem bekannt wurde, dass Facebook WhatsApp gekauft hat, hab' ich das App gelöscht

  • Colafrosch am 21.02.2014 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Mann o Mann

    19 Milliarden USD für einen SMS+ Dienst. Die Verkäufer waren aber gut drauf!

  • Ms Müller am 21.02.2014 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kik!

    Wechselt einfach alle zu kik! Das lohnt sich!