Nie mehr leerer Akku

08. Juni 2015 17:57; Akt: 08.06.2015 17:57 Print

WLAN-Router sollen unsere Handys aufladen

Forscher der Universität Washington haben ein System entwickelt, das Smartphones auflädt, sobald eine WLAN-Verbindung hergestellt ist.

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Forschern der Universität Washington ist es gelungen, aus WLAN-Modems kabellose Ladestationen für Handys zu machen. (Bild: 20 Minuten/Philipp Stirnemann)

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Mittlerweile ist das WLAN-Netz, zumindest in städtischen Gebieten, so gut wie lückenlos ausgebaut. Das Praktische daran ist, dass man über einen kabellosen Internetzugang wenn nicht gratis, so zumindest sehr viel günstiger mit seinen mobilen Geräten surfen kann als über das Telefonnetz.

Forscher der Universität Washington wollen aber einen weiteren grossen Vorteil aus der Verbreitung von WLAN-Modems ziehen. So soll kabelloses Internet künftig nicht nur für günstige und schnelle Verbindungen sorgen, sondern auch Akkus in mobilen Geräten durch die Luft aufladen.

Aus Radiowellen wird Strom

Um Handys und Tablets mit Strom zu versorgen, benötigt das System zwei Komponenten: Einen Access Point (einen sogenannten Router) sowie von den Wissenschaftlern neu konzipierte Sensoren. «Ziel unserer Sensor-Technik ist es, Radio-Frequenzen in Strom umzuwandeln,» erklärt der am Projekt beteiligte Vamsi Talla gegenüber Wired.com. Die WLAN-Modems selber benötigten lediglich eine Software-Modifikation, womit sie nicht nur als Router, sondern auch als Stromversorger funktionierten.

Die beiden Systeme (WLAN und Stromversorgung) würden parallel zueinander arbeiten, ohne sich gegenseitig zu behindern. So soll die Internet-Geschwindigkeit während des Aufladens nicht gedrosselt werden. Mehr noch: Die neue Technologie wandelt Energie in Strom um, die gemäss den Wissenschaftlern ohnehin von Routern freigesetzt wird.

Damit der Internet-Speed tatsächlich konstant hoch bleibt, verteilen die Forscher das von Routern ausgegebene WLAN-Signal auf drei sich nicht überlagernde Wi-Fi-Kanäle, anstatt es permanent auf einem zu übertragen. «Das erlaubt es uns, den Stromfluss stets aufrechtzuerhalten, ohne einen der drei anderen Kanäle jemals zu überlasten,» erläutert ein anderer am Projekt beteiligter Forscher.

Noch nicht ganz ausgereift

Erste Tests mit dem neuen Stromversorgungs-System sind bereits erfolgreich verlaufen. So ist es den Forschern gelungen, Handys in einer Modem-Entfernung von bis zu 8,5 Metern aufzuladen. Erste Feld-Tests in Wohnungen in der Umgebung von Seattle, die mit modifizierten Routern des Herstellers Asus (Modell RT-AC68U) durchgeführt wurden, verliefen ebenfalls vielversprechend. Die Wissenschaftler haben sich bei der Modem-Auswahl extra für einen älteren Allerwelts-Router entschieden, um das System möglichst praxisnah auszuprobieren. «Die Aktualisierung der Geräte ist theoretisch nichts weiter als ein normales Firmware-Update», verrät Talla.

Was jetzt noch fehle, seien Hardware- beziehungsweise Modem-Hersteller, die auf den Zug aufspringen. Und natürlich ist das derzeitige System noch ausbaufähig. Einerseits wollen die Entwickler den Lade-Radius um einen Router vergrössern, um es noch effizienter zu machen. Andererseits soll der Code optimiert werden, um die Access-Points noch zu verbessern.

«Die von uns bisher publizierte Arbeit kann als erster Machbarkeitsnachweis angesehen werden», sagt Talla. «Die optimale Lösung ist es aber noch nicht. Wir arbeiten hart daran, unser System noch zu verbessern.»

Sollten die Forscher mit ihren Optimierungen erfolgreich sein, können sich Millionen Handy- und Tablet-Nutzer auf eine echte Revolution im Bereich Stromversorgung freuen. Um die neue Technologie mit bestehenden Smartphones nutzen zu können, müssten Handybesitzer mindestens einen Adapter ans Gerät anschliessen, der den Strom aus der Luft «aufsaugt».

(pst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Kritiker am 08.06.2015 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ich weiss ja nicht...

    Die maximal erlaubte Sendeleistung eines WLAN Routers in der Schweiz beträgt 100mW. Diese wird aber auf das gesamte Feld um den Router verteilt. Bei einem mobilen Gerät kommt also nur noch ein (kleiner) Bruchteil davon an. Also entweder müssen die Forscher die Sendeleistung massiv über den Grenzwert erhöhen oder das Aufladen wird eine eher langwierige Angelegenheit ;)

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  • NicoBiieu am 08.06.2015 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer noch?

    Ich warte nur noch auf den Tag, an dem alle Smartphones zerstört werden und Menschen wieder Menschen sind. -Gesendet von meinem Iphone

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  • Päde am 08.06.2015 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unlimited Akku

    Bis es soweit ist, wird es shon 2020 sein oder später.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi am 09.06.2015 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine gute Idee

    Achtung! Soviel Leistung über die Luft! 5Ghz würde gehen! Aber bei 2.54 GHz wie der alte Standard schwingt das Wasser mit! Das heißt unser Körper nimmt die Energie auch auf. Ganz gefährlich so was noch mehr auszuweiten...

  • manu130 am 09.06.2015 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Smart gehst gar net mehr

    Ich wechsel auch wieder zu smart frei, glaube die alten Kalpphandys sinds.... Seien wir mal ehrlich, früher hatten wir für kurzmeldungen sms und sonst telefonie und jetzt... Whats up, viper und und und das Telefon steht nicht mehr still:(( Ich komm nicht mehr nach und antortet Mann/Frau nicht, verliert man Fraunde, puahhhhh Habe letztens noch was feines auf gelesen:)))

  • Tommy Lee am 09.06.2015 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    x-Phone

    Das X-Phone hat dieses Problem schon vor Jahren gelöst ;)

  • Hans am 09.06.2015 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Veraltet

    Nikola Tesla hatte ja schon vor einer Ewigkeit so ein System entwickelt nur war das besser. Es basierte auf Skalar-wellen und damit konnte man alles ohne Gefahr übertragen. Die Energie wäre dann mit einem Freinen Energie Generator produziert worden. 7 Antennen hätte man anschliessend auf der Welt verteilen müssen und es hätte keine Kommunikations und Energie Probleme gegeben. Nur hätten die Energiekonzerne so nichts verdient.....

    • roli christen am 09.06.2015 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      sorry, but

      uii...ich bin mir natürlich der attraktivität von solchen verschwrungstheorien bewusst, lassen sie unsere komplexe welt doch soviel einfacher und in gut und schlecht kategorisierbar erscheinen. mit dem studieren von ein paar elektrotechnischen aspekten und den zugrundeliegenden physikalischen gesetzen werden sie jedoch selbst erkennen können, dass der grund wieso teslas vision bus heute nicht realität wurde naturgesetze sind und nicht geheime treffen von bsen männern in kapuzengewändern in dunklen hinterzimmern.

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  • 8r87c am 09.06.2015 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Swiss real Satire

    Versteckte Kameras und Microphone lassen sich so prima aufladen, die brauchen so wenig Strom.