4K-Streaming

03. Januar 2014 20:49; Akt: 03.01.2014 20:49 Print

Klassische TV-Anbieter unter Zugzwang

Youtube und der Video-on-Demand-Anbieter Netflix rüsten auf: Beide wollen 2014 erste Videos in Ultra-HD-Qualität anbieten. Reagieren müssen nun die klassischen TV-Sender.

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Samsung hat 2013 an der IFA-Messe in Berlin einen 110-Zoll-Fernseher mit UHD-Auflösung (3840 × 2160 Pixel) vorgestellt. (Bild: Keystone/AP/Gero Breloer)

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An der «Consumer Electronics Show» (CES), die vom 7. bis 10. Januar in Las Vegas stattfindet, wird Youtube den bereits letztes Jahr angekündigten VP9 Codec offiziell präsentieren. Als Alternative zum H.265 Codec entwickelt, soll VP9 die Antwort auf die bevorstehende Videoflut von Filmen in 4K-Auflösung liefern und den Einsatz von Youtube 4K-Streaming ermöglichen.

Das VP9 Hardware Decoding wird in einer ersten Phase in PCs und mobilen Devices zum Einsatz kommen. Erste TV-Geräte, die den Codec unterstützen, werden ab 2015 erhältlich sein. Im Unterschied zu seinem Vorgänger VP8 wird es Youtube mit dem VP9-Codec nicht mehr an nötigen Hardware-Partnern mangeln: 19 Unternehmen, darunter Branchengrössen wie Panasonic, Samsung, Sony oder Intel haben ihre Unterstützung bereits zugesagt.

Gemäss Francisco Varela, Global Director of Platform Partnerships bei Youtube, soll der bisherige Youtube-Codec, der H.265, nicht durch den VP9 ersetzt werden. Es wäre theoretisch sogar möglich, beide Varianten zu nutzen. Da der VP9 HD-Inhalte schneller streamen kann, stellt Varela gar in Aussicht, dass das Buffering, also das Zwischenspeichern von Clips, bis ins Jahr 2015 komplett beseitigt werden könnte.

4K-Offensive auch von Netflix

Bereits Anfang November 2013 hatte der Video-on-Demand-Anbieter Netflix angekündigt, in diesem Jahr reguläre Inhalte in Ultra-HD-Auflösung anbieten zu wollen. Unklar ist zwar noch, welche Inhalte das genau sein werden, doch sind auf jeden Fall auch Eigenproduktionen geplant.

Sollte der Verkauf von Ultra-HD-Geräten bis 2015 den Markt wie erhofft wiederbeleben, dürfte dies vor allem die klassischen TV-Anbieter in Bedrängnis bringen. Eine Umstellung von HD auf UHD ist für einen Sender mit hohen Kosten verbunden, die sich nicht rechnen würden, wie Jerry Steinberg vom US-Sender Fox Sports bereits Ende Oktober verlauten liess.

(pst)