Film von der Decke

25. November 2015 19:32; Akt: 25.11.2015 22:18 Print

Das Glühbirnen-Netz ist 100-mal schneller als Wi-Fi

Per Glühbirne lässt sich der Inhalt einer DVD in fünf Sekunden herunterladen. Möglich macht dies Li-Fi: In Estland wurde die Technologie nun erstmals getestet.

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Light Fidelity, kurz Li-Fi, ist eine neuartige Übertragungsart für Daten. Im Gegensatz zu Wi-Fi kommen dabei keine Funkwellen, sondern Licht zum Einsatz. Entwickelt wurde das Verfahren vom deutschen Forscher Harald Haas an der Universität Edinburgh.

Die Übertragung läuft über spezielle LED-Lampen, die durch sehr schnelles An- und Ausschalten die Daten senden. Für das Auge ist dies nicht wahrnehmbar. Auf der Empfängerseite werden die Lichtsignale von Fotodioden registriert und zurückgewandelt.

100-mal schneller als Wi-Fi

Jetzt wurde Li-Fi erstmals unter realen Bedingungen in einem Büro in Tallinn in Estland getestet. Dabei konnten Daten mit einer Geschwindigkeit von rund einem Gigabyte pro Sekunde übertragen werden. Das ist rund 100-mal schneller als aktuelle Wi-Fi-Standards.

Im Labor haben Forscher mit dem Li-Fi-Verfahren sogar noch höhere Tempi erreicht. Im Frühjahr wurden 224 Gigabit/Sekunde erzielt – das entspricht rund 28 GB pro Sekunde oder rund fünf DVDs.

Kein Ersatz für Wi-Fi

Einen vollständigen Ersatz für Wi-Fi bietet Li-Fi allerdings nicht. Zwar sind die Übertragungsraten zigfach höher, doch ist der Einsatz nicht überall sinnvoll. So kann das Li-Fi-Netzwerk nur über kurze Distanzen betrieben werden, da Licht nicht durch Wände dringt. Das ist aber auch ein Vorteil, da das Netz sicherer wird, weil es nur auf einen Raum beschränkt ist.

Ein weiterer Nachteil: Damit Li-Fi funktioniert, muss es einen Sichtkontakt zwischen Sender und Empfänger geben. In drei bis vier Jahren soll die Technologie marktreif sein. Die Vision von Haas: Die weltweit 14 Milliarden Glühbirnen sollen sich in Li-Fi-Hotspots verwandeln. Damit das Sinn ergibt, müssten aber wohl erst Hersteller von Tablets und Smartphones die Technologie adaptieren.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris Frei am 25.11.2015 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Estland"s IT rockt

    Dies ist ein weiteres tolles Startup aus Estland! Gratuliere.

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  • Enil S. am 25.11.2015 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich muss lachen

    über verschiedene unqualifizierte Kommentare. Einst dachte man bei IBM mehr als fünf Computer brauche es weltweit nicht. Dem Internet (damals Arpanet) gab man keine grosse Chance. Das Handy wurde ebenso verspottet (wie zuvor das Telefon) und das WLAN erst recht. Und jetzt dieses Li-Fi. Ob man mitbekommen hat, dass gerade der erste Versuch stattfand?

  • R Watson am 25.11.2015 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gigantisch!

    Muss man aber ein Büro im abgedunkelten Keller dafür haben? Oder klappt es auch im Sonnenschein?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • T. Meier am 27.11.2015 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Colle Sache

    Mir scheint, dass vor allem auch das Laser-Datensignal recht interessante Möglichkeiten eröffnet. Vermutlich werden sich die Anbieter kabelgebundener Verbindungen (allem voran Swisscom) mit Händen und Füssen (und einer kleinen Armada von Lobbyisten) gegen die Einführung solcher Techniken wehren.

  • jaydee am 26.11.2015 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    siehe

    also bitte, ich habe vor jahren schon darüber nachgedacht, und die deutschen haben im zweiten weltkrieg lichttelefone benutzt, einfach mal googlen oder wiki'n

    • s.turn am 27.11.2015 17:46 Report Diesen Beitrag melden

      Ja und?

      Die einen denken über was nach, andere TUN es ganz einfach.

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  • Eveline am 26.11.2015 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Wohle Aller

    Super diese neue Technologie. Die Politiker würden gescheiter mehr Geld in solch sinnvolle Forschung und Entwicklung stecken als in die Kriegsmaschinerie.

    • Mr. Oz am 27.11.2015 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eveline

      Zur Herstellung von Waffen müssen richtige Arbeiter ran. Diese müsste man fragen, aus welchem Grund sie einer derartigen 'Handwerkskunst' nachgehen. Jeder, der in der Rüstungs-Industrie arbeitet, sollte sich fragen wie seine Anstellung zu rechtfertigen ist. Und kommt mir nicht mit "ist halt auch ein 'Arbeitsplatz'..."

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  • Dr no am 26.11.2015 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheit?

    Und wie gesund soll das wohl sein? Schon die Energiesparlampe ist fraglich!

    • Alex Servant am 26.11.2015 15:26 Report Diesen Beitrag melden

      Na ja...

      Technischer Fortschritt ist immer ganz, ganz schlecht und böse. Ganz besonders vermisse ich die Pferdehaufen auf den Strassen...

    • Pferdeflüsterer am 27.11.2015 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Alex Servant

      In ländlichen Gebieten sollen diese Pferdehaufen teilweise ab und zu noch anzutreffen sein! :-)

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  • LED am 26.11.2015 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Glühbirne

    Nichts neues... Haben wir während dem Studium vor 4 Jahren schon getestet, funktioniert mit LED-Leuchten recht gut. Titel des Artikels ist jedoch völlig falsch... Mit Glühbirnen ist da nichts zu wollen!

    • Göbel oder Edison? am 27.11.2015 14:46 Report Diesen Beitrag melden

      Glühbirne

      Mit Glühbirnen geht das schon, aber die Datenübertragung beschränkt sich dann auf einige wenige bits. Ausserdem müsste man die Birnen ziemlich oft auswechseln.

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