Suchmaschinen-Hacks

13. Mai 2013 14:23; Akt: 13.05.2013 14:29 Print

So googeln US-Geheimagenten

Ein Handbuch der NSA vermittelt praktische Tipps zur Internet-Recherche. Damit sollen sich Dokumente aufspüren lassen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

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Im Internet-Zeitalter sind Suchmaschinen ein mächtiges Tool, um an sensible Informationen heranzukommen. Dies haben auch die Geheimdienste rund um den Globus erkannt und schulen ihre Mitarbeiter im Umgang mit Google und Co.

Kürzlich ist in den USA ein Handbuch veröffentlicht worden, das lange Zeit als geheim klassifiziert war. Das rund 640 Seiten umfassende Werk stammt von der National Security Agency, kurz NSA. Die aus Hollywood-Filmen bekannte Behörde ist für die weltweite Überwachung der Telekommunikation zuständig. Wer mit dem Handy telefoniert, muss etwa damit rechnen, dass ein NSA-Computer mitlauscht und die Daten auswertet.

Neue Erkenntnisse?

Aber auch die Schlapphüte selbst kümmern sich um die Beschaffung von sensiblen Informationen. Dies zeigt das PDF-Dokument mit dem Titel «Untangling the Web: A Guide to Internet Research». Die NSA hat ihren Leitfaden zur Internet-Recherche für alle Interessierten zum Download freigegeben. Zu diesem Schritt ist der Geheimdienst von Gesetzes wegen verpflichtet.

Das Google-Handbuch für Geheimagenten bringt allerdings keine wirklich neuen Erkenntnisse zutage. Vielmehr verraten die Autoren, wie man Google und andere Suchmaschinen am effizientesten nutzt. Ziel ist es, möglichst viele Informationen über Personen, Organisationen und Regierungen im Netz zu finden. Solche Tipps werden seit Jahren im Internet verbreitet, man muss nur nach Google Hacks oder Google Hacking suchen.

Aktuelle Fassung unter Verschluss

Bei all diesen Methoden geht es um Informationen, die frei übers Internet abrufbar sind, aber nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind. So lassen sich Passwörter und vertrauliche Excel-Dokumente finden oder schlecht konfigurierte Server ausspionieren (siehe Bildstrecke).

Allerdings stammt das NSA-Handbuch aus dem Jahr 2007. Einige Kapitel sind mittlerweile veraltet, etwa dasjenige zu den populärsten Web-Browsern. Die aktuelle Fassung bleibt hingegen die nächsten Jahre unter Verschluss. Die NSA-Agenten könnten also noch einen kleinen Wissensvorsprung haben.

Geheimdienste bezahlen Hacker

Die US-Geheimdienste beschreiten auch illegale Wege, um die Computer von Freund und Feind auszuspionieren. Laut einem Insider bieten die NSA und andere Organisationen viel Geld für Software-Schwachstellen. Dies führe zum Effekt, dass die Hacker ihre Entdeckungen nicht mehr den Herstellern verkaufen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Einige IT-Sicherheitsfirmen bieten sogar Jahresabos für eine bestimmte Zahl von Schwachstellen an. Besonders lukrativ seien sogenannte Zero-Day-Exploits, also noch nicht bekannte Sicherheitslücken. Der Preis dafür betrage 50'000 Dollar oder mehr.

(dsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • xermicus am 13.05.2013 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Im Westen nichts Neues

    Wie im Artikel bereits beschrieben, etwas weltbewegendes findet man im Handbuch nicht. Beispielsweise konnte ich darin nicht mal finden (habs nur überflogen, evtl stehts ja doch drin), wie man Webcams "angooglet" ;-)

  • ehm. mossad agent =) am 13.05.2013 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    "beschreiten auch illegale Wege"

    haha, klar tun sie das. Wie sonst sollen sie zu ihren Informationen kommen? Das sollte wohl jedem klar sein. Wenn man sich mit einem Geheimdienst anlegt, muss man sehr vorsichtig sein und mit allem rechnen. Zu dem Thema gibt es einige gute Bücher die ziemlich genau das "Gegenteil" von einer James Bond Geschichte darstellen.

  • free/web am 13.05.2013 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Was wollt Ihr?

    Internet ist Informationsfreiheit für uns alle. Alles was geheim ist und gehackt werden kann mit was man auch will und im Internet ist geht gegen diese Freiheit. Ein nicht freies Internet für alle resultiert daraus. Freies Internet für alle oder ein "debiles" geschlossenes Internet für wenige? Wie dumm ist der Mensch gegen seine eigene Freiheit vorzugehen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dani am 14.05.2013 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz

    "Die US-Geheimdienste beschreiten auch illegale Wege" ich dachte das Gesetz sei für alle (ALLE) gleich??

    • Pale am 14.05.2013 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      Dachtest du

      Aber es gibt einen Grund, weshalb ein Geheimdienst "geheim" ist. Die CIA wurde auch schon diverse Male beim Drogenschmuggel erwischt, hat Terroranschläge usw. zugegeben....

    • Antiami am 14.05.2013 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Amerika

      Alle ausser für murrica

    einklappen einklappen
  • Unbekannt am 14.05.2013 04:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb kaufen

    Öhm, 0-Day Exploits? Verkaufen? Ich kriege von einigen kollegen welche umsonst. Korrekt ausgedrückt: Meine Kollegen offenbaren mir alle Sicherheitslücken die Schwerwiegend sind. Und ich natürlich die meinen.

  • Peter K. am 14.05.2013 03:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uuuh! Wer hätte das gedacht?!

    Klar steht da nichts was nicht schon lange bekannt ist!? Die NSA gibt sicherlich keine neuen erkenntnisse raus um sich somit einen nachteil zu verschaffen! Was habt denn ihr gedacht wie geheimdienste arbeiten?! Wie jeder normale mensch auch, übers internet!

  • Tiger |--- am 14.05.2013 00:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Maltego

    Maltego + braind.exe und man weis alles ;)

  • amalia renard am 13.05.2013 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    googeln..geheimdienste

    wir sind glasbuerger...transparent..kontrollierbar...abrufbar...erreichbar...erpressbar...abholbar