IT-Experte Hutchins

16. Mai 2017 03:35; Akt: 16.05.2017 03:49 Print

«Kampf gegen ‹Wanna Cry› ist beendet»

Hunderte Computerexperten haben die Ausbreitung der Schadsoftware bekämpft, unter ihnen der IT-Experte Marcus Hutchins.

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Der wesentlich in den Stopp der «Wanna-Cry»-Cyberattacke involvierte IT-Experte Marcus Hutchins hat den Kampf gegen die Ausbreitung der Schadsoftware für beendet erklärt. Hunderte Computerexperten hätten am Wochenende daran gearbeitet, den Angriff einzudämmen, sagte der 22-Jährige der Nachrichtenagentur AP am Montag. Er sei derjenige gewesen, der die Internet-Domain registriert habe, die den Virus schlussendlich lahmlegte.

Er bezeichne sich selbst nicht als Helden – mit dem Titel hatten ihn andere geschmückt – sondern sehe den Kampf gegen Schadsoftware vielmehr als das Richtige an, das getan werden solle. Laut der europäischen Polizeibehörde Europol gab es seit der Attacke am vergangenen Freitag mindestens 200'000 Opfer in 150 Ländern.

Der 22-Jährige hatte die Malware eingedämmt, in dem er einen sogenannten Kill Switch in dem Programm aktivieren konnte. Das tat er, indem er eine Internet-Domain registrierte, auf die das Programm immer wieder zugriff. Offenbar hatten die Hintermänner diese Notbremse eingebaut, um das Virus selbst stoppen zu können.

Kanadas Telekom-Gigant meldet Datendiebstahl

Kanadas grösster Telekomkonzern BCE hat einen Hackerangriff öffentlich gemacht. Die Eindringlinge hätten sich Zugang zu rund 1,9 Millionen aktiven Email-Adressen sowie zu 1700 Namen und aktiven Telefonnummern verschafft, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Hinweise auf einen Diebstahl von Finanzinformationen, Passwörtern und anderen persönlichen Daten gebe es aber nicht. Die Attacke soll zudem nicht im Zusammenhang mit der weltweiten Ausbreitung der «Wanna-Cry»-Schadsoftware stehen, mit der Computerbesitzer erpresst werden sollen.

Film geklaut

Wie der kanadische Konzern melden werden immer mehr Firmen Opfer von Cyberkriminalität. So ist der US-Medienkonzern Walt Disney dem Branchenblatt «Hollywood Reporter» zufolge Ziel eines Erpressungsversuchs von Hackern geworden. Die Täter hätten Zugriff auf einen nicht genannten neuen Film von Disney und verlangten Lösegeld, hiess es in dem Bericht vom Montag unter Berufung auf mehrere Quellen. Dies habe Unternehmenschef Bob Iger in New York bei einem Auftritt vor Beschäftigten des konzerneigenen Senders ABC gesagt.

Die Erpresser verlangten eine hohe Summe in der Cyberwährung Bitcoin. Disney weigere sich aber, den Betrag zu zahlen. Vom Unternehmen war keine weitere Stellungnahme zu erhalten.

Kaum Geld erhalten

Die Opfer des «Wanna-Cry»-Cyberangriffs zahlten nach neuesten US-Angaben bisher weniger als 70'000 Dollar an Lösegeld. Es sei dabei ausserdem kein Fall bekannt, in dem eine Zahlung auch tatsächlich zu einer Freigabe der Daten geführt habe, sagte am Montag Tom Bossert, Heimatschutz-Berater von Präsident Donald Trump.

Er sprach von mehr als 300'000 betroffenen Computern in 150 Staaten. Das Sicherheitsunternehmen Avast hatte zuvor erklärt, es seien 213'000 Geräte in 115 Ländern infiziert. Die Anzahl der Neuinfektionen habe am Montag aber deutlich abgenommen. Die Schadsoftware «Wanna Cry» treibt seit Freitag auf Windows-Computern ihr Unwesen. Dabei wird der Rechner blockiert und ein Lösegeld gefordert.

(chk/sda/dapd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • D.Duck am 16.05.2017 05:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hut ab... 

    Danke für dein Job

  • Urs K. am 16.05.2017 05:06 Report Diesen Beitrag melden

    Bis zum nächsten Mal

    Ja klar, es ist vorbei und wieder weg aus der Aktualität und es wird weiter gewurstelt und noch mehr aufs Internet gepackt. Konsequenzen odet Massnahmen oder Umdenken: Fehlanzeige, wetten?

  • SonjaA am 16.05.2017 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WOW

    Hochachtung! Wow, muss der junge Mann schlau sein, überhaupt alle, die sich mit Computern auskennen! Ich werde schon fast wahnsinnig, wenn die Startseite verstellt ist oder die Suchmaschine plötzlich gewechselt hat.( Mein Freund sagt immer, was ich mit PCs am Besten kann, ist, ihn abzustauben. ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • SonjaA am 16.05.2017 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WOW

    Hochachtung! Wow, muss der junge Mann schlau sein, überhaupt alle, die sich mit Computern auskennen! Ich werde schon fast wahnsinnig, wenn die Startseite verstellt ist oder die Suchmaschine plötzlich gewechselt hat.( Mein Freund sagt immer, was ich mit PCs am Besten kann, ist, ihn abzustauben. ;)

  • Wilhelm Tell am 16.05.2017 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Stell Dir vor was passiert wenn ...

    Stell Dir vor, Hacker stehlen Deine "Big-Data-Fiche" bei der NSA und veröffentlichen diese im Internet. Jeder könnte dann bei Bedarf auf Deine Telefongespräche der letzten 5 Jahre zugreifen, nur weil Du dich nicht um Deine Privatsphäre gekümmert hast. Es ist höchste Zeit auf verschlüsselte Telefonie, E-Mails und Chat umzustellen. Das gibt es alles "Swiss made": OpusTel, Threema und Protonmail. Nur machen muss es jeder selber!

  • Jean Weiss am 16.05.2017 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    wichtige Aussage

    "...Es sei dabei ausserdem kein Fall bekannt, in dem eine Zahlung auch tatsächlich zu einer Freigabe der Daten geführt habe..." Das sollte man sich merken.

  • rolf am 16.05.2017 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seit Freitag

    wir haben auch das ganze weekend durchgearbeitet um unsere Kunden zu schützten

  • Mike am 16.05.2017 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    Stampft Bitcoins ein

    Der Handel mit Bitcoins und ähnlichen "Crypto-Währungen" sollte einfach verboten werden. Es ist ein Witz und funktioniert lediglich deshalb weil kein Mensch versteht, wie Geld tatsächlich "funktioniert". Klar ist es mittlerweile in einigen Bereichen salonfähig geworden, aber trotzdem wird es immer noch und häufig für illegale Geschäfte verwendet. Die Geld-Hoheit sollte bei den Staaten sein (auch wenn dies nicht perfekt ist).

    • kurt am 16.05.2017 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike

      wieso. Auch mit echtem Geld wird illegales gemacht. Da kann bitcoin nichts dafür

    • Slowlyer ;$ am 16.05.2017 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike

      Genau :-). Sehr gut überlegt ;) Wäre ja schlimm wenn es mit anderen Dingen niemals so wäre... Guten Morgen :)

    • Martin Rohner am 16.05.2017 07:55 Report Diesen Beitrag melden

      Federal Reserve System

      Die Geld-Hoheit in den USA ist z.B. auch privatisiert bei der FED (Federal Reserve System).

    • Andreas A. am 16.05.2017 08:12 Report Diesen Beitrag melden

      Verbieten geht nicht...

      Wie willst du das eindämmen? Das ist keine echte Bank die man schliessen könnte, das System wird halt durch die Computer der Leute getragen. Man könnte die Tauschbörsen verbieten, aber die sind immernoch im Ausland tätigt. Bringt also nichts wenn man das in der Schweiz verbietet.

    • Vorname / Name am 16.05.2017 08:48 Report Diesen Beitrag melden

      zu einseitige Sicht

      Defacto liegt die Geldhoheit aber bei den Banken (was die Ursache für viele unserer Probleme ist). Mit "echtem" Geld wird überdies viel mehr Leid verbreitet und Verbrechen begangen als mit alternativen Zahlungsmethoden. Hier wird einfach nach Blick-manier eine, schwer zu begreifende, Technologie verteufelt.

    • Andreas am 16.05.2017 09:32 Report Diesen Beitrag melden

      Pro Bitcoin

      Das nennt sich Symptombekämpfung. Den Bitcoin wird man nicht einstampfen können, das ist ja das gute daran.

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