Nach wenigen Tagen

13. Februar 2014 22:14; Akt: 13.02.2014 22:44 Print

Polizei schliesst Website für Drogen

Die niederländische Polizei hat die Website Utopia abgeschaltet, auf der Drogendeals und Auftragsmorde angeboten wurden. Utopia galt als bester Klon der legendären Silk Road.

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Auf der im Oktober 2013 geschlossenen Plattform Silk Road wurde eine breite Palette an verbotenen Gütern feilgeboten. Nun ist die vielversprechende Nachfolgerin ebenfalls vom Netz genommen worden. (Bild: Wikipedia.org)

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Online bequem Kokain, Heroin, verbotene Waffen, gefälschte Ausweise oder Hacker-Software für Passwort-Diebstähle erwerben: Dies war auf der berühmt-berüchtigten Auktionsplattform Silk Road möglich. Im Oktober 2013 nahm das FBI den mutmasslichen Betreiber Ross William Ulbricht fest und schaltete die Internetseite ab. Bis zur Verhaftung hatten mehr als 100 Fahnder knapp zwei Jahre lang gegen die sogenannte Seidenstrasse ermittelt. Aktuell steht der Plattformgründer in New York vor Gericht. Auf der Facebooksite des anonymen Marktplatzes wird dazu aufgerufen, sich für die Freilassung des 29-Jährigen einzusetzen.

Es seien zudem umgerechnet 3,6 Millionen Dollar (rund 3,2 Millionen Franken) in Form der digitalen Währung Bitcoin sichergestellt worden. Die im Februar 2011 gegründete Silk Road sei ein «riesiger Schwarzmarkt» gewesen, hiess es in der Klageschrift, die bei einem New Yorker Gericht eingereicht wurde. Die Seite war durch ein Anonymisierungsnetzwerk geschützt. Kunden mussten für jede Transaktion eine Provision in Höhe von 8 bis 15 Prozent entrichten. Insgesamt wurden laut den Ermittlern mehr als 1,2 Milliarden Dollar (knapp 1,1 Milliarde Franken) über das Online-Auktionshaus umgesetzt.

Gründer soll Mörder beauftragt haben

Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft Ulbricht neben dem Betreiben der illegalen Plattform ausserdem vor, im März 2012 den Mord an einem Nutzer in Auftrag gegeben zu haben, der damit gedroht hatte, die Identität anderer Silk-Road-Kunden aufzudecken. Zusätzlich muss sich der 29-jährige Software-Ingenieur wegen Geldwäscherei verantworten.

Doch bereits wenige Wochen nach der Schliessung des «Ebay für Drogen» tauchte ein Klon der Internet-Website auf. Der neue Handelsplatz für Kriminelle erfreut sich ähnlich grosser Beliebtheit wie sein Vorgänger. Eine ganze Reihe der Verkäufer sei altbekannt. Auch die Produktpalette gleicht derjenigen der ersten Silk Road aufs Haar. Die US-Regierung hat Kenntnis vom neuen Marktplatz für Verbotenes. Tom Carper, Senator für den US-Bundesstaat Delaware und Vorsitzender im Ausschuss für Innere Sicherheit schrieb im November 2013 auf seiner Website, Silk Road 2.0 zeige die Dynamik der technischen Entwicklung. Es sei Pflicht der Regierung, sich diesem Umstand möglichst schnell anzupassen.

Nur eine knappe Woche online

Auch Europa hatte mit Utopia einen eigenen Online-Drogenumschlagplatz. Dieser war allerdings nur wenige Tage online. Nach einer knappen Woche schaltete die niederländische Polizei die Plattform ab. Genauso wie beim berühmten Vorläufer konnte auch auf Utopia ausschliesslich mit Bitcoins bezahlt werden. Weitere Details wollen die Strafverfolger laut «Spiegel Online» noch bekannt geben.

Gemäss «Business Insider» galt Utopia als eine der beliebtesten Plattformen für Drogen- und Waffenhändler. Ein Grund dafür sei, dass der neue Handelsplatz leichter zu benutzen gewesen sei als Silk Road 2.0.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 14.02.2014 01:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenkontakt

    Ich bevorzuge den persönlichen Kontakt zu meinem Dealer.

  • Sara am 13.02.2014 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sisyphus

    Es gibt noch unzählige weitere solche Seiten. Mit ein wenig Recherche und Ahnung sind die nicht weit entfernt. Aber das ist ein endloser Kampf...

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  • Sami am 14.02.2014 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dark Web

    Das sind die Schattenseiten des hidden web. Wer sich dafür interessiert sollte mal die Doku von Vice ansehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • egal am 14.02.2014 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jaja m.75

    m75 du bist nur neidisch das du nicht die eier dazu hast sowas zu betreiben so wie alle anderen auch! tragisch das immer alles verboten wird...

  • L. Dert am 14.02.2014 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    News

    Alter Käse: der wirkliche nachfolger von silkroad, silkroad 2.0 wurde gestern gehackt und Bitcoins im wert von 2,4 Mio. sind verschwunden. Schaut euch mal den bitcoinkurs an, im freien Fall. Schade für die interessante Währung, wenn solcher unfug getrieben wird.

  • Kryptologe am 14.02.2014 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Entschlüsselung

    TOR und wie sie alle heissen sind auch nicht mehr sicher, die Regierung (nicht nur die der USA und Israel) sind dazu fähig, SSL/TLS Verschlüsselungen zu knacken und mit man-in-the-middle-Attacken und DDOS die Nutzer solcher Dienste zu entlarven. Wir alle sind gläserne Bürger geworden!

    • Sepp am 14.02.2014 12:41 Report Diesen Beitrag melden

      Ausnahmsweise

      Finde ich es aber in diesem Fall gut. Bin sonst absolut gegen Überwachung. Aber wenn Auftragsmorde anonym übers Internet vermittelt werden können finde ich es gut, wenn der Staat einschreitet. Gegen Drogenhandel hab ich nichts; wäre eh besser wenns legal wäre. Die Argumente kennen ja unterdessen alle. Ich sag nur eins. MwST auf Cannabis und die AHV sowie IV ist saniert.

    • Bn Music am 14.02.2014 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      K'o

      Schade das es so eine seite nicht mehr gibt bin sehr Traurig

    • Oli A. am 14.02.2014 16:12 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ganz aber fast

      Wie willst du jemanden mit DDOS Attacken entlarven? Distributed Denial Of Service. Für die nicht so unterwanderten Engschlischsprechenden: Verteilte/Gemeinsame Einstellung des Dienstes. Dabei wird ein Rechner oder Server mit vielen gleichzeitig ausgeführten Anfragen lahmgelegt. Schlussfolgernd kannst du damit niemanden entlarven?

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  • IT-Profi am 14.02.2014 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überwachung

    Ich als Internetexperte finde es super, dass die Seite geschlossen wurde. Ich finde man sollte das Internet noch viel mehr überwachen. Ich habe ja nichts zu verbergen!!!!

    • Datenschutzexperte am 14.02.2014 12:16 Report Diesen Beitrag melden

      Täterschutz!

      Ganz genau, Datenschutz ist fast immer Täterschutz und der gläserne Bürger kein Horrorszenario sondern eine tolle Vision!

    • risikogruppe am 14.02.2014 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      aha..

      die standartantwort auf diese aussage: dann gib mir doch mal dein handy.. ^_^.

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  • Someone Else am 14.02.2014 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    We are digital Kids...

    ...in a digital world. Die ihr nicht kontrollieren könnt. Der einzige richtige Erfolg in der Geschichte der Bekämpfung der Internetkriminalität ist, dass man mit dem richtigen Keyword erst auf der 5. Ergebnisseite bei Google das Gewünschte, bspw. "CC Drops", findet und nicht mehr auf der ersten. Ansonsten läuft alles weiter. Und zwar in einer Geschwindigkeit, bei der Behörden nie mithalten können.

    • We are legion am 14.02.2014 11:54 Report Diesen Beitrag melden

      Natüüürlich

      Träum weiter, auch die schweizer Regierung hat ihre geheimen Konten und IT-Profis, die schlafen nicht mehr hinter dem Mond.

    • Sepp am 14.02.2014 12:42 Report Diesen Beitrag melden

      @we are Legion

      Und wieso gibt's dann immernoch kinderpornos im Internet? Ist da für die "Profis" der Polizei etwa zuwenig zu holen?

    • Daniel Werner am 15.02.2014 13:54 Report Diesen Beitrag melden

      IT Experte, nicht nur Profi

      Haha. schon mal versucht in Bern reinzukommen? Leichter als eine Kind den Schnuller zu klauen. Ohne die NSA hat die CH keinen Geheimdienst im Internet

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