Roboter-Forscher

12. März 2015 08:34; Akt: 12.03.2015 08:49 Print

«Ein Terminator-Szenario ist meine kleinste Sorge»

Entwickeln wir heute die Maschinen, die uns dereinst beherrschen werden? Raffaello D’Andrea von der ETH Zürich glaubt eher nicht daran.

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Raffaello D’Andrea vom Institut für Dynamische Systeme an der ETH Zürich ist dreimaliger Robo-Fussballweltmeister und Mitgründer der Cloud-Infrastruktur RoboEarth und von Kiva Systems. Kiva entwickelt Roboter-Systeme für Lagerhäuser und Verteilzentren. 2012 wurde das Unternehmen von Amazon für 775 Millionen Dollar aufgekauft.

Anlässlich des 11. Europäischen Trendtags am Gottlieb Duttweiler Institut gewährte D’Andrea am Mittwoch einen Einblick in seine Forschung, die sich mit dem Informationsaustausch von Maschinen untereinander beschäftigt. Er bringt Robotern bei, aus eigenen Erfahrungen und voneinander zu lernen. Seine Robo-Systeme sind heute in der Lage, hochkomplexe Arbeitsabläufe im Verbund zu bewältigen, wobei jede Einheit ihren Job mit der dafür nötigen Geschwindigkeit und Präzision auszuführen weiss.

Raffaello D’Andreas Robo-Weltmeister. (Video: Vimeo/Raffaello D’Andrea)

Allgegenwärtige Technologien

Dynamische oder automatisierte Systeme werden heute in den unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen eingesetzt. Dabei sind sie längst nicht mehr lediglich eine Unterstützung oder Ergänzung für Menschen. In vielen Bereichen haben Maschinen bereits Aufgaben übernommen, die zuvor von Menschen ausgeführt wurden. So zum Beispiel in den Lagerhäusern von Amazon.

Ihr Vorteil: Sie sind weniger kostspielig, in gewissen Bereichen sind sie effizienter als Arbeiter oder sie gelangen problemlos an Orte, die für Menschen kaum oder nur schwer zugänglich sind.


Warenhaus-Roboter von Kiva-Systems bei Amazon. (Video: Youtube/Tabletmonkeys)

So sieht D'Andrea die grösste Gefahr, die von seinen Systemen ausgeht, auch nicht in einer Übernahme der Weltherrschaft, wie es die Skynet-Terminatoren in den Hollywood-Filmen anstrebten. «Ein Terminator-Szenario ist meine kleinste Sorge.» Vielmehr befürchtet der Entwickler, dass uns seine Roboter nach und nach die Jobs wegnehmen.

Frage ohne Antwort

Trotzdem bleibt eine gewisse Unsicherheit: Was passiert, wenn Tausende Roboter ständig untereinander Informationen austauschen, voneinander lernen und sich so stetig weiterentwickeln? Der Physiker Stephen Hawking und der Tesla-Gründer Elon Musk hatten ja erst kürzlich vor den Gefahren künstlicher Intelligenz gewarnt. Diese Frage kann heute noch niemand beantworten, sagt D’Andrea – nicht einmal er, der Schöpfer derartiger Technologien.


Cubli, der Würfel, der sich selber beibringt, auf einer Ecke zu stehen. (Video: Youtube/Gajamohan Mohanarajah)

Doch so effizient unsere mechatronischen Helfer auch sein mögen, eine Fähigkeit geht ihnen (bisher) komplett ab: Sie können zwar adaptieren, aber nicht von sich aus gestalten. «Es fehlt ihnen an Kreativität, denn lernen ist nicht kreativ», sagt D’Andrea.

(pst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ivan Huber am 12.03.2015 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch super dooper !

    Dann wenn die Roboter die ganze Arbeit machen, wird das Geld abgeschafft wie bei Star Trek Next Generation und wir Menschen leben dann schön gemütlich und können uns von den Robotern verwöhnen lassen und das Leben geniessen ohne zu schuften.

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  • Rico am 12.03.2015 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Bedenklich!

    Toll! Bei allem Respekt gegenüber dem technischen Fortschritt, aber irgendwann wird die menschliche Arbeitskraft nicht mehr benötigt. Nur noch Programmierer. Wenn wir soweit sind dann mal gute Nacht!

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  • Walter K. am 12.03.2015 11:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesellachaft umgestalten jetzt

    Das mit den Jobs sehe ich (promovierter Informatiker) genauso. Wird Zeit, sich Gedanken über Massenarbeitslosigkeit und Grundeinkommen zu machen. Jetzt, nicht in 10 Jahren.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Militant am 13.03.2015 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft?

    Googelt mal DARPA, Project PETMAN oder Project CHEETAH. Wir sollten aufhören, von Science Fiction zu reden, eher von Science Future...

  • Oberli am 12.03.2015 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist weniger die Frage ...

    Es ist weniger die Frage ob die Roboter genug Inteligenz entwickeln werden uns zu beherschen. Es ist mehr die Frage, wer die Roboter so programmiert, dass sie uns beherschen werden!

  • Wild am 12.03.2015 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Terminator kommt sicher.

    Bosten Dynamics....Petman....war geshockt als ich das ding zum ersten mal sah....

    • Alex am 12.03.2015 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Wild

      Die Technologie ist schon bereit für Infanterie-Roboter, nur kann man das Einsetzen von bewaffneten Infanterie-Robotern noch nicht Ethnisch und Moralisch vertreten. Drohnen haben wir akzeptiert genauso wie Versorgungs-Roboter welche heute schon aktiv sind. Diese Roboter zu bewaffnen wäre ein kleiner Schritt...diese Technik wird aber in Zukunft sicherlich auch noch eingesetzt...

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  • eDogg am 12.03.2015 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    cyberdyne systems

    das glaubten die us militärs auch nicht als sie skynet aktivierten... ;-)

    • L.J.Gibbs am 12.03.2015 13:05 Report Diesen Beitrag melden

      Ironie [ON]

      Nach einem Angebot und Nachfrage Verhältnis werden heute bereits mehr Leute für "Programmierung" als für "einfache Arbeiten" gesucht. Was aber, wenn Programmierer ein Programm programmieren, welches selbst programmieren kann?

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  • SKY am 12.03.2015 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Technologische Singularität

    Unter technologischer Singularität werden verschiedene Theorien in der Futurologie (Zukunftsforschung) zusammengefasst. Überwiegend wird darunter der Zeitpunkt verstanden, ab dem sich Maschinen mittels künstlicher Intelligenz (KI) selbst verbessern können. Das würde den technischen Fortschritt so beschleunigen, dass die Zukunft der Menschheit hinter diesem Ereignis nicht mehr vorhersehbar ist.