Perfide Methoden

18. Oktober 2012 11:09; Akt: 18.10.2012 12:48 Print

Jetzt phishen die Betrüger schon via Telefon

Seien Sie gewarnt, wenn Sie einen Anruf von Microsoft oder der Swisscom erhalten: Betrüger versuchen immer häufiger, per Telefon an Passwörter und Kreditkartendaten zu kommen.

teaser image

Zum Thema
Fehler gesehen?

Betrüger versuchen immer häufiger, auch per Telefon Internetnutzer zu täuschen und an deren Passwörter und Kreditkartendaten zu kommen. Die Melde- und Analysestelle des Bundes für Informationssicherung (MELANI) beobachtet solche Fälle seit ungefähr einem Jahr.

Beim sogenannten «Voice Phishing» gaukelt ein Betrüger dem Opfer am Telefon vor, Mitarbeiter einer grossen Computerfirma zu sein, beispielsweise von Microsoft oder Swisscom. Durch Täuschung verschafft sich der Betrüger vollen Zugriff auf den Computer des Opfers, wie MELANI im am Donnerstag veröffentlichten Halbjahresbericht festhält.

Mit einer glaubwürdigen Schilderung bringen die Anrufer die Computernutzer laut MELANI dazu, ein Programm herunterzuladen, das einen Fernzugriff auf den Computer erlaubt. Oft schwatzen die Betrüger den Opfern auch noch «Säuberungsprogramme» oder Softwarelizenzen auf, die über Kreditkarten bezahlt werden sollen.

Computer von Fachperson überprüfen lassen

Wer Opfer eines solchen Betrugs geworden sei, solle seine Kreditkarten sofort sperren lassen, empfiehlt MELANI. Ausserdem sei es sinnvoll, den Computer von einer Fachperson überprüfen zu lassen und allenfalls neu zu installieren.

Das «Voice Phishing» gesellt sich zu den herkömmlichen Formen des Phishing-Betrugs, bei denen über fingierte E-Mails nach Passwörtern gefragt oder zum Einloggen auf gefälschte Bankwebsites aufgefordert wird. Im Umlauf waren dabei im Sommer auch Mails mit dem Logo der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

Phishing als Problem für Kunden

Phishing-Mails lassen sich häufig am schlechten Deutsch erkennen. Ausserdem gilt der Grundsatz: «Keine seriöse Firma wird Sie je per E-Mail nach Login und Passwörtern fragen.»

Die vermehrten Phishing-Versuche stellen auch Firmen vor grosse Herausforderungen: Wie sollen Banken oder Anbieter von Internet- Dienstleistungen mit ihren Kunden auf elektronischem Weg in Kontakt treten und sich dabei von Betrügern unterscheiden?

MELANI empfiehlt, mit Links in Kundenmails sparsam umzugehen. Vermieden werden sollten auch direkte Verweise auf Login-Seiten. Die Nutzer sollten selbst wissen, auf welcher Seite sie sich anmelden können.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kevin H am 18.10.2012 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei Fernwartung VM benutzten

    Wenn jemand die Logindaten für ein Fernwartungstool will einfach die einer vituellen Maschine angeben (muss vorher natürlich vorbereitet werden). Am besten mit Win 95 oder so, wenn das Unterstüstzt wird. ;)

  • Voni am 18.10.2012 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Phishing-Mail "von" ricardo.ch

    Hatte gestern ein Phishing-Mail vom "ricardo.ch-Kundendienst" erhalten. Absender sieht täuschend echt aus. Jedoch ist das Deutsch und der Satzbau sehr schlecht, dadurch war es sehr offensichtlich.

    einklappen einklappen
  • A. Schweizer am 18.10.2012 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Zu leichtgläubig

    Wer am Telefon Informationen weitergibt, ist leichtgläubig und dumm. Aber auch viel Unachtsamkeit kann grossen Schaden verrichten. Wenn ich nur daran denke, wie oft ich den Leuten den PIN-Code am Bankomaten ablesen kann, weil sie einfach nichts abdecken. Fragwürdig. Die digitale Welt ist sehr gefährlich, aber das sind sich die meisten Menschen nicht bewusst.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Samira M am 18.10.2012 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja^^

    Nichts neues ich nehme einfach kein Phon ab wenn ich die nummer nicht kenne. Meistens schaut man dann im Internet. Wer und woher dieser anruf kommt.

  • Kevin H am 18.10.2012 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bei Fernwartung VM benutzten

    Wenn jemand die Logindaten für ein Fernwartungstool will einfach die einer vituellen Maschine angeben (muss vorher natürlich vorbereitet werden). Am besten mit Win 95 oder so, wenn das Unterstüstzt wird. ;)

  • Vorname/Name am 18.10.2012 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beste Möglichkeit

    Also wenn bei mir irgend so ein Werbefritzli oder sonst irgendwer anruft, den ich nicht will, sage ich "Warten Sie bitte einen Moment" und gehe dann in aller Ruhe aufs WC, schaue ein bisschen fern oder gehe etwas essen :)

  • Peter Meier, Zürich am 18.10.2012 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Auch bei Euromillions...

    Achtung, hatte vor 2 Monaten mehrer Anrufe von Euromillionszentrale aus Zürich, wollten angeblich eine Grossziehung machen, dass der Checkpot mal wieder in der Schweiz landet, wurde 3 x angerufen. Habe bei Swisslotto nachgefragt was das soll, die wussten von nichts. Betrag der für einen Monat abgebucht hätte werden sollen war einmalig ca. sfr. 200.- für 101 Ziehungen jeden Ziehungstag. Beim 3.x kam der Anruf aus Oesterreich.

    • Sambeat am 18.10.2012 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Guter Kommentar!

      Danke!

    einklappen einklappen
  • Roger am 18.10.2012 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stumm schalten lassen

    Wer bei swisscom natel und dsl hat kann den fixnet anschluss stumm schalten lassen.Wenn man nicht auf das Festnetz angewoesen ist.Zudem spart man mon.25.- Anschlussgebühr.Bei mir ist seitdem Ruhe,auch von sämtlichen Marktforschungsinsituten