MegaUpload-Prozess

28. Juni 2012 14:46; Akt: 28.06.2012 14:48 Print

Durchsuchung der Dotcom-Villa war illegal

Die neuseeländische Justiz hat dem FBI eine schallende Ohrfeige verpasst. Die MegaUpload-Razzia sei ohne gültige Papiere erfolgt. Zudem wurden Kim Dotcoms Festplatten heimlich kopiert.

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Kim Dotcom lässt die Welt via Twitter an seinem Leben teilhaben. Noch steht er unter Hausarrest und darf seine Villa in Neuseeland nicht verlassen. (Bild: @KimDotcom / Keystone)

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Das Vorgehen der US-Behörden gegen den MegaUpload-Boss Kim Dotcom erscheine immer chaotischer, berichtet das britische Online-Medium «The Register». Grund: Offenbar war die Durchsuchung seiner 30-Millionen-Villa wegen Formfehlern nicht zulässig. Das neuseeländische High Court habe entschieden, dass die Durchsuchungsbefehle ungültig waren.

Damit nicht genug, sei auch das heimliche Klonen von Dotcoms Festplatten durch FBI-Beamte ungesetzlich gewesen. Laut einem neuseeländischen Medienbericht haben die US-Bundespolizisten die Daten ohne Zustimmung und Wissen der örtlichen Polizei kopiert. Das sichergestellte Material wurde zwecks Auswertung per Kurierpost in die USA geschickt.

Die Konsequenzen der jüngsten richterlichen Entscheidung sind noch nicht bekannt. Die neuseeländischen Behörden müssen sich erst beraten. Gemäss früherer Ankündigung soll im August über die Auslieferung Dotcoms an die USA entschieden werden.

Von Spezialeinheit gestürmt

Dotcom und sein engster Mitarbeiterstab waren im Januar dieses Jahres verhaftet worden (20 Minuten Online berichtete). Das Luxusanwesen in einem Vorort Aucklands wurde von einer Spezialeinheit gestürmt und durchsucht. Alle Computer und Festplatten wurden beschlagnahmt und die MegaUpload-Plattform vom Netz genommen. Das Multimillionen-Vermögen Dotcoms wurde eingefroren - inzwischen haben es die neuseeländischen Richter aber zumindest teilweise wieder freigegeben.

(dsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fragemich am 29.06.2012 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschüttel

    Einerseits möchtet ihr Sicherheit und andererseits darf die Polizei nichts machen? Wie wäre Eure Meinung gewesen, wenn dieser Mann anstelle von Filmen Kinderpornos auf dem Rechner gehabt hätte? Und die Polizei genau so gehändelt hätte?

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  • Julius am 28.06.2012 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egos

    Sauerei, was die USA hier ( schon wieder) abziehen?

  • Dr.Calculon am 28.06.2012 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    FBI vers.ein Unabhängiger Staat?

    Für mich sowiso etwas fragwürdig das das FBI (US Bundespolizei) in einem Fremden Land selbständig Polizeiaktionen durchführen darf/kann. Richtiggehend hätten die Neuseländische Polzei (oder bei und in CH die Fedpol) die Aktion durchführen müssen und das FBI höchstens als Beobachter vor ort sein dürfen. Typische einmischung der USA in angelegenheiten anderer Staaten

Die neusten Leser-Kommentare

  • fragemich am 29.06.2012 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschüttel

    Einerseits möchtet ihr Sicherheit und andererseits darf die Polizei nichts machen? Wie wäre Eure Meinung gewesen, wenn dieser Mann anstelle von Filmen Kinderpornos auf dem Rechner gehabt hätte? Und die Polizei genau so gehändelt hätte?

    • a.D. am 29.06.2012 16:44 Report Diesen Beitrag melden

      Kopfnick

      Die Polizei darf nur dann das Haus durchsuchen, wenn genügend Beweise / Indizien vorliegen, dass die Person schuldig ist. Das muss aber zuerst vom Gericht bestätigt/genehmigt werden. Sonst ist die Hausdurchsuchung nichts weiteres als ein Verstoss gegen die Privatsphäre.

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  • Martha Keller am 28.06.2012 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    Cowboys mit der Intelligenz des Tieres.

    Hoffentlich werden der Amerikanischen Regierung verschiedene Ersatzklagen in hunderten Millionen erfolgreich geführt. Dass wird sie dann in Zukunft zum besseren Überlegen führen, und nicht immer wie im Wilden Westen aus der Hüfte schiessen, und nach sagen: Oh sorry, aber wir sind die Freiheitsverteidiger der Welt.

    • Heinz Meier am 28.06.2012 22:10 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht nur USA

      Werter Fritz, der Unterschied zu CH ist auch nicht mehr all zu weit entfernt, Bitte übersehen Sie deshalb nicht alles vor unseren eigen CH Türen.

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  • Fritz am 28.06.2012 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Polizei-Diktatur

    Die Amis sind auf bestem Weg in eine Polizei-Diktatur. Wann wehrt sich dort wohl mal jemand?

    • D. Hoogler am 28.06.2012 19:55 Report Diesen Beitrag melden

      Schweiz

      Wir in der Schweiz sind auch bald soweit

    • Herr Schweizer am 29.06.2012 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ach so

      nein noch labge nicht.. Das Problem in der Schweiz: Es gibt immer mehr Leute, die kein Respekt von der Polizei haben.

    • rolli am 29.06.2012 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hirn einschalten ihr Beiden

      Gebraucht doch euer Hirn und schaut die Entwicklung in der Gesetzeslandschaft (Strafprozessordnung) an dann schreibt ihr nicht so einen Müll. Versucht mal als Opfer zu eurem Recht zu kommen, gerade in der schönen Schweiz.

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  • Hans Allemann am 28.06.2012 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Recht

    Die Amis wollen von uns alle Daten, bitte aber im Gegenrecht. Die Amis sollen gefälligst andere Staatshoheiten respektieren, was die meisten Ami-Bürger auch machen würden.

  • Adareja am 28.06.2012 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Das beste was ihm passieren konnte!!!

    Das ist das beste was ihm passieren konnte. Sein Fall wird somit von ihm, oder durch sein Anwalt angreifbar. Erster Schritt, Einstellung des Falles gegen ihn, zweiter Schritt ist die Gegenklage und Schadensfall Rechnung, somit eine Ersatzschadensklage, in USA bis 100Mia. Möglich. Wahrscheinlichkeit ist gering auf Klagenerhebung, also wird aussergerichtlich geeinigt und er besitzt dan 10fache des heutigen Vermögen.