Hackzurich

14. Oktober 2014 13:31; Akt: 14.10.2014 13:36 Print

Eine Kartonbrille räumt am Hackathon ab

350 Programmierer haben am Wochenende während 40 Stunden in die Tasten gehauen: Den sogenannten Hackathon gewonnen hat ein Team, das aus Smartphones 3-D-Viewer macht.

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Es war der grösste sogenannte Hackathon, der bisher in der Schweiz stattgefunden hat. Am Wochenende trafen sich im Zürcher Technopark 350 Programmierer aus ganz Europa und programmierten um die Wette. 40 Stunden hatten die Teams Zeit, um aus einer Idee einen fertigen Prototypen einer App oder eine Lösung für ein bestehendes Softwareproblem umzusetzen.

Am Schluss prämierte eine Jury die besten Projekte. Den Hauptpreis gewann das Team Immersive, wie die Organisatoren mitteilten. Dieses verwandelt ein normales Smartphone mit einer Kartonbrille in eine virtuelle Realitätsumgebung. Das Sieger-Projekt basiert auf Googles Datenbrille Cardboard, die der Konzern an der Entwicklerkonferenz I/O im Juni vorgestellt hat.

Das Team baute innerhalb der 40 Stunden ein einfaches Gerät, mit dem dreidimensionale Bilder erstellt werden können. In die Vorrichtung (siehe Bildstrecke) lassen sich zwei Smartphones einspannen, um die stereoskopischen Panoramen zu erstellen. «Unser Ziel ist es, den Zugang zur Virtual-Reality-Technologie allen zu ermöglichen», sagt Matthias Standfest vom Immersive-Team. Im Anschluss werden die Bilder auf einer Website gelistet, die über das Smartphone in der Cardboard-Brille angezeigt wird. Durch Kipp- und Dreh-Bewegungen erhält man das Gefühl, tatsächlich vor Ort zu sein.

Das Ganze sei eine günstige Alternative zu ähnlichen VR-Brillen, wie zum Beispiel Occulus Rift. Mögliche Anwendungsbeispiele sieht Standfest etwa für die Immobilienbranche. Mithilfe ihres Programms könnte man etwa virtuelle Wohnungsbesichtigungen durchführen.

Den zweiten Platz holte sich das Team GetCooking. Deren App, die ebenfalls innerhalb von 40 Stunden programmiert wurde, schlägt anhand von Zutaten, die man im Haus hat, die passenden Rezepte vor. Der dritte Platz ging an das Team Minoporus – eine App um Kindern spielend das Programmieren beizubringen.

Mit dem bisher grössten Schweizer Hackathon haben die Organisatoren ihr Ziel erreicht: Bereits vor Ort haben einige Teilnehmer angekündigt, die Projekte als eigene Start-ups weiterzuführen – und eine Firma zu gründen.

(tob)

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