Neues Benotungssystem

16. Dezember 2014 18:51; Akt: 16.12.2014 18:51 Print

Lehrer bewertet Schüler wie in «World of Warcraft»

Um seine Schüler zu motivieren, hat ein Lehrer in Wien ein neues Bewertungssystem eingeführt. Es orientiert sich an bekannten Computerspielen.

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Ein Bewertungssystem, das für Schüler nachvollziehbarer ist und Lehrern ermöglicht, ihre Klassen besser zum Lernen zu motivieren als bisher. Darüber diskutieren nicht nur Lehrbeauftragte und Politiker im Rahmen sogenannter Bildungsreformen seit Jahren. Bisher ohne durchschlagenden Erfolg, denn vernünftige Alternativen zu bestehenden Benotungssystemen gibt es wenige. Ein game-affiner Lehrer aus Wien versucht jetzt aber, seine Schüler nicht mehr anhand von Noten von 1 bis 5 (wie in Österreich üblich) und aufgrund einer Handvoll Prüfungen oder Schulaufgaben zu beurteilen, sondern sie mithilfe eines neuen Systems fürs Mitmachen am Unterricht zu motivieren.

Umfrage
Glauben Sie, dass ein auf Erfahrungspunkten basierendes Schüler-Bewertungs- besser als das herkömmliche Schulnotensystem ist?
80 %
9 %
7 %
4 %
Insgesamt 2008 Teilnehmer

Christian Haschek will mit den aus seiner Sicht intransparenten, konventionellen Schulnoten aufräumen. Ziel ist es, nicht nur Lehrern mit seinem Konzept ein differenzierteres Tool zur Beurteilung von Schülern in die Hand zu geben, vielmehr sollen auch die Lernenden damit besser nachvollziehen können, wo sie gerade stehen und wie sie sich im Unterricht verbessern können. Diese bisherige Orientierungslosigkeit ist laut Haschek Grund für Frust, worauf viele Schüler nur noch unmotiviert am Unterricht teilnehmen.

Mit «Level-up» zur besseren Note

In seinem Blog beschreibt der österreichische Lehrer, wie er sein auf Erfahrungspunkten basierendes Schüler-Bewertungssystem entwickelt hat. Sein Konzept orientiert sich an Rollenspielen wie «World of Warcraft». Ähnlich wie im Kultgame von Activision Blizzard bekommen Schüler für die Erledigung von Aufgaben, je nach Qualität der eingereichten Arbeit, Erfahrungspunkte (sogenannte XPs). Diese wiederum dienen als Basis für die Note des entsprechenden Schulfachs. Wird eine Aufgabe als besonders gut gelöst bewertet, gibts mehr Punkte und der Notenschnitt steigt. So könnten «die Schüler zu jeder Zeit genau sehen, wie es um ihre Note steht», zitiert «Der Standard» den Lehrer.

Hascheks XP-System wurde bereits vor rund drei Jahren vom österreichischen Unterrichtsministerium gutgeheissen. Seither operiert er damit und kann darüber nach eigenen Angaben «nur Gutes berichten». Wichtig sei dabei allerdings, den Schülern die Erteilung respektive den Abzug von Erfahrungspunkten zu begründen. Wer sich beispielsweise aktiv am Unterricht beteiligt, erhält dafür fünf XP, ein Referat wird mit 20 Punkten belohnt, und wer eine Hausaufgabe besonders gut löst, kann mit bis zu 35 Erfahrungspunkten rechnen.

Nachvollziehbar dank Social Media

Auf das auf Schulen ausgerichtete soziale Netzwerk Socialcube haben sowohl Lehrer als auch Schüler Zugriff. So soll gemäss Haschek Transparenz gewährleistet sein, da hier jederzeit eingesehen werden kann, wie viele XPs zur nächstbesseren Note fehlen, respektive wann sich eine Note zu verschlechtern droht. Was ein markanter Unterschied zu Computergames à la «World of Warcraft» ist: Hier kann man sich nämlich nur verbessern.

(pst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oli am 16.12.2014 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool!

    Find ich eine coole Sache! Und jedesmal wenn man ein neues "Notenlevel" erreicht hat, ertönt der COD 4 Modern Warfare Gitarrenriff! ; )

  • Dino Schön am 16.12.2014 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Das begehrte Reittier...

    Und nach dem sehnsüchtig erwarteten 16. Level-Up und 2500 Goldmünzen gibt es dann das begehrte "Roller"-Pet, mit dem sie dann in der Welt herumreiten können.

  • Pascal am 17.12.2014 01:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achtung

    die ersten Chinafarmer sind bereits entdeckt worden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mister Example am 17.12.2014 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Nee, lass uns das nicht machen

    Müssen Videospiele wirklich so fanatisch behandelt werden, dass deren Belohnungssystem in Schulen eingeführt wird?

    • Schüler am 17.12.2014 17:54 Report Diesen Beitrag melden

      Ach, neeee

      Alles besser als die herkömmlichen Benotungen!

    einklappen einklappen
  • Pikachu am 17.12.2014 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Erfahrungspunkte

    Habe meinen Sohn nun lange im hohen Gras trainiert. Ab Level 16 sollte er sich zu einem Teenager entwickeln und die Attacken Erholung und Amnesie erlernen.

  • Cybot am 17.12.2014 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Credit Points

    Coole Idee, aber eigentlich ist das nicht neu. An den Unis läuft es ja schon länger so, nur dass die Punkte halt nicht XP, sondern Credit Points oder sonstwie heissen. Und nebenbei, es gibt sehr wohl Spiele, bei denen man XP auch wieder verlieren kann, vermutlich kennt der Autor einfach nur WoW.

  • schüler am 17.12.2014 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Frage:

    Wo darf ich unterschreiben?

  • hans gseh am 17.12.2014 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Na ja ...

    Ich habe mich als Kind/Jugendlicher nie gross am Unterricht beteiligt, ich habe einfach zugehört, notiert, aufgenommen. War halt sehr introvertiert. Mit solch einem Bewertungssystem hätte ich wohl schlechter abgeschnitten ...

    • yani am 17.12.2014 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Muss nicht sein...

      Wenn Sie eine 6 in der Prüfung gemacht haben, dann hätten Sie hier auch 100% der möglichen "Exp" erhalten. Die Referate etc. sind lediglich dazu da schlechte "Noten" aufzubessern. Dieses System belohnt nicht nur das Lernen an sich (Auswendiglernen bringt ja nicht wirklich viel...) sondern vor allem den Fleiss und das Befassen mit dem Stoff. In erster Linie steht aber die Motivation der Schüler wenn Sie mich fragen...

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