Aaron Swartz

20. März 2013 10:52; Akt: 20.03.2013 13:10 Print

Der Tod des Hackers zieht weite Kreise

Er kämpfte für freien Zugang zu digitalem Wissen und nahm sich vor einem fragwürdigen Gerichtsprozess das Leben. Nun sollen Uni-Dokumente zum tragischen Fall von Aaron Swartz veröffentlicht werden.

Die Gedenkfeier für Aaron Swartz fand am 24. Januar im amerikanischen Internet Archive statt. (Quelle: youtube.com/OreillyMedia)
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Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) will Dokumente zum Verfahren gegen den Hacker Aaron Swartz öffentlich machen. Der junge Mann hatte sich angesichts eines drohenden Prozesses am 11. Januar das Leben genommen.

MIT-Präsident L. Rafael Reif schrieb am Dienstag in einer E-Mail an Angehörige der Hochschule, die Dokumente sollten «im Geist der Fairness und verantwortungsvoll ausgewogen» veröffentlicht werden. Namen von Mitarbeitern und Informationen zu Schwachstellen im Netz würden geschwärzt. Swartz wurde beschuldigt, sich ins MIT-Netz gehackt zu haben und Millionen von Artikeln der wissenschaftlichen Datenbank JSTOR heruntergeladen zu haben.

Freier Zugang zum Wissen

Die Anwälte für den Nachlass von Aaron Swartz haben beim Bundesgericht in Boston beantragt, die Dokumente ohne die Schwärzung von Namen freizugeben. Sie wollen so sichtbar machen, dass sich Swartz im Sinne der Open-Access-Bewegung lediglich für den freien Zugang zu wissenschaftlichen Inhalten eingesetzt habe und nicht wegen Computerkriminalität hätte belangt werden dürfen.

Der Netzaktivist setzte sich sein Leben lang für den freien Zugang zu Internet-Inhalten ein, bereits als 14-Jähriger beteiligte er sich an der Entwicklung der RSS-Technik für die fortlaufende Bereitstellung aktueller Informationen im Netz.

Morddrohungen

Das MIT sieht sich mit heftigen Vorwürfen konfrontiert, zu eng mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet zu haben. Die renommierte Hochschule will deswegen einen Bericht über ihre eigene Rolle in dem Fall vorlegen, damit wurde der Wissenschaftler Hal Abelson beauftragt. Die Dokumente sollen zum gleichen Zeitpunkt wie dieser Bericht veröffentlicht werden.

«In der Zeit seit dem Selbstmord von Aaron Swartz haben wir ein Muster der Einschüchterung und persönlichen Drohungen erlebt», schrieb Reif. Daher habe er die Verantwortung, die Privatsphäre und persönliche Unversehrtheit von Hochschulmitgliedern zu schützen. Die Familie von Swartz hat den Selbstmord als «Ergebnis eines kriminellen Justizsystems voller Einschüchterung und übermässiger Strafverfolgung» bezeichnet.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andrea Massüger am 20.03.2013 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wissen = Macht = Geld

    Wissen ist der Menschheit grösstes gut und sollte allen frei zugänglich sein. Ist aber leider nicht so. Warum? Weil Wissen = Macht = Geld ist. Folglich bringt Wissen Macht mit sich und natürlich auch Geld wenn man es nutzt. Aber leider gilt die gleichung auch andersrum. Wer kein Geld hat kriegt keinen Zugang zu Wissen und das kann meiner Meinung nach einfach nicht richtig sein, wenn wir die Menschheit als ganzes voran bringen wollen.

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  • hasli am 20.03.2013 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    true family

    Die Aussage seiner Familie bringt das Ganze auf den Punkt. R.I.P

  • Lisa am 20.03.2013 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    R.I.P.

    Es ist sehr traurig, dass dieser junge Mensch sich das Leben genommen hat. Seinen Angehörigen und Freunden alles erdenklich Gute für die Bewältigung dieses schlimmen Ereignisses. Ich möchte anfügen, dass ich sehr erstaunt bin, dass bisher noch kein negativer Kommentar zum Thema Selbstmord geschrieben wurde. Meist bin ich bei diesem Thema ziemlich erschüttert, dass es tatsächlich Leute gibt, die solche Menschen, die sich in einer absolut tragischen Situation befinden und keinen anderen Ausweg mehr sehen, als ihr Leben zu beenden, aufs Schärfste verurteilen. Ich finde, es steht uns allen, die noch nie derart verzweifelt waren, niemals zu, einen Selbstmörder zu verurteilen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chv am 21.03.2013 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade und traurig

    Schade und traurig. Mann hätte ihn fördern sollen. Er war sicher ein Talent.

  • Lisa am 20.03.2013 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    R.I.P.

    Es ist sehr traurig, dass dieser junge Mensch sich das Leben genommen hat. Seinen Angehörigen und Freunden alles erdenklich Gute für die Bewältigung dieses schlimmen Ereignisses. Ich möchte anfügen, dass ich sehr erstaunt bin, dass bisher noch kein negativer Kommentar zum Thema Selbstmord geschrieben wurde. Meist bin ich bei diesem Thema ziemlich erschüttert, dass es tatsächlich Leute gibt, die solche Menschen, die sich in einer absolut tragischen Situation befinden und keinen anderen Ausweg mehr sehen, als ihr Leben zu beenden, aufs Schärfste verurteilen. Ich finde, es steht uns allen, die noch nie derart verzweifelt waren, niemals zu, einen Selbstmörder zu verurteilen!

  • Peter Werd am 20.03.2013 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Internet = Dummheit

    Erst seit es das Internet gibt, ist mir bewusst geworden wieviele dumme Menschen es auf dieser Welt gibt. Das Unsägliche an der Mehrheit dieser dummen Menschen ist, dass sie effektiv von der Menge und der Richtigkeit Ihres Wissens absolut überzeugt sind.

    • Fritz Meier am 22.03.2013 14:25 Report Diesen Beitrag melden

      Exakt

      Genau, sehe ich auch so Peter.

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  • Chrotsi Jürg am 20.03.2013 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Free World

    Zeit für eine Revolution, liebe Piraten

  • Andrea Massüger am 20.03.2013 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wissen = Macht = Geld

    Wissen ist der Menschheit grösstes gut und sollte allen frei zugänglich sein. Ist aber leider nicht so. Warum? Weil Wissen = Macht = Geld ist. Folglich bringt Wissen Macht mit sich und natürlich auch Geld wenn man es nutzt. Aber leider gilt die gleichung auch andersrum. Wer kein Geld hat kriegt keinen Zugang zu Wissen und das kann meiner Meinung nach einfach nicht richtig sein, wenn wir die Menschheit als ganzes voran bringen wollen.

    • Kimbrus am 21.03.2013 01:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Andrea

      "Wissen ist Macht,- Bildung macht frei."

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