Trotz Verschlüsselung

19. November 2014 23:03; Akt: 19.11.2014 23:03 Print

WhatsApp sammelt weiterhin Nutzerdaten

Der Messenger WhatsApp setzt seit Neuestem auf Verschlüsselung der Nachrichten. Darüber sollten sich die Nutzer allerdings nicht in absoluter Sicherheit wiegen.

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Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland, England oder Hongkong ist WhatsApp die klare Nummer eins. In der Vergangenheit fiel die Messaging-App aber auch durch mangelnde Sicherheit auf. Das soll sich mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nun ändern. Alternativen zu WhatsApp gibt es viele. Aus der Schweiz kommt . Die App ermöglicht dank End-to-End-Verschlüsselung eine abhörsichere Kommunikation. Die Swisscom-App ist gratis und verfügbar für iOS und Android. Mit iO kann man mit anderen iO-Nutzern über das Internet gratis telefonieren, chatten oder Bilder austauschen. Funktioniert auf der ganzen Welt. Die Swisscom garantiert, dass die Benutzerdaten in der Schweiz gelagert werden. : Sofortnachrichten-Dienst mit integrierter Video- und Call-Funktion. Gratis verfügbar für Android und iOS. Setzt einen Google+-Account voraus. Server weltweit, auch in den USA. Google setzt nach eigenen Aussagen alles daran, für den Schutz und die Sicherheit der Daten zu sorgen. gehört zur Grundausrüstung aller Blackberry-Geräte. Für iOS und Android verfügbar und gratis. Eine Chat-Verbindung wird über das geschlossene Blackberry-Netzwerk (Hauptquartier in Kanada) aufgebaut, auf das dritte Hersteller keinen Zugriff haben. ist wie Sykpe eine App für Internettelefonie, mit der auch Textnachrichten verschickt werden können. Viber ist kostenlos. Datenschutzrechtlich ist die Software aber laut Golem.de bedenklich. Messenger ist verfügbar für Android, iOS, Blackberry, Nokia Series 40 und Windows Phone. Die App ist gratis. Zusätzlich zum Senden von Text- und Sprachnachrichten kann man Foto- und Videodateien austauschen sowie Youtube-Videos und selbstgezeichnete Bilder, sogenannte Sketches, teilen. Auch Myenigma setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und wirbt mit den sicheren Schweizer Servern. Das deutsche Techportal Golem.de hat die wichtigsten WhatsApp-Alternativen aufgespürt: Der grosse Rivale mit rund 250 Millionen Usern heisst . Skype gibt es seit zwölf Jahren, ist für fast alle Betriebssysteme verfügbar und kostenlos. Nebst einfachen Textnachrichten sind Anrufe mit und ohne Videofunktion möglich. Einer für fast alle: Wer einen Multi-Messenger sucht, mit dem man andere Messenger-Dienste zusammenführen kann, sollte sich genauer anschauen. Den praktischen Kurznachrichtendienst gibt es für PC, Mac, Android, iOS und Blackberry. Einer der grössten Konkurrenten von WhatsApp ist der Samsung-eigene Instant Messenger . Der Messenger läuft auf allen Smartphones und Tablets, die Android, iOS, Blackberry und Bada nutzen. Facebook mischelte auch vor der WhatsApp-Übernahme im Messenger-Geschäft mit. Nebst der Chat-Funktion lässt sich mit dem sehen, wo sich die Freunde gerade aufhalten - sofern die Kontakte die Ortungsfunktion aktiviert haben. Die App ist für Android und iOS erschienen. Vor der WhatsApp-Ära: hiess ursprünglich Pingchat. Mit dem Messenger für Android, Blackberry und iOS können wie bei WhatsApp Textnachrichten sowie Audio- und Video-Botschaften verschickt werden. kommt ursprünglich aus Japan, hat sich inzwischen aber auch bei uns eine grosse Anhängerschaft erobert. Laut eigenen Angaben nutzen weltweit 73 Millionen Smartphone-Nutzer den Messenger, den es für Android, iOS und Windows Phone gibt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

WhatsApp hat diese Woche überraschend einen grossen Schritt in Richtung sichere Kommunikation gemacht. Beim Austausch der Nachrichten mit der Android-App werden diese künftig per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor fremden Blicken gesichert. Dabei greift WhatsApp auf das Verfahren von Textsecure zurück. In einem aktuellen Test der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hat Textsecure als eines der wenigen Tools mit voller Punktezahl abgeschlossen.

Fühlt sich die Schweizer Konkurrenz von WhatsApp nun durch diesen Schritt bedroht? «Ich sehe keine Bedrohung für unsere Messaging-App», sagt Roman Flepp, Mediensprecher von Threema. Grundsätzlich sei es positiv zu werten, dass nun auch für WhatsApp Verschlüsselung ein Thema sei. Flepp wertet die Ankündigung allerdings vielmehr als eine Reaktion auf die immer wieder thematisierten Sicherheitsmängel beim Marktleader der Messaging-Apps.

Noch keine sichere Kommunikation

Allein die Verschlüsselung der Nachrichten sei jedoch nur ein Puzzle-Teil von dem, was Experten unter sicherer Kommunikation verstünden. So bemängelt Flepp, dass WhatsApp weiterhin Daten der Nutzer sammeln kann. So zum Beispiel, wer mit wem kommuniziert, von wo und wie oft. Durch die zwangsweise Anbindung des Kontos an eine Telefonnummer sind bei WhatsApp nach wie vor eindeutige Rückschlüsse auf die Identität des Nutzers möglich. Zudem funktioniere die Verschlüsselung bisher nur von Android zu Android und weder in Gruppenchats noch für Bilder oder Videos. Ein entsprechendes Update für andere Plattformen wie iOS will WhatsApp allerdings bald nachreichen.

Enthusiastischer eingestellt ist hingegen der Netzaktivist Cory Doctorow. In einem Beitrag bei Boingboing.net schreibt er: «Dank der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung können nun Hunderte Millionen Nutzer kommunizieren, ohne dass sie von Regierungen, Kriminellen, Spionen oder der Polizei ausspioniert werden.»

WhatsApp und die Hintertür

«Das ist schlicht nicht wahr», hält Volker Birk vom Chaos Computer Club (CCC) Schweiz in einem Gastbeitrag in der NZZ dagegen. Er ist überzeugt, dass bei WhatsApp eine Hintertür eingebaut ist. «Das ist der Fall, weil es die Section 215 des amerikanischen Überwachungsgesetzes Patriot Act gibt – zumindest gibt es deshalb eine rechtliche Hintertür, die von US-Behörden beliebig und jederzeit benutzt und missbraucht werden kann», schreibt Birk.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • André am 19.11.2014 23:38 Report Diesen Beitrag melden

    Misstrauisch

    Wie Herr Birk bereits erwähnte, wird es so oder so eine Hintertür für die Geheimdienste geben. Ich bin ein strikter Gegner von digitaler Überwachung - denn diese dient bestimmt nicht primär der Terrorismusbekämpfung. Aus Protest benutze ich weder Whatsapp, noch Facebook.

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  • datenschutz prediger am 20.11.2014 00:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    threema weiterhin auf dem vormarsch

    threema gefällt mir sehr gut und immer mehr leute wechseln weg von whatsapp. da sind die daten verschlüsselt gespeichert, ohne dass die usa eine rechtliche hintertür hat (schweizer server mit schweizer datenschutzrechten - mehr gibt es nicht zu sagen)

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  • Chris am 19.11.2014 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    0 Vertauen in WA

    Setze nach wie vor auf Threema

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schlaumeier am 20.11.2014 13:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luxusmüll

    Whatsapp ist für kleine Kinder und solche, die hirnlos durchs Leben gehen! Aber im Nachhinein jammern...

    • Beat Schlatter am 20.11.2014 14:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schlaumeier ohne Technikkenntnise

      Wer mit der Technik nicht mehr klar kommt bennent es als Luxusmüll Oh du armer

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  • Peter am 20.11.2014 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Threema

    Threema ist für heikle Konversationen wie auch künftige Alternative zu FB und WhatsApp sehr zu empfehlen. Auch der Backup der Daten lässt sich mit einem Passwort schützen. Besser geht nicht.

    • schade am 20.11.2014 08:46 Report Diesen Beitrag melden

      für was soll threema sein

      wenn mans nicht auf alle handys bring? für absolut nichts, ausser material und marken zwang......!

    • Martin am 20.11.2014 17:08 Report Diesen Beitrag melden

      Als ich mit WA

      angefangen habe, war es vielleicht auf 2-3 Geräte meiner kompletten Bekanntschaft. Beim FB kauf wurde es radikal gelöscht und das Konto genauso. WA war nicht immer so verbreitet und muss es auch zukünftig nicht so sein. Mit ein wenig Hirn nutzt man Telegram oder iO und wer sogar 12.- ausgeben kann kauft seiner Familie einen Satz Threema statt zwei Bier.

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  • AB am 20.11.2014 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    iCloud

    Wen ich ein neues Natel kaufe, deaktiviere ich zuerst iCloud. Fühle mich dann sicherer.

    • andré am 20.11.2014 08:48 Report Diesen Beitrag melden

      hä natel

      iphone ist doch kein natel....

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  • jsie am 20.11.2014 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Birk

    Herr Birk muss nicht zwingend richtig liegen. Der PATRIOT ACT besagt zwar, dass amerikanische Firmen den Behörden die Daten herausgeben müssen, aber nicht, dass diese Daten von der Firma entschlüsselbar sein müssen. Wenn Whatsapp also die Daten nicht entschlüsseln kann (ja, endlis Rechenpower=entschlüsselbar..), dann hat Whasapp nicht gegen den Patriot Act verstossen. Somit ist es doch möglich, dass der Chat ohne Hintertür auskommen könnte. Obs denn so ist, ist eine andere Geschichte.

    • fuNSA am 20.11.2014 09:28 Report Diesen Beitrag melden

      8 BIT Verschlüsselung

      eine 8 bit Verschlüsselung ist auch nicht sehr schwer zu knacken...

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  • ohne whatsapp am 20.11.2014 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    seid nicht naiv

    und wechselt mal das app! es gibt solch gute und sicher verschlüsselte (!) alternativen! threema, telegram um nur zwei zu nennen. ich benutze beide und bin vollkommen zufrieden!