Internet Explorer 8

06. Mai 2013 12:52; Akt: 07.05.2013 15:07 Print

Microsoft warnt vor eigenem Web-Browser

Eine gefährliche Sicherheitslücke im Internet Explorer 8 lässt Angreifer fremde Rechner übers Internet kapern. Microsoft rät dringend zum Browser-Update.

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Der erste Webbrowser wurde vom Schöpfer des World Wide Webs im Herbst 1990 am CERN in Genf entwickelt. WorldWideWeb, so der Name des ersten Browsers, hatte zwar eine grafische Benutzeroberfläche, konnte aber Bilder noch nicht automatisch laden und darstellen. Noch vor Mosaic wurde 1992 der textbasierte Browser Lynx an der University of Kansas entwickelt. Im Screenshot wird die Seite wikipedia.de dargestellt. Lynx kommt bis heute an Text-Terminals ohne Mausbedienung zum Einsatz. Der Vorteil der Textbrowser: Sie sind im Vergleich zu ihren grafikbasierten Rivalen sehr schnell und gelten als nahezu absturzsicher. NCSA Mosaic war einer der ersten Webbrowser mit grafischer Benutzeroberfläche inklusive Eingabefeld für WWW-Adresse, Vor- und Zurück-Button etc. Die damalige Innovation: sich automatisch aufbauende Seiten mit Texten und Bildern. Mosaic lief ursprünglich auf Unix, wurde aber bald auf Apple Macintosh und Microsoft Windows portiert. Die offizielle Version 1.0 von Mosaic erschien am 1. April 1993. Auch für PDAs, die Vorgänger heutiger Smartphones, gab es schon früh rudimentäre Webbrowser. PocketWeb gilt als erster mobiler Webrowser und wurde 1994 für das Apple Newton MessagePad entwickelt. Abgelöst wurde Mosaic vom weit bekannteren Netscape Navigator. Die Firma Netscape wurde vom Programmierer und Unternehmer Marc Andreessen mitbegründet, der bereits zuvor massgeblich an der Entwicklung von Mosaic beteiligt war. Die Veröffentlichung erfolgte im Oktober 1994 unter dem Namen Mosaic Netscape 0.9. Bis etwa 1996 war Netscape Navigator der führende Webbrowser. Nebst dem Netscape Navigator basiert auch der Internet Explorer (IE) von Microsoft auf Mosaic. Die erste Version von 1995 war nicht selbst entwickelt, sondern vom Unternehmen Spyglass eingekauft worden. Spyglass war damals auch für den Vertrieb von Mosaic zuständig. Da Microsoft den IE zusammen mit Windows verbreiten konnte, verlor Netscape ab 1996 rasch Marktanteile. Opera aus Norwegen erschien in der ersten Version 1996 und gilt als einer der innovativsten Browser überhaupt. Die schlanke Alternative zum IE und Netscape Navigator war einer der ersten Browser, der Tabs und einen Pop-up-Blocker fest integriert hatte. Anfang 2003 präsentierte Apple seinen eigenen Browser namens Safari. Wie Opera konnte sich auch Safari nie in der Windows-Welt durchsetzen. Inzwischen gibt es Safari nur noch für Mac, iPhone und das iPad. Spätestens 2000 hatte Netscape den Browserkrieg gegen den Internet Explorer verloren. Wie Phönix aus der Asche stieg dafür am 9. November 2004 Mozillas Firefox. Der Open-Source-Browser zeichnet sich vor allem durch seine zahlreichen praktischen Erweiterungen (Add-Ons) aus, die neue Funktionen wie etwa Werbeblocker installieren. Im Dezember 2008 griff Google in den Browserkrieg ein. Da Chrome auf der eigenen Suchseite beworben und für alle populären Betriebssysteme angeboten wird, gewann er rasch Marktanteile. Heute liegt Chrome, je nach Statistik, bereits vor dem IE und Firefox. Chrome gilt als besonders schneller Browser, Entwickler-Google steht wegen angeblichen Datenschutzproblemen aber immer wieder in der Kritik.

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Fehler gesehen?

In der Version 8 des Internet Explorers ist ein gefährlicher Programmierfehler entdeckt worden. Über die Schwachstelle könnten Angreifer mühelos die Herrschaft über einen fremden Computer erlangen, berichtet Spiegel Online. Betroffen seien alle Varianten des Internet Explorer 8, kurz IE 8 genannt. Ob für Windows XP, Vista, Windows 7, Windows Server 2003 oder Windows Server 2008.

Der mittlerweile veraltete Browser gilt immer noch als weit verbreitet, der weltweite Marktanteil beträgt laut Netmarketshare um die 23 Prozent.

Drive-by-Infektion

Um den eigenen Rechner mit Malware zu infizieren, genügt laut Microsoft der Besuch einer präparierten Website mit dem IE 8. Durch eine sogenannte Drive-by-Infektion könnte heimlich ein Trojaner installiert werden.

Microsoft hat am 3. Mai einen Sicherheitshinweis veröffentlicht und stellt darin ein Update für den Internet Explorer 8 in Aussicht. Gleichzeitig rät der weltgrösste Softwarekonzern aber zum Browser-Wechsel. «Internet Explorer 9 und 10 sind nicht von dem Problem betroffen, ein Upgrade auf diese Versionen schützt sie also davor.»

(dsc)