Hacker-Angriff

08. April 2014 13:36; Akt: 08.04.2014 14:38 Print

38'000 Schweizer E-Mail-Konten gehackt

Der Diebstahl von 18 Millionen E-Mail-Adressen inklusive Passwörtern in Deutschland betrifft auch die Schweiz: Rund 38'000 der betroffenen Mail-Adressen sind hierzulande registriert.

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Wie die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik) mitgeteilt hat, wurden 38'000 Schweizer E-Mail-Konten gehackt. (Bild: Keystone/Salvatore di Nolfi)

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Die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik) hat informiert, dass im Rahmen des Diebstahls von 18 Millionen E-Mail-Adressen in Deutschland auch Schweizer Mail-Konten betroffen sind. Die unbekannten Täter hätten sich Zugang zu den Konten verschafft und diese für den Versand von Spam-Mails missbraucht.

Durch dieses Vorgehen könnten die Absender die eigentliche Herkunft der Mails verschleiern, sagte Kobik-Chef Thomas Walther auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Betroffenen merkten in den meisten Fällen nicht, dass ihr Konto gehackt worden sei.

Die betroffenen Personen wurden am Dienstag von der Kobik persönlich angeschrieben und informiert. Man sei zudem an die Internet-Provider gelangt, sagte Walther.

An die Passwörter für E-Mail-Konten gelangen die Täter gemäss dem Kobik-Chef über das sogenannte Phishing. Dabei nutzen die Kriminellen die Gutgläubigkeit ihrer Opfer aus: Sie fordern diese dazu auf, die Zugangsdaten für das Konto über einen angefügten Link zu ändern. Der Link führt dann allerdings nicht auf die Seite des Mail-Anbieters, sondern auf eine von den Tätern identisch aufgesetzte Webseite.

Ein eigenes Passwort für jeden Dienst

Vor wenigen Tagen gaben die deutschen Behörden bekannt, unbekannte Täter hätten 18 Millionen E-Mail-Adressen samt Passwörtern gestohlen. Die Kriminelle hätten mit den Daten nicht nur Zugang zu den privaten E-Mails. Sie könnten sich auch in Netzwerke einwählen und im Internet einkaufen, wenn die Betroffenen dort die gleiche Passwort-Kombination benutzten.

Thomas Walther empfiehlt Internetnutzern deshalb, sich für jeden Dienst ein anderes Passwort zuzulegen. Dieses sollte zudem möglichst kompliziert sein und neben Zahlen auch Buchstaben und Sonderzeichen enthalten.

Die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität empfiehlt zudem, den Antivirenschutz immer auf dem aktuellsten Stand zu halten und regelmässig Sicherheitsupdates zu installieren. Sie verweist ausserdem auf einen Sicherheitstest, den ein deutsches Bundesamt anbietet.

Zur Täterschaft konnte Kobik-Chef Walther keine Angaben machen. Die Ermittlungen führten die deutschen Behörden.

Sind Sie von der Kobik darüber informiert worden, dass Ihre E-Mail-Adresse gehackt worden ist? Bei welchem Provider haben Sie Ihre Mail-Adresse? Schreiben Sie uns an feedback@20minuten.ch und geben Sie auch Ihre Telefonnummer an.

(pst/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Mail am 08.04.2014 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Supi..

    Diese Nachricht würde noch besser sein, wenn man weiss welcher Dienst betroffen ist. So ist diese Nachricht nicht wirklich hilfreich.

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  • Ameliore am 08.04.2014 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch kein

    Hack.. das ist einfach uraltes, altbewährtes Phishing und die Leute fallen immer noch drauf rein. Ein Hack wäre es, wenn die Täter auf die Mailserver zugegriffen hätten - und die Daten abgeräumt.

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  • User am 08.04.2014 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Phishing ist nicht Hacken.

    Wer auf Phishing rein fällt, der sollte seine Internettauglichkeit überdenken... Das Erkennen und Aussortieren von Phishing Mails gehört zum 1x1 des Internets. Wer das nicht kann, ist eine Gefahr für sich und alle anderen Benutzer/Besitzer der Zugangsgeräte. Keine, wirklich gar keine Firma wird sie jemals per Mail nach ihren Zugangsdaten fragen. NIE! Die haben ihre Daten oft genug gespeichert, die brauchen nicht zu fragen. Ich rate den 38'000 "Opfern" dringend zu einem Kurs in Sachen Internet. Die Kobik wäre bestimmt froh müsste sie euch nicht hinterher rennen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Userin am 09.04.2014 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    War definitv kein Phishing..

    Ich arbeite auch nur mit Mac und bin laut BSI Test trotzdem betroffen... Phishing war aber nie dabei... erhalte soviele Phising Mails dass ich nie auf sowas reagiere. Ach ja... ich habe eine bluewin.ch Adresse.

  • Remo Meyer am 09.04.2014 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte selbst denken

    Also, bitte noch einmal zuerst selbst überlegen bevor ihr rumwettert. Erstens sind es "nur" 38'000 Schweizer e-mail-Konten, weil es sich hierbei um Konten bei Dt. Providern handelt. Zweitens ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Konten per Phising "gehackt" wurden. Die Nutzer mögen zwar im Durchschnitt unvorsichtig sein, aber eine so grosse Zahl wäre trotzdem erstaunlich. Offensichtlich sind es Botnetze die den OpenSSL-Bug ausgenutzt haben, also wars wohl wirklich ein Hack.

  • Markus Meier am 09.04.2014 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Bin auch betroffen

    Dies obwohl ich, plus / minus, alles unternehme, dass ich "sicher" bin. Ich gehe im Moment davon aus, dass meine Mail Adresse via SPAM's bekannt wurde. Diese SPAM's räume ich immer wieder weg, sofern diese nicht schon im SPAM Filter hängenbleiben. Laut Informationen sollen neben meiner e-mail Adresse auch das Passwort bekannt sein. Ich habe nun mal nach dem Passwort nachgefragt... Dann sehe ich auch wo das Leck ist!

  • simon am 09.04.2014 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    viel geschreibsel

    Diese News ist nicht hilfreich ohne zu wissen welche Dienste betroffen sind :D

  • Picupilvi am 09.04.2014 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Passwörter

    Habe tatsächlich eine Mail von der KOBIK bekommen. Swisscom ist betroffen. Ich wüsste nun gerne, warum die Swisscom die Zugangsdaten auf einem Deutschen Server speichert!? Dass meine persönlichen Daten evtl. wegen ein bisschen Sparpotential ausgelagert worden sind und deshalb unsicher waren, nervt total.